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Öl, Kohle und Uran liegen nicht im Trend. Und das ist gut so.

Publiziert am
28.06.2013
von
In einem hat Pierre Bessard in seinem Beitrag vom 25. Juni 2013 Recht: Fossile Energien liegen nicht im Trend. Die globale Zunahme des Anteils fossiler Energieträger am Energie-Mix beweist keineswegs das Gegenteil, sondern einzig die Diskrepanz zwischen Soll und Ist. 

Die Folgerung, dass die fossilen Energieträger den Erneuerbaren überlegen sind, nur weil sie sich von diesen nicht verdrängen liessen, sondern im Gegenteil sogar zulegten, ist zu hinterfragen. Denn man muss genau hinsehen, wo auf der Welt die fossilen Energien gefragt sind: In den Schwellen- und Entwicklungsländern, welche die vermeintlich günstigste Energie brauchen, um ihren Entwicklungsrückstand aufzuholen. 

Und wer aus der Feststellung der Internationalen Energie Agentur «Trotz der Expansion CO2‐armer Energiequellen bleiben fossile Brennstoffe im weltweiten Energiemix vorherrschend ...», folgert, dass dies an deren – ökonomischer – Überlegenheit liege, sollte den Satz zu Ende lesen: «...gefördert durch Subventionen, die sich 2011 auf 523 Milliarden Dollar beliefen, was einem Anstieg um 30% im Vergleich zu 2010 und einem Sechsfachen der Subventionen für erneuerbare Energien entspricht.» 

Aber auch die OECD-Staaten subventionieren die Fossilen kräftig – mit Steuererleichterungen und direkten Zuschüssen – um die Preise tief und den Verbrauch hoch zu halten. Kein gutes Geschäft, wie auch dem zitierten WEF-Bericht zu entnehmen ist. 

In der Schweiz ist insbesondere im Gebäudebereich das Potential zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz besonders gross. 

Doch auch wir gehen nicht davon aus, dass die Fossilen in den nächsten Jahren vollständig ersetzbar sind. Vor allem Erdgas wird bei kleinen und mittleren, dezentralen Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen und als Treibstoff eine Brückenfunktion für die Ablösung von Öl, Kohle und Uran übernehmen. Dabei wird der Anteil CO2-neutraler Brenn- und Treibstoffe (Biogas und Synthetisches Erdgas – Stichwort «Power-to-Gas») laufend steigen.

Statt also dem Beispiel der Entwicklungs- und Schwellenländer zu folgen, sollten wir diese besser mit Know-how und Kapital unterstützen, damit diese unsere Fehler nicht wiederholen. Denn auch für diese Länder sind fossile Energien über kurz oder lang zu teuer. Und für das Weltklima sowieso. 

Dr. Oliver Wimmer ist stellvertretender Geschäftsführer der A EE Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz und in dieser Funktion verantwortlich für Internationale Beziehungen und Projekte. Als Branchendachverband der erneuerbaren und effizienten Energiewirtschaft vertritt die A EE die Belange von Industrie, Gewerbe, Energieversorgungsunternehmen und von Branchenverbänden der erneuerbaren und effizienten Energiewirtschaft. Oliver Wimmer ist zudem Partner der cR Kommunikation AG. Er studierte Wirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Universität St. Gallen.

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