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«Nur wenn wir einen Mehrwert bieten, sind wir relevant»

Publiziert am 18.06.2019 von Redaktion Swissbau
Benedikt Koch
Swissbau Im Jahr 2022 wird der Schweizerische Baumeisterverband 125 Jahre alt. Jubiläen sind ein Anlass, um entweder zurück oder nach vorne zu schauen. Der SBV hat sich für eine Vorwärtsstrategie entschieden. Mit dem Projekt «Tour d'horizon», welches an der Swissbau 2020 startet und bis ins Jahr 2022 läuft, wird der Dialog mit der Bevölkerung gesucht. Einblicke und Ausblicke im Interview mit Benedikt Koch.

Benedikt Koch, der Schweizerische Baumeisterverband SBV setzt sich für eine starke Schweizer Bauwirtschaft ein. Was ist Ihre Mission?

«Der Schweizerische Baumeisterverband verpflichtet sich zu einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Schweizer Bauwirtschaft. Er nimmt Einfluss auf die Rahmenbedingungen, fördert das Ansehen der Branche, stellt eine zeitgemässe Bildung sicher und erbringt professionelle Dienstleistungen.» Genau das steht in unserem Leitbild.

Was macht die Relevanz des SBV aus?

Wenn wir für die über 2500 Mitgliedfirmen einen Mehrwert bieten und ihnen bei ihren täglichen unternehmerischen Herausforderungen effizienter helfen können als andere Verbände oder Beratungsfirmen, dann sind wir relevant. Sonst nicht.

Gemäss der SBV-Quartalserhebung 2019 ist das Bauhauptgewerbe mit positiven Vorzeichen ins Jahr gestartet. Können Sie uns ein paar Fakten und Zahlen dazu geben?

Im ersten Quartal 2019 ist der Umsatz im Hochbau gegenüber dem 1. Quartal 2018 um 4.7% auf 2.2 Mrd. CHF gestiegen. Uns hat überrascht, dass der Wohnungsbau so stark ins 2019 gestartet ist. Im Tiefbau hingegen ging die Bautätigkeit auf 1.9 Mrd. CHF zurück (-7.7%). Insgesamt blieb der Umsatz im Bauhauptgewerbe relativ stabil. Auch wenn die Zahlen des ersten Quartals jeweils mit Vorsicht zu geniessen sind, weisen die Auftragseingänge und der Arbeitsvorrat darauf hin, dass sich der Umsatz im Gesamtjahr 2019 auf dem hohen Niveau der beiden Vorjahre halten dürfte.

Welches sind die aktuellen Herausforderungen in der Schweizer Bauwirtschaft?

Im Hochbau ist aufgrund der steigenden Anzahl Leerwohnungen mittelfristig mit einem Rückgang der Bautätigkeit zu rechnen. Ein grosses Potenzial gibt es bei der energetischen Sanierung des Gebäudeparks. Beim Unterhalt und Ausbau der Bahninfrastrukturen und der Nationalstrassen ist die Finanzierung zwar gesichert, doch mangelt es immer mehr an baureifen Projekten. Und dann müssen wir uns intensiv um unseren Berufsnachwuchs kümmern.

Der SBV ist mit dem Projekt «Tour d'horizon» an der Swissbau 2020 präsent. Was spricht für die Swissbau und welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Messeauftritt?

Im Jahr 2022 wird der SBV 125 Jahre alt. Jubiläen sind ein Anlass, um entweder zurück oder nach vorne zu schauen. Wir haben uns für eine Vorwärtsstrategie entschieden. Mit dem Projekt «Tour d'horizon», welches an der Swissbau 2020 startet und bis ins Jahr 2022 läuft, möchten wir mit der Bevölkerung in einen Dialog treten.

Können Sie uns schon etwas über Ihr Konzept verraten?

Der Schweizerische Baumeisterverband sucht den Dialog mit der Öffentlichkeit. Der Bau beschäftigt und betrifft die Menschen in vielen Lebenssituationen. Wir wollen die Bevölkerung mit Fragen konfrontieren, welche für das Leben, das Wohnen, das Arbeiten und das Reisen in der Zukunft von Bedeutung sind. An der Swissbau 2020 lancieren wir diesen Dialog. Im Zentrum steht ein 13 Meter hoher Turm – der «Tour d'horizon». Am besten kommen Sie an die Swissbau und machen vor Ort mit.

Stichwort «Digitalisierung Baumeister 5.0» – wie sieht der digitalisierte Baumeister aus? Gibt es neue Berufsbilder?

Ob es neue Berufsbilder gibt, wird sich zeigen. Im Moment sind wir daran, mit den Unternehmen die künftigen Kompetenzen unserer Berufsleute zu definieren – das reicht vom Baupraktiker, Maurer, Vorarbeiter, Polier und Bauführer bis zum Baumeister. Wer muss im Jahr 2030 über welche Kompetenzen verfügen? Vielleicht gibt es Anforderungen, die wir mit den bestehenden Funktionen nicht abdecken können. Dann müssen wir über neue Berufe im Bauhauptgewerbe nachdenken.

Am 28. Juni findet im Congress Center Basel der Tag der Bauwirtschaft statt. Wen wollen Sie damit ansprechen und was steht auf dem Programm?

Der Tag der Bauwirtschaft hat sich als wichtiger Branchentreffpunkt für alle Akteure der gesamten Baubranche etabliert. Während der Vormittag für die Generalversammlungen des Schweizerischen Baumeisterverbands und der HG Commerciale reserviert ist, steht der Nachmittag ganz im Zeichen des Wahlherbstes 2019. Peter Grünenfelder, Direktor von Avenir Suisse, Diana Gutjahr, Unternehmerin und Nationalrätin SVP, Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes und Nationalrat CVP, Johanna Gapany, FDP-Ständeratskandidatin aus dem Kanton Freiburg, Hans-Peter Wessels, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt sowie weitere Referentinnen und Referenten gewähren spannende Einblicke in die nationale Politik und zeigen, welche Chancen und Risiken diese für die Bauwirtschaft birgt. Kurzentschlossene können sich gerne hier anmelden.

Weitere Informationen:
www.baumeister.ch

Bleiben Sie up-to-date:
www.bauberufe.ch
www.instagram.com/bauberufech
www.youtube.com/c/SchweizerischerBaumeisterverband



Zur Person

Benedikt Koch ist dipl. Ing.-Agr. ETH und seit drei Jahren Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes SBV. Vorher war er als Geschäftsführer bei der Infra Suisse und in verschieden Funktionen bei der Implenia bzw. der Batigroup AG tätig.

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

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