Blog
Zurück zur Übersicht

Hightech auf Industriebrachen – jede Arealentwicklung ist anders

Publiziert am 16.12.2019 von Redaktion Swissbau
Arealentwicklung uptown Basel
Swissbau Brachen bieten für die Siedlungsentwicklung grosse Potenziale. Diese nutzt man in Arlesheim und baut ein Kompetenzzentrum für die Industrie 4.0. Lesen Sie im Teil 1 dieses zweiteiligen Beitrages welche Erfolgsfaktoren ausschlaggebend sind. Der zweite Teil zeigt auf, wie die Arealentwicklung als Ideenlabor genutzt wird, um die Chancen der Digitalisierung für die Bau- und Immobilienwirtschaft zu zeigen.


Urbane Lebensqualitäten sind gefragt: Drei Viertel der Menschen in der Schweiz wohnt und arbeitet in Städten oder Gemeinden der städtischen Agglomerationen. Der Trend ist ungebrochen und die Siedlungsfläche dehnt sich immer weiter aus. Um dem entgegen zu wirken, wird eine Siedlungsentwicklung nach Innen angestrebt. Bevor unverbrauchtes Bauland beansprucht wird, sollen schlecht genutzte Bauzonen, Baulücken und Brachen verdichtet werden.
 
Standortgünstig gelegen, stellen die unterschiedlichen Formen von Brachen eine wichtige Nutzungsreserve dar. Da verwundert es nicht, dass zahlreiche der 350 ungenutzten Areale, die das Bundesamt für Raumentwicklung 2008 in einer Statistik auflistet, mittlerweile zwischen- oder umgenutzt sind. Dass das Potenzial für die Revitalisierung von Brachen ungebrochen ist, zeigt der Entwicklungsatlas von Wüest Partner. Dieser listet 2015 über 700 Areale auf, die aufgrund von Fläche und Gestaltungsoptionen attraktiv sind. Die Analyse der Makrolage zeigte, dass 60% in Gemeinden liegen, deren Standortqualität als sehr gut oder gar exzellent eingeschätzt wird. Die Umnutzung der bebauten Entwicklungsflächen würde Wohnraum für 288'000 Personen bieten und zusätzlich liessen sich 257‘000 Arbeitsplätze realisieren. Gesamthaft, so die damalige Auswertung, würden alle erfassten Entwicklungsgebiete nach Zürich die zweitgrösste Stadt der Schweiz bilden.

Anspruchsvolle Revitalisierung
Doch die funktionale wie wirtschaftliche und ökologische Aufwertung von Arealen ist anspruchsvoll, denn jede Entwicklung ist ein Einzelfall. Der in all seinen Phasen dynamische Revitalisierungsprozess kann sich jahrelang hinziehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Denn auch wenn Makro- und Mikrolage erfolgsversprechend sind, können Altlasten, Denkmalschutzauflagen, ungünstige Bauökonomie sowie behördlicher oder privater Widerstand eine Umnutzung kompliziert machen. Die Folge: Neubauprojekte werden lieber auf der grünen Wiese realisiert.
Dennoch besitzen Arealentwicklungen gute Erfolgschancen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Projekte, die dies belegen. An Standorten mit Bevölkerungswachstum sorgen innovative Projekte für den benötigen Wohnraum. In Gebieten mit einer expandierenden Wirtschaft entstehen zeitgemässe Arbeitsplätze. Und in gut erschlossenen Gemeinden beleben Retail-Projekte die Region. 

Erfolgreiche Praktiken für Investoren, Bauherren und Eigentümer
  • Frühzeitige Kontaktaufnahme mit Planungsstellen und Behörden
  • Einschaltung erfahrener Gutachter
  • Nutzung von Know-how und Ideen externer Partner
  • Sorgfältige Standorterkundung
  • Konsensorientierter und kooperativer Planungsprozess
  • Public-Private-Partnership zur Projektrealisierung
  • Kontinuierliche Beteiligung der Gemeinde
  • Vertragliche Regelung zum Umgang mit Risiken
  • Personelle Kontinuität
  • Offensive Öffentlichkeitsarbeit
  • Vermarktung unter neuen Namen
  • Schlüsselprojekte und Zwischennutzung als Vermarktungshilfe

Quelle: Die Zukunft liegt auf Brachflächen, Umweltbundesamt Deutschland

Lebensstile als Entwicklungsstrategie
Egal, welche Ziele mit einer Entwicklungsfläche verfolgt werden, eines haben alle Projekte gemeinsam. Der Erfolg hängt nicht nur von Faktoren wie Rentabilität, einfacher Erschliessbarkeit oder dem Vermarktungspotenzial ab. Immer mehr Menschen streben Nachhaltigkeit an. Dazu gehören Orte, die vielfältige sowie wandelbare Lebens- und Nutzungsformen erlauben. Ebenso gesucht sind gute soziale und funktionale Durchmischung sowie ökologische Nachhaltigkeit. Im Projekt Ananas – Angebotsstrategie für nachhaltig nachverdichtete Städte – empfiehlt das ETH Wohnforum daher als Identifikationspotenzial für neue Lebensräume unterschiedliche Lebensstile zu berücksichtigen. Diese sind je nach Person von unterschiedlichen Kriterien geprägt. 

Tätigkeitsfelder und Kriterien für nachhaltige Lebensstile

Energiesysteme
Reduzierter Energieverbrauch
Präferenz für ÖV 
Geringere Mobilitätsbedürfnisse
Sharingsysteme

Wohnleben
Nutzungsflexibilität
Gemeinschaftsräume
Mässiger Flächenverbrauch
Identifikation mit Wohnort
Konsummuster
Lokale Produkte
Recycling und Abfallvermeidung
Reparieren und Instandhalten
Tausch- und Leihsysteme

Gesundheitsvorsorge
Zugang Gesundheitsversorgung
Bewegungsfreundliche Umwelt
Wohnhygiene
Sicherheitsbedürfnis

Arbeitswelt
Kurze Arbeitswege
Nähe zu Kinderbetreuung und Schulen
Effiziente Energiebewirtschaftung
Ressourceneffizienz
Co-Working und Co-Creating
Öffentlicher Verkehr

Freizeitaktivitäten
Nähe zu Naherholungsräumen
Attraktive Aussenräume
Vielfältiges Angebot an Kultur, Sport und Gastronomie
 
Soziales
Akzeptanz für soziale Diversität
Interesse an Partizipation
Nachbarschaftliches Engagement
Langfristige Beziehungsnetze

Quelle: www.ananas.net

Der zweite Teil dieses Beitrages zeigt, wie das Swissbau Innovation Lab die Arealentwicklung als Ideenlabor nutzt, um die Chancen der Digitalisierung für die Bau- und Immobilienwirtschaft aufzu-zeigen. Präsentiert werden die Lösungsansätze von sechs gewerkeübergreifenden Projektteams im iRoom, dem Erlebnisraum des Swissbau Innovation Lab. Sichern Sie sich noch heute einen Platz für die interaktive iRoom-Präsentation. Alternativ besteht die Möglichkeit, an einer geführten Tour die digitalen Lösungen führender Hersteller zu entdecken. Das Innovation Village des Swissbau Innovation Lab bietet Ihnen an der Messe spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Lösungen. Bereits heute können Sie einen Blick auf diese Digital Use Cases werfen.

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen

 
 

 
Captcha
Datenschutz

Teilen Sie unsere Inhalte mit anderen