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Findet die Energiewende im Verteilnetz statt?

Publiziert am 14.11.2017 von Redaktion Swissbau
Energieversorgung
Swissbau Das Stimmvolk hat ja gesagt zur Energiestrategie 2050. Die Schweiz wendet sich damit langfristig ab vom Strom aus Kernkraftwerken, hin zu den erneuerbaren Quellen. Doch bis diese die 20 Milliarden Kilowattstunden der AKWs ersetzen können, ist noch von vielen Seiten einiges zu leisten. Mit in der Verantwortung: die Bauindustrie.

Damit die Stromversorgung 2.0, wie sie die Energiestrategie vorsieht, umgesetzt werden kann, muss zum Ersten die Frage der Produktion geklärt werden. Das Potenzial der einheimischen Was-serkraft ist weitgehend ausgeschöpft; der Zubau durch Solar- oder Windkraftanlagen schreitet nicht schnell genug voran, um innerhalb der gesetzten Fristen die nötigen zusätzlichen Gigawatt bereitzustellen. Immerhin: Das Potenzial dieser Energiequellen halten Experten inzwischen für ausreichend, um langfristig die Stromversorgung zu gewährleisten. Gefragt sind also Strategien, mit denen der Ausbau der neuen erneuerbaren Energieträger beschleunigt werden kann. Sei es bei der Gesetzgebung und der Reglementierung, die nach wie vor zu viele unnötige Hindernisse in den Weg stellen. Sei es bei der Finanzierung, wo staatliche oder eidgenössische Hilfen nach wie vor zu kurz greifen und einen Investitionsstau verursachen.

Ein zweites wichtiges Handlungsfeld ist die Speicherung von Strom: Auch wenn eine massive Erhöhung der Produktion durch Sonnen- und Windenergie erreicht wird, fällt dieser Strom unregelmässig an und kann die Bedarfsspitzen nicht abdecken. Damit dann kein Strom importiert werden muss, der womöglich aus Atom- oder Kohlekraftwerken stammt, brauchen wir dezentrale Spei-chermöglichkeiten. So spielen die hauseigene Erdsonde oder die Batterien des Elektroautos in der Garage eine immer wichtigere Rolle, in Verbindung mit einem cleveren, quartierübergreifenden Ma-nagement dieser Anlagen. Auch grössere Stromspeicher sind im Kommen. So bauen zum Beispiel die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich zurzeit eine 7,5 Megawattstunden starke Riesenbatterie auf, welche die Bedarfsspitzen abdecken helfen wird.

Das Verteilnetz im Fokus

Mit der dezentralen Produktion und Zwischenspeicherung steigen auch die Anforderungen ans Stromnetz, das künftig mit vielen kleinen Erzeugern, sogenannten Prosumern, und bidirektionalen Stromflüssen umgehen muss. Die Verteilnetze aber müssen hierfür erst um- oder ausgebaut werden, was die Stromversorger vor einige Herausforderungen stellt. Experten sprechen denn auch davon, dass die Energiewende eigentlich im Verteilnetz stattfindet. Aber auch im Übertragungsnetz sind zahlreiche Ausbauten und Erneuerungen nötig.

Handlungsbedarf besteht auch beim Stromverbrauch. Hier sieht die Energiestrategie bis 2035 eine Reduktion um 13 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2000 vor. In den letzten fünf Jahren ist der Verbrauch aber noch um 5 Prozent gestiegen – erst 2016 konnte erstmals eine Stabilisierung des Stromkonsums vermeldet werden. Indes: Unsere Nachbarn Deutschland und Italien erzielten letztes Jahr einen Rückgang um über 1,5 Prozent.

Die Bauindustrie in der Verantwortung
Um auch in der Schweiz die Absenkziele beim Strom zu erreichen, ist nicht zuletzt die Bauindustrie gefordert. Benötigt werden sparsame, intelligente Häuser, die trotz vielen Neubauten und dem ste-tigen Ausbau der Gebäudetechnik und der Digitalisierung weniger Elektrizität verbrauchen. In diesem Bereich warten die Aussteller der Swissbau 2018 mit einer Reihe von Produktinnovationen oder Weiterentwicklungen auf, welche sich den diversen Anforderungen an die Stromversorgung 2.0 widmen, sei dies in der Regelungs- und Steuerungstechnik, bei Niedertemperatur-Verteilsystemen, bei Beleuchtungs- und Belüftungskonzepten oder in der intelligenten Gebäudeautomation.

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

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