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Das «grüne Gold» – Swiss Collaboration beim Bauen mit Holz

Publiziert am 15.08.2017 von Hans Rupli, Zentralpräsident Holzbau Schweiz
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Meinung Holz als Baustoff nimmt für das nachhaltige Bauen einen wichtigen Stellenwert ein – gerade im Hinblick auf die Energiestrategie 2050. Der Grossteil des Bauholzes wird heute allerdings importiert, trotz des enormen Nutzungspotenzials der Schweizer Wälder. Nun engagiert sich die gesamte Schweizer Holzwirtschaft in einer gemeinsamen Kampagne für mehr Regionalität im Schweizer Holzbau.

Am 21. Mai 2017 hat die Bevölkerung der Energiegesetzgebung mit deutlichem Mehr zugestimmt. Einen wesentlichen Pfeiler in der Umsetzung der schweizerischen Klima- und Energiepolitik bildet der Gebäudepark Schweiz. Dieser beansprucht etwa 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und ist verantwortlich für rund 40 Prozent der CO2-Emissionen. Die heutige Sanierungsrate liegt bei etwa 0,9 Prozent. Konkret: Die Transformation des bestehenden Gebäudeparks für eine neue Energiezukunft dauert ungefähr 100 Jahre.

Ein Wandel gelingt der Bauwirtschaft nur, wenn sie neue Allianzen sucht und als Branche landesweit zusammenarbeitet – ganz im Sinne des Swissbau Mottos «Collaboration – alle zusammen oder jeder für sich?». Aus meiner Sicht setzt hier die Schweizer Holzwirtschaft ein starkes Zeichen und geht entlang der ganzen Wertschöpfungskette – von der Forstwirtschaft bis zum Holzmöbel – einen gemeinsamen Weg.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr: Im Kontext der Klima-, Energie- und Raumplanungspolitik sowie des technischen Fortschritts hat das Bauen mit Holz erheblich an Bedeutung und Marktanteil gewonnen. Verbautes Holz darf in der schweizerischen Klimabilanz als CO2-Speicher angerechnet werden. Somit leistet die Holzbauweise einen wesentlichen Beitrag an die klima- und energiepolitischen Ziele der Schweiz.

Nachhaltig Bauen bedeutet unter anderem, Regionalität zu fördern. Mit diesem Ziel engagiert sich die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt für die Sensibilisierung der Bevölkerung zu vermehrter Nutzung von Schweizer Holz. Heute werden etwa 70 Prozent des verbauten Holzes aus dem Ausland importiert. Gleichzeitig verfügt der Schweizer Wald über ein beträchtliches zusätzliches Nutzungspotenzial. Diese Botschaft zu verbreiten, ist das Ziel der aktuellen Kampagne «Woodvetia».

Neben der Sensibilisierung für Schweizer Holz hat die Verarbeitungskette Holz mit rund 70’000 Mitarbeitenden weitere komplexe Herausforderungen vor sich. Das mehrgeschossige Bauen mit Holz basiert zunehmend auf der Verwendung leistungsfähiger Holzwerkstoffe. Die Lieferbereitschaft von Schweizer Holzwerkstoffen muss daher erheblich ausgebaut werden, um die bestehende Nachfrage der Holzbauunternehmen zu bedienen. Investitionen in das «grüne Gold» und somit in den Produktionsstandort Schweiz sind demnach gefragter denn je.

Fotografie: zur Verfügung gestellt von VGQ - Schweizerischer Verband für geprüfte Qualitätshäuser
Hans Rupli

Hans Rupli

Hans Rupli ist Zentralpräsident von Holzbau Schweiz, dem Verband der Schweizerischen Holzbauunternehmen, Vorstandsmitglied von bauenschweiz und Bauen Digital Schweiz sowie Mitglied des Verwaltungsrates eines grossen Immobilieninvestors. Er engagiert sich seit Langem für die Gestaltung einer nachhaltigen Wirtschaft Schweiz, insbesondere für die energetische Transformation des Gebäudeparks mit entsprechendem Mehrwert für die Immobilienbesitzer.

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