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Digitalisierung – warum eigentlich?

Publiziert am 29.11.2017 von Redaktion Swissbau
digitalisierung
Swissbau Mobilgeräte und BIM sind nur der Anfang: Digitalisierte Geschäftsprozesse bringen Bauunternehmen gesteigerte Effizienz, Kostenvorteile und Qualitätsverbesserungen. Big Data wirkt jedoch oft überwältigend, darum lohnen sich der schrittweise Einstieg und das Sammeln von Erfahrungswerten.

Bei der Digitalisierung müssten wir schon viel weiter sein», zitiert die «TagesWoche» Roger Wehrli, Co-Autor der Studie «Zukunft digitale Schweiz». Was auf die Wirtschaft allgemein zutrifft, gilt für das in vielen Bereichen stark traditionsbehaftete Bauwesen ganz besonders. Zwar dürfte kein Architekt, Bauunternehmer oder Handwerker mehr ohne Computerunterstützung unterwegs sein. Digitalisierung heisst aber weit mehr, als bloss die Rechnungen mit der Business-Software zu erstellen oder für die Zeichnungen ein CAD zu verwenden.

Es geht vielmehr um eine eigentliche «Digitale Transformation», die alle Bereiche des Unternehmens bis hin zur Beziehung mit Partnern erfasst und oft regelrecht umkrempelt – und zwar nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch. Digitalisierung ist somit nicht primär eine Angelegenheit für die IT-Abteilung oder den IT-Partner, sondern sollte strategisch angegangen werden und folgende Elemente umfassen:

  • Geschäftsprozesse werden über die gesamte Wertschöpfungskette «End-to-End» festgelegt und softwaregestützt umgesetzt.
  • Arbeitsabläufe werden modell- beziehungsweise regelbasiert definiert.
  • Eine einheitliche Datenbasis bringt alle Beteiligten auf den gleichen Stand.
  • Zentral für all dies ist die Vernetzung von Systemen, Anwendungen, Mitarbeitenden und Partnern: Sie erleichtert die Kommunikation und die Zusammenarbeit und hilft durch den direkten Informationsaustausch, Fehler zu vermeiden.

Dieses Idealbild wirkt im Ganzen gesehen ziemlich überwältigend. Aber keine Angst: Es muss nicht auf einmal die gesamte Organisation digitalisiert werden. Man kann mit einzelnen Prozessen und Projekten oder Teilprojekten beginnen, damit Erfahrungen sammeln und erst dann weitergehen.

Vorteile der Digitalisierung
Konsequent, aber bedarfsgerecht umgesetzt, bringt Digitalisierung vielfältige Vorteile:

  • Mehr Effizienz durch einfachere, softwareunterstützte und raschere Arbeitsabläufe.
  • Jederzeit Transparenz über den aktuellen Stand aller Projekte.
  • Bessere Qualität durch die einheitliche Datenbasis und wegfallende Medienbrüche.
  • Angenehmeres Arbeiten und zufriedenere Mitarbeitende.

In diversen Branchen wurde dieses Versprechen bereits zur Realität – auch bei manchen, vor allem grösseren Bauunternehmen. Ein klarer Ansporn, die Digitalisierung im Bauwesen jetzt allgemein anzugehen. Auch kleinere Betriebe können profitieren.

In der Baubranche hat sich die Digitalisierung bisher oft unabsichtlich und nicht im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie gewissermassen «eingeschlichen». Mobilgeräte sind weit verbreitet, zum Beispiel beim Ausmessen, bei der Abnahme oder bei der Erfassung von Nachträgen. Moderne Maschinensteuerungen bieten Vernetzungsmöglichkeiten an: So müssen beispielsweise CAD-Daten für den Aushub nicht mehr händisch per USB-Stick zum Bagger gebracht werden, sie kommen automatisch über die Cloud-Plattform des Herstellers zur Baustelle.

BIM und weiter
Oft wird die Digitalisierung durch BIM angestossen. Idealerweise werden dabei die kompletten Projekte in einem Modell zusammengeführt. Aber auch hier gilt: Klein anfangen ist möglich. BIM kann zunächst in Teilbereichen zum Einsatz kommen und bietet auch dann schon deutliche Zeit-, Kosten- und Qualitätsvorteile.

Digitalisierung sollte aber nicht bei BIM haltmachen. Auch die gesamte Administration, die stark auf Beleg- und Genehmigungsläufen fusst, profitiert von digitalisierten Prozessen. Ein Beispiel ist die Rechnungsprüfung. Und wenn Projekt- und Unternehmensdaten aus den unterschiedlichsten Quellen mit Business-Intelligence-Lösungen verknüpft und analysiert werden, ergeben sich aussagekräftige Entscheidungsgrundlagen. Projekte – oder sogar das ganze Unternehmen – können so auf Basis fundierter Erkenntnisse gesteuert und optimiert werden.

Auch an der Swissbau 2018 geht es beim Thema Digitalisierung um weit mehr als nur BIM. Egal, ob in der Halle 1 Nord Rohbau + Gebäudehülle, der Halle 1 Süd Planung, der Halle 2 Innenausbau oder der Halle 3 Gebäudetechnik, für alle Aussteller ist das Thema aktuell.

Wer heute schon wissen will, wie die Digitalisierung die Baubranche in Zukunft verändern wird, sollte sich für den interaktiven Rundgang im iRoom des Swissbau Innovation Lab anmelden. Die Sonderschau für digitale Transformation zeigt auf, wie sich das Bauen über die verschiedenen Lebenszyklusphasen eines Bauwerkes verändern wird.

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

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