3 – 6 May 2022

Swissbau Blog

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Nachhaltige Lebensstile in der verdichteten Stadt

Eine Verdichtung, welche gleichzeitig die Wohnqualität verbessert, ist aus sozialer, ökonomischer wie auch ökologischer Sicht in jeder Hinsicht vorteilhaft.

Kleine Wohnflächen können durch Gemeinschaftsräume (zum Beispiel Hobbyraum, Spielzimmer, Hausbibliothek) und Gemeinschaftsgärten so kompensiert werden, dass den Bewohnern mehr nutzbare Fläche zur Verfügung steht, als bei dem heute üblichen Wohnflächenverbrauch von 43m2 pro Person. Gleichzeitig gewinnen sie über soziale Kontakte zusätzlich die Möglichkeit wertvoller Nachbarschaftsdienstleistungen, welche die Attraktivität dieser Form von gemeinschaftlichem Wohnen erhöhen. Aus wirtschaftlicher Sicht können aufgrund der kleineren Wohnungsgrössen pro Wohnfläche mehr Wohnungen vermietet werden.

Statt Einheitsgrün zwischen den Häusern findet man lebendige naturnahe Grünräume, welche gemeinschaftlich genutzt werden mit Grill-Festen, Gemeinschaftsgärten und Spielzonen.

Zudem ist die rasche Erreichbarkeit von Arbeit, Einkauf, Freizeit und Wohnen wichtig. Eine funktionale Durchmischung der Quartiere ist Voraussetzung für kurze Wege, welche als attraktive Fuss- und Velowege gestaltet werden. So wird das urbane Wohnumfeld aufgewertet. Für eine nachhaltige Mobilität ist zudem eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr nötig, wie auch Car-Sharing-Angebote anstelle von Autoparkplätzen für jede Wohnung. Die dadurch gewonnene Fläche kommt als Wohnumfeldaufwertung den Bewohnern zugute, beispielsweise in Form von begrünten Strassen, Spielstrassen oder zusäztlichen Begegnungsräumen.

Ein solches Lebensmodell ist attraktiv und gleichzeitig nachhaltig. Die Vorteile sind: Mehr nutzbare Fläche trotz kleinerer Wohnung, gute soziale Einbettung am Wohnort und gute Nachbarschaften, attraktives Wohnumfeld, Zeitgewinn durch kurze Wege, Zugriff auf einen grösseren Wagenpark durch Car-Sharing (ohne Aufwand für Wartung und Reparatur) und verschiedene Wohnstrukturen im funktional und sozial durchmischten Quartier. Dies erlaubt ein Umziehen innerhalb des Quartiers bei verändertem Wohnraumbedarf, zum Beispiel wenn die Kinder Flügge werden.

Thomas Kessler war bis 1987 Agronom, Unternehmer und Berater in Entwicklung, Landwirtschaft und der Drogenforschung. Von 1987 bis 1991 amtete er als Kantonsrat im Kanton Zürich in der Justizverwaltungskommission. Von 1991 bis 1998 war er Drogendelegierter des Kanton Basel-Stadt und Leiter der Präventionsstelle im Justizdepartement. Von 1998 bis 2009 war Thomas Kessler als Delegierter für Migrations- und Integrationsfragen und als Leiter der Integrations- und Antidiskriminierungsstelle im Polizei- und Militärdepartement tätig. Seit 2009 ist er Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung im Präsidialdepartement und Mitglied der Eidgenössischen Kommissionen Drogenfragen und Kinder- und Jugendfragen.

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