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Wirtschaftsallianz für einen nachhaltigen Wärme- und Kältesektor

Publiziert am 09.05.2019 von Redaktion Swissbau
Wirtschaftsallianz
Swissbau Die Wärme Initiative Schweiz, ein Projekt der AEE SUISSE und suissetec, ist eine breit abgestützte Allianz aus der Schweizer Energie- Immobilien- und Bauwirtschaft sowie der Wissenschaft, die sich gemeinsam für einen nachhaltigen Wärme- und Kältesektor einsetzt. Die fossile Wärmeversorgung ist ein Auslaufmodell und ist bis 2050 vollständig durch erneuerbare und CO2-neutrale Technologien und Systeme zu ersetzen.

Schweizerinnen und Schweizer heizen zwei Drittel aller Gebäude mit fossilen Systemen. Oft ersetzen sie fossile Systeme wieder durch fossile Systeme. Das hat zum einen mit Informationsmangel auf Seiten der Liegenschaftsbesitzer zu tun. Sie denken, ein erneuerbares System wäre viel teurer. Das hat aber auch mit falschen Rahmenbedingungen zu tun. Die Mitglieder der Wärme Initiative Schweiz (WIS) sind sich einig, dass hier Handlungsbedarf besteht und sich die aktuelle Energie- und Klimapolitik bisher zu wenig auf den Wärme- und Kältesektor fokussiert hat.

Der neuste IPCCC Bericht von Herbst 2018 spricht eine deutliche Sprache: soll die Klimakrise abgewendet werden, müssen die CO2-Emmissionen massiv und schneller als bisher angedacht reduziert werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den beiden Hauptemittenten, dem Verkehr und dem Gebäudepark. Während der Verkehr aktuell heiss diskutiert wird und nicht zuletzt auch dank der Klimajugend weit oben auf der öffentlichen und politischen Agenda steht, ist es bei den Immobilien eher ruhig. Dabei lässt sich gerade in diesem Bereich Grosses bewirken, ist der schweizerische Gebäudepark doch für rund 50% unseres Endenergieverbrauchs verantwortlich. Um den langfristigen energie-, klima- und ressourcenpolitischen Zielen der Schweiz Rechnung zu tragen, muss der Anteil erneuerbarer Energien und die Nutzung von Abwärme im Wärmebereich stark vorangetrieben werden. Heute stammen nur gerade 20% der Wärme aus erneuerbaren Ressourcen und die jährliche Sanierungsrate liegt bei knapp 1 Prozent. Viel zu wenig, vor allem wenn man bedenkt, wie viele erneuerbare Alternativen zur dreckigen Ölheizung heute schon auf dem Markt verfügbar sind.

Die Wärme Initiative Schweiz will das ändern. Die Energie für die Bereitstellung von Wärme und Kälte in Haushalten, Betrieben, öffentlichen Gebäuden sowie der Industrie soll bis 2050 ausschliesslich aus Erneuerbaren Energien sowie Abwärme stammen und CO2-neutral umgewandelt werden. Ausserdem soll der Energiebedarf für Wärme und Kälte durch Effizienzsteigerung in den Bereichen der Gebäudehülle und der Gebäudetechnik um 40% reduziert werden. Ziele, die sich realisieren lassen, weil die für eine Umstellung nötigen Technologien und Systemen heute bereits verfügbar sind. Was es braucht, sind klare Signale und Rahmenbedingungen, die sich an der Energiestrategie 2050 und am Pariser Klimaabkommen orientieren. Fossil betriebene Heizsysteme haben keine Zukunft und müssen schrittweise aus dem Markt genommen werden. Die Wärme Initiative Schweiz will an diese dringend nötige Entwicklung aktiv einen Beitrag leisten. Neben der Marktbearbeitung und Promotion von nachhaltigen Wärme- und Kältetechnologien, wird sich die WIS auch für förderliche politische Rahmenbedingungen einsetzen. Dazu gehören ein griffiges CO2-und Raumplanungsgesetz, die Klärung der Aufgabenverteilung von Bund, Kantonen und Gemeinden im Wärmebereich, aber auch eine konsequente Umsetzung der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn).

Die Wärme Initiative Schweiz ist derzeit daran, eine Roadmap zur Dekarbonisierung (Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien) des Schweizer Wärme- und Kältemarktes zu erstellen. Daraus soll ersichtlich werden, in welchen Regionen, welche erneuerbare Technologien, in welchem Zeitrahmen die alten fossilen Heizsysteme ersetzen können.

Die Studien-Ergebnisse sollen bis zur Swissbau 2020 verfügbar sein und im Swissbau Focus einem breiteren Publikum präsentiert werden.

www.waermeinitiative.ch

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

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Kommentare

  • Paul's gravatar Paul sagte:
    10.05.2019 12:46
    Energiewende 2050
    Wir brauchen nicht nur neue Technik, sondern auch neue gesellschaftliche Regeln und Gesetze. Lieb gewonnene Gewohnheiten und Landschaften verändern sich, und schon jetzt gibt es Gewinner und Verlierer. Die Energiewende kostet etwas und das darf es auch. Wir müssen darüber sprechen, wie viel uns dies wert ist und wie die Kosten auf verschiedene gesellschaftliche Gruppen und über welchen Zeitraum sie verteilt werden sollen. Die gerechte Verteilung von Lasten und Nutzen der Energiewende ist die zentrale Voraussetzung für die weitere gesellschaftliche Akzeptanz. Durch regelmässig- und zeitgemässe Wartungen lässt sich eine Erneuerung von Systemen vorübergehend hinausschieben. Da viele Erneuerungen aber erst im fortgeschrittenen Alter anfallen, kommt der Frage der Finanzierung grosse Bedeutung zu. Mit der Pensionierung wird das Einkommen massiv gekürzt ist, was bei einer Sanierung eine Neubewertung der Hypotheke zur Folge hat. Mit der Machbarkeit Studie und der erhofften Lebensjahren steht oder fällt die Entscheidung für oder gegen eine Ernergiewende, denn auch die neuste Technik in "alter" Hülle hilft da nicht weiter.
    Bei einer Veräusserung fällt der Lage und das Baujahr stärker ins Gewicht, als die zeitgemässe Technik. Die Banken sind also hier gefordert, durch neue Instrumente die Finanzierung schmackhaft zu gestalten.
    Stichwort: Renovationskredit mit attraktiven Zinsen.
  • Baufan's gravatar Baufan sagte:
    15.05.2019 10:17
    Qualitative Sandwich-Wandelemente sowie Dachpaneele haben sehr gute Wärmeschutzeigenschaften und gewährleisten eine effiziente thermische Isolation. Es gibt bereits hochwertige Wandpaneele und Wandelemente die über das Schweizer-Brandschutz -Zertifikat verfügen und sollten auch betrachtet werden, als mögliche mittel die dazu beitragen könnten der Energiebedarf für Wärme und Kälte in den Bereichen der Gebäudehülle und der Gebäudetechnik effizient reduzieren zu können.