18. – 21. Januar 2022

Swissbau Blog

Zurück zur Übersicht

Fortschritt dank digitalen Prozessen

Publiziert am
15.01.2020
von
Nachgefragt Die Digitalisierung verändert gängige Prozesse und führt eine Fülle an Daten zutage. Darüber, wie wichtig der korrekte Umgang mit dieser Datenvielfalt ist und wie die sich verändernden Prozesse auf die Branche und das Berufsbild der Architekten auswirken, spricht Urs Wiederkehr vom SIA im Interview.


Innovationskraft ist essenziell für die Schweizer Baubranche. Wo sehen Sie vom SIA den grössten Bedarf?
Bauen setzt sich aus Prozessen zusammen, die in Teamarbeit ausgeführt werden. Die strukturierten Resultate aller Arbeitsschritte müssen in Zukunft vermehrt in einem gemeinsamen Netzwerk digital verwaltet werden, sodass sie beim nächsten Prozessschritt, sofern es dieser zulässt, maschinell weiterverarbeitet werden können. Die Innovationskraft leitet sich deshalb aus der konsequenten Anwendung des Prozess- und Datendenkens ab. Gefragt sind dafür zum einen Standards für die Zusammenarbeitsprozesse aller Beteiligten und für die strukturierten Daten, zum anderen die dazugehörigen Umsetzungsmassnahmen für deren Einführung und die Weiterbildung.

Digitale Innovation ist oft mit «Versuch und Irrtum» verbunden. Funktioniert diese Methode auch in der Bau- und Immobilienbranche?
Solange man in der Bau- und Immobilienbranche in der virtuellen Welt mit «Versuch und Irrtum» arbeitet, hat das keinen Einfluss auf die reale Welt. Die Lösungssuche im virtuellen Raum basiert auch in Zukunft auf Versuch und Irrtum. Resultate sind Varianten, die später bezüglich ihrer Eignung zur Erreichung der Projektziele zu bewerten sind. Das Erarbeiten von Varianten ist deshalb so wichtig, weil die optimale Lösung im Voraus nicht bekannt ist. Konsequenter als heute müssen die – digitalen – Planungsprozesse im Konsens zwischen Besteller und Planer abgeschlossen sein, bevor sie in der Realität umgesetzt, das heisst gebaut werden. Die strukturiert und digital vorliegenden Daten ermöglichen Simulationen, Diskussionen und Optimierungen am digitalen Modell. Dieses ist viel anschaulicher als das heute oft ungeordnet vorliegende Meer an Daten.

Wie verändert die digitale Transformation das Berufsbild der Architektinnen und Architekten?
Das Denken in Prozessen ermöglich, konsequenter als heute, diejenigen Arbeitsschritte zu finden, welche menschliche Kreativität brauchen und diejenigen, die aufgrund einer präzisen Definition durch den Menschen vordefiniert und durch die Maschine optimiert, durchgeführt werden können. Das sind oft die unattraktiven, sich wiederholenden und damit fehleranfälligen Routinearbeiten. Das Berufsbild kann an Attraktivität gewinnen, wenn es gelingt, die notwendige Aufteilung gezielt vorzunehmen und diese nicht wie zurzeit dem Zufall zu überlassen. Mehr zum SIA an der Swissbau lesen Sie hier.

Dr. Urs Wiederkehr, dipl. Bau-Ing. ETH/SIA, ist Verantwortlicher für digitale Prozesse der Geschäftsstelle des SIA.

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.
Alle Beiträge des Autors anzeigen
Veröffentlicht unter:
Blog topics
Digitalisierung und Vernetzung
Blog categories
Nachgefragt
Kommentar verfassen
Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.