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Nachgefragt bei Martin Kaufmann, CEO Meier Tobler

Publiziert am 19.12.2017 von Redaktion Swissbau
Martin Kaufmann
Nachgefragt In unserer Serie «Nachgefragt» erklärt Martin Kaufmann, CEO bei Meier Tobler, warum Kooperation nur als Win-Win-Situation funktionieren kann. Wer die Bedeutung der Digitalisierung unterschätzt, könnte aus seiner Sicht von den Umwälzungen überrollt werden.
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Was heisst für Sie Teamwork? Im Unternehmen und mit Geschäftspartnern?
Wir handeln in unserem Unternehmen alle aus einer gemeinsamen Überzeugung heraus: Wir nutzen die Herausforderungen und Chancen der Zukunft und suchen die Innovation auf den Fundamenten unserer Tradition, Kompetenz und Erfahrung. Wir unterstützen einander und engagieren uns für unsere Kunden. Dabei sind wir stets partnerschaftlich und verbindlich – untereinander und gegenüber unseren Geschäftspartnern. Dadurch machen wir im Auftrag unserer Kundschaft aus kom¬plexen Aufgaben einfache Lösungen.

Wo sollten die Akteure der Baubranche mehr kooperieren?
Für ein Gewerk werden nicht selten an die 15 Offerten von verschiedenen Anbietern erstellt. Dies ist aufwändig und entsprechend teuer, denn unsere Branche ist nur wenig standardisiert. Um als Schweizer Unternehmen mittel- und langfristig kompetitiv zu bleiben, müssen wir solche Prozesse modernisieren. Wir müssen die Schnittstellen zu unseren Kunden automatisieren. Hier bietet die Digitalisierung viel Potential. Denken Sie nur an die Möglichkeiten, die eine moderne e-Commerce Lösung unseren Kunden bietet – etwa das e-Billing.

Mit welchen Branchen, die heute noch nicht relevant für Ihr Unternehmen sind, sehen Sie in den nächsten 10 Jahren eine vermehrte Zusammenarbeit?
Das Haus der Zukunft wird nicht mehr aus einzelnen und unabhängigen Gewerken bestehen. Vielmehr entwickelt sich die Immobilie zu einem System, bei dem die Gewerke integriert werden. Die Steuerung der einzelnen Geräte und Apparaturen muss dann durch eine zentrale Einheit bewerkstelligt werden können. Entsprechend wird sich die HLK-Branche zunehmend mit Fragen rund um die IT und Telematik auseinandersetzen müssen.

Wo liegen die Grenzen einer unternehmens- und branchenübergreifenden Zusammenarbeit?

Die erste Grenze bildet die unternehmerische Zielsetzung jedes Teilnehmers. Wo nicht eine «Win-Win-Situation» entsteht, bei der alle profitieren, wird das Interesse zur Zusammenarbeit gering sein. Die zweite Grenze entsteht aus unklaren Schnittstellen und daraus resultierend unklaren Garantieverpflichtungen gegenüber dem Kunden. Wo Leistungen nicht mehr eindeutig einem Anbieter zugeordnet werden können, wird die Bereitschaft der Marktteilnehmer gering sein, für diese geradezustehen.

Welche Bedeutung messen Sie der Digitalisierung in der Baubranche und in Ihrem Unternehmen bei?

Die Bedeutung der Digitalisierung sollte nicht unterschätzt werden, sie wird auch diese Branche umwälzen. Sie wird unsere Arbeit von der Planung (Stichwort BIM) bis zur Wartung (Stichwort Remote Wartung) prägen.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Grenzen der Digitalisierung in der Baubranche?

Es wird immer den Handwerker brauchen, der die Tätigkeiten bauseits ausführt. Ich freue mich immer sehr, wenn hochwertige handwerkliche Arbeit geschätzt und auch vernünftig entschädigt wird.

Verschärft die Digitalisierung die in- und ausländische Konkurrenz? Mit welchen Strategien begegnen Sie dieser Herausforderung?
Für diejenigen, die mit der Entwicklung der Technologien nicht mithalten können oder wollen, wird sich vieles wohl eher zum Schlechten verändern. Man muss deshalb die Implikationen der Digitalisierung auf das eigene Geschäft erkennen und daraus die richtigen Strategien ableiten können. Die Digitalisierung wird uns noch viele Chancen bieten und auch viele neue und hoch qualifizierte Arbeitsplätze generieren.


Nach seinem Eintritt in die Oertli Service AG im Jahr 1999, war Martin Kaufmann (45) zuerst als Service-Leiter und dann als Geschäftsleiter tätig. Seit der Fusion von Oertli Service, Vescal und AxAir Kobra 2007 führt er die Walter Meier (Klima Schweiz) AG als Geschäftsleiter. Martin Kaufmanns beruflicher Werdegang hat ihn nach der kaufmännischen Grundausbildung und dem Abschluss als Betriebsökonom HWV zuerst als Controller zur Ascom Zelcom AG geführt. Vor seinem Übertritt zur Oertli Service AG stand er als CFO bei der Stäfa Wirz Ventilator AG im Einsatz. Martin Kaufmann wird ab dem 1. Januar 2018 CEO der aus dem Zusammenschluss mit der Tobler Haustechnik AG entstandenen Meier Tobler AG.
Redaktion Swissbau

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