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Use Case Management schafft Mehrwerte für alle

Publiziert am 16.11.2020 von Redaktion Swissbau
Use Case Management
Swissbau Das von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland lancierte Use Case Management definiert die wichtigsten digitalen Anwendungsfälle aus der Praxis und vernetzt alle Akteure am Bau miteinander. Ziel ist es, Prozesse zu entwickeln, die einen durchgehenden Informationsfluss ermöglichen. BIM-Projekte lassen sich so effizient, hochwertig, transparent und nachhaltig abwickeln.


Durch die Verbreitung von Building Information Modeling (BIM) verändert sich die Art und Weise, wie Gebäude geplant, realisiert und unterhalten werden. Mit dem Use Case Management (UCM) hat Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland einen essenziellen Baustein zum digitalen Bauen hinzugefügt. Denn sämtliche Prozesse müssen künftig den Anforderungen an die digitalen Bauwerksmodelle gerecht werden und durchgehende Informationsflüsse sicherstellen.

«Die Idee für das Use Case Management entstand 2017 aufgrund der vorherrschenden Marktsituation», erzählt Thomas Glättli, Co-Geschäftsführer von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland. «Viele Akteure der Baubranche konzentrieren sich auf ihre eigenen Aufgaben, der vor- und der nachgelagerte Prozess interessierten kaum.» Die Digitalisierung bedinge jedoch die Vernetzung aller Disziplinen entlang der Wertschöpfungskette. Deshalb wollten Glättli und sein Team die digital affinen Fachexperten der Branche vereinen und deren BIM-Erfahrung aus bereits realisierten oder laufenden Projekten zusammenführen.

Das Beste aus allen Bereichen

Das Use Case Management hat in erster Linie zum Ziel, Kompetenzen zu bündeln. In interdisziplinären Working Groups tauschen sich die Experten über ihre digitalen Anwendungsfälle aus der Praxis aus und erarbeiten gemeinsam Best-Practice-Beispiele. Dabei folgen sie einer einheitlichen Struktur, durch die sich multidisziplinäre, durchgängige Prozesse abbilden lassen. Dieses Vorgehen ermöglicht es, am Ende eine vollständige Informationsanforderung für jeden Use Case zu definieren. Die Use Cases sind nicht auf einzelne Phasen eines Bauprojekts bezogen, sondern umfassen sämtliche Arbeitsschritte von der Planung über den Bau, den Betrieb bis hin zum Rückbau. Alle Beteiligten wissen anhand der Use Cases, wer in welcher Projektphase Informationen zur Verfügung stellt, um ein Ergebnis zu erreichen. Auch das Format der Informationen und der Detaillierungsgrad sind definiert. Diese aktive Kollaboration und die breite Abstützung durch ein Netzwerk von kompetenten Fachexpertinnen und -experten stellen sicher, dass die Erfahrung aus bereits realisierten oder laufenden Projekten zusammengeführt wird. Dank dem UCM lassen sich künftig beispielsweise Ausschreibungen direkt und einfach aus dem digitalen Bauwerksmodell generieren, Baubewilligungsverfahren digital abwickeln oder Bauelemente vorfertigen.

Da sämtliche Prozesse für Planung, Bau und Betrieb eines Bauwerks integrativ beschrieben sind, profitieren alle Akteure am Bau. Doch auch für Bauherrschaften bringt das UCM Vorteile, denn es bildet eine verlässliche Grundlage für Zusammenarbeitsverträge. Bauherrschaften erhalten eine Basis, dank der sie ein Projekt einfacher bestellen können. Zudem ist bereits im Vorfeld bekannt, wie der Informationsfluss geregelt ist und welche Resultate der Bauherrschaft am Ende des Projekts zur Verfügung stehen sollen.

Eine Schweizer Erfindung

Das UCM wurde an der Swissbau 2018 zum ersten Mal dem Fachpublikum vorgestellt. Mittlerweile wird es rege genutzt. «Der Bedarf zur Beschreibung von Use Cases steigt laufend, viele Unternehmen beteiligen sich aktiv», hält Glättli fest. Zurzeit werden rund 20 Use Cases beschrieben und laufend veröffentlicht. Neue Use Cases können über das Netzwerk von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland eingebracht werden, der Service steht der gesamten Community zur Verfügung. Fällt die Potenzialbewertung positiv aus, werden Project Groups aus Fachexperten gebildet, welche die Use Cases beschreiben. Alle Resultate sind auf der UCM-Webseite https://ucm.buildingsmart.org/ frei zugänglich und ermöglichen einen breit abgestützten Best-Practice-Ansatz.

Auch der Schritt auf die internationale Bühne liess nicht lange auf sich warten. Seit 2020 ist das UCM integraler Bestandteil des Angebots von buildingSMART International, dem weltweiten Branchenverband, der die digitale Transformation der Bauindustrie vorantreibt. Diverse Chapter arbeiten bereits auf der Plattform, laufend kommen weitere Länder hinzu.

Mit dem Use Case Management ist eine cloudbasierte Kollaborations-Plattform entstanden, die Unternehmen, Verbände und Institutionen national und international vernetzt. Mittlerweile bildet die innovative Kollaborations-Plattform nicht nur das digitale Fundament der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft, sondern ist auch auf bestem Weg dazu, zur globalen Plattform für die gesamte Branche zu werden.

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Use Case Management            Use Case Management

Das Use Case Management hat zum Ziel, Prozesse zu entwickeln, die einen durchgehenden Informationsfluss ermöglichen. BIM-Projekte lassen sich so effizient, hochwertig, transparent und nachhaltig abwickeln.



Thomas Glättli
Thomas Glättli, Co-Geschäftsführer von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland, hat gemeinsam mit seinem Team das Use Case Management initiiert. (Foto: Bauen digital Schweiz)



Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

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