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Grosse Chancen für die Architektur dank BIM

Publiziert am 26.09.2017 von Philipp Wieting, Inhaber Werknetz Architektur
Grosse Chancen für die Architektur dank BIM

Meinung Die Digitalisierung bereitet vielen Akteuren in der Bauwirtschaft Kopfzerbrechen. Sie bringt ein nicht unbeträchtliches Mass an Ungewissheit mit, eröffnet jedoch gleichzeitig völlig neue Möglichkeiten für Planung und Umsetzung – gerade für uns Architekten. Als Architekturbüro war es für uns wichtig, diese neuen Wege zu gehen. Heute stehen wir als Pioniere vor ganz neuen Herausforderungen.

Eine Transformation ist stets mit vielen Unbekannten versehen, ruft häufig zuerst Ängste hervor und wird leider zu oft mit Ignoranz angegangen. So auch in der Schweizer Bauwirtschaft. Tatsache ist aber: Die Digitalisierung ist Fakt und schreitet mit grossen Schritten voran. Wer das realisiert, beginnt eine aktive Auseinandersetzung mit den neuen Gegebenheiten und rüstet sich somit für die Zukunft.

In unserem Architekturbüro war der Drang nach ganzheitlicher und integraler Planung bereits seit der Gründung sehr ausgeprägt. BIM gab uns dabei die Möglichkeit, dieses Ziel noch vehementer zu verfolgen. So sind wir der Überzeugung, dass der Einsatz von BIM, ja digitaler Prozesse generell, der Architektur dient. Als elementares Kontrollinstrument überprüfen und erhalten diese Prozesse die architektonische Idee, bis hin zum Bau des Gebäudes.

Entsprechend haben wir vor mehr als zehn Jahren das notwendige Know-how aufgebaut, in die Mitarbeiter investiert und diverse Weiterbildungen und Anlässe im In- und Ausland besucht. Gleichzeitig hatten wir das Glück, mit einem offenen Bauherrn zu arbeiten, der schon innovative und kollaborative Planungsprozesse forderte, bevor BIM überhaupt ein Thema war.

Auch die Herausforderungen verändern sich

Zu Beginn war die grösste Herausforderung, die weiteren Partner – von Bauingenieuren bis zu Haustechnikern – an einen Tisch zu bringen und auch deren Prozesse gemäss BIM zu integrieren. Denn wir mussten sie davon überzeugen, von gewohnten bestehenden, chronologischen Abläufen zu einem integralen und kollaborativen Prozess zu wechseln. Dies konnte nur dank sehr zeitintensiven Treffen, Wissensvermittlung sowie gegenseitigem Vertrauen und Unterstützung gelingen.

Seit ein paar Jahren ist BIM in aller Munde. Für unser Architekturbüro haben sich damit auch die Herausforderungen geändert: Es gilt nun, der Abwanderung von Know-how entgegenzuwirken. Als Vorreiter der Transformation baut man intern Wissen auf, welches bei anderen Büros nicht vorhanden und entsprechend gesucht ist. Dank permanenter Weiterbildung und Investitionen können die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung – und zwar nicht nur von BIM – jedoch weiterhin frühzeitig entdeckt und eingesetzt werden. Und dies sichert den einzigen Weg, Abgänge zu verhindern: die Herausforderung stets neuer spannender Projekte.

Philipp Wieting tritt am Donnerstag, 26. Oktober 2017, im Schweizer BIM Kongress auf und zeigt dort, wie die Digitalisierung die Unternehmenskultur verändert.
Philipp Wieting

Philipp Wieting

Philipp Wieting ist Dipl. Architekt ETH/SIA. 1999 gründete er sein Büro Werknetz Architektur, welches in Zürich Wiedikon eingerichtet ist und BIM seit über 10 Jahren erfolgreich einsetzt. Philipp Wieting gilt als BIM-Pionier in der Schweiz und wurde dafür 2016 mit dem ersten BIM Arc-Award ausgezeichnet. Werknetz Architektur erstellte bereits 2006 das erste Gebäude mittels BIM-Modell. Dank BIM kann die integrale Planung von Bauten neu von Beginn weg durchgedacht und laufend kontrolliert sowie schliesslich die architektonische Idee perfekt umgesetzt werden. Philipp Wieting unterrichtet zudem als Dozent für Innenarchitektur an der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz und arbeitet aktuell am Aufbau eines Lehrgangs für BIM-Konstrukteure mit.

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