18. – 21. Januar 2022

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Bauwirtschaft als Botschafterin der Berufsbildung

Südeuropa kämpft derzeit mit der Wirtschaftskrise und damit auch mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Es geht für diese Länder darum, eine «verlorene Generation» zu verhindern. Die duale Berufsbildung nach dem Schweizer Modell wird dadurch für diese Länder sehr interessant. 

Unsere Berufsbildung gilt zu Recht als Erfolgsmodell, um Jugendliche nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und um einen qualifizierten Fachkräftenachwuchs für die Wirtschaft sicher zu stellen. Die tiefe Jugendarbeitslosigkeit in Ländern mit dualer Berufsbildung spricht für sich.

In Europa setzt ein massives Umdenken bei Ausbildungsfragen ein. Die alte Forderung nach mehr schulisch-akademischer Ausbildung wird – zumindest zurzeit – nicht mehr so laut vorgetragen. Diese Situation gilt es zu nutzen! Man hört endlich uns Schweizern zu, wenn wir über die Funktionsweise und die Leistungen der Berufsbildung sprechen.

Die Idee, Jugendliche aus Südeuropa in der Schweiz auszubilden und damit diesen Volkswirtschaften zu helfen, soll geprüft werden.

Auch wenn klar ist: Die praktische Umsetzung wird sicher nicht einfach sein und viele Fragen sind noch zu klären. Realistisch betrachtet wird aus dieser Idee vielleicht auch nur ein begrenztes Pilotprojekt.

Viel wichtiger als ein gross angelegter Austausch ist ein Signal der Verbundenheit der Schweiz mit diesen Ländern und die Gelegenheit unsere positiven Erfahrungen in der Berufsbildung zu teilen. Es ist eine Chance, die Leistungsfähigkeit der Berufsbildung weltweit darzustellen. Gerade die Bauwirtschaft ist eine hervorragende Botschafterin für die Berufsbildung – die Ausbildungsaktivitäten der Branchen sind hoch, die Qualität der Berufsbildung auf dem Bau setzt Standards. Viele Fachkräfte im Baugewerbe stammen aus Ländern die sich in der Krise befinden. Hier sollten wir die Chancen packen und zeigen, was unsere Berufsleute können. Das hilft letztlich auch der Anerkennung des hohen Ausbildungsniveaus unserer Berufsleute im Ausland. 

Nach dem Lizentiat (lic. oec. HSG) der Universität St. Gallen arbeitete Valentin Vogt (1960) in verschiedenen Funktionen bei Sulzer. 2002 löste er den Bereich Sulzer Burckhardt mittels Management-Buy-out aus dem Sulzer-Konzern heraus und brachte das Unternehmen 2006 an die Börse. Seit 2011 ist Valentin Vogt Präsident des Verwaltungsrates von Burckhardt Compression und zusätzlich Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes.

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