18. – 21. Januar 2022

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Baut die Schweiz bald Hochhäuser aus Holz?

Publiziert am
18.03.2015
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Mit dem Inkrafttreten der neuen Schweizer Brandschutzvorschriften 2015 kann Holz in unserem Land jetzt in allen Gebäudekategorien und Nutzungen angewendet werden. Der nachwachsende Rohstoff aus dem Wald normalisiert sich damit als Baumaterial ohne Sonderregelung. Ein Meilenstein! 

Die neue Freiheit für Holz verdankt sich den guten Erfahrungen der Brandschutzbehörden, aber natürlich auch der mittlerweile erreichten Akzeptanz von Holz im neuen Markt des mehrgeschossigen Bauens, der sich 2005 öffnete. Und am Ende waren zwei Jahrzehnte intensiver Forschung und Entwicklung im Verbund von Holzbranche, Hochschulen und Bund entscheidend, ohne die es nie dazu gekommen wäre, dass Holz diesen Quantensprung geschafft hätte.

Seit 2005 entstehen jedes Jahr Hunderte grosser Wohn-, Büro- oder Schulbauten, oft in gemischten Bauweisen mit Holz. Im Mehrfamilienhausneubau ist der Anteil der baubewilligten Tragkonstruktionen aus Holz steil von praktisch null auf heute fast 7% angestiegen. Der mehrgeschossige Holzbau hat sich damit etabliert.

Neu kann Holz jetzt zum Beispiel auch bei Beherbergungsbetrieben wie Hotels und Altersheimen oder bei Verkaufsgeschäften bis 30 m Gesamthöhe zum Zug kommen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind sogar Hochhäuser mit Holz möglich. Wohnen wir vielleicht bald schon der Einweihung eines ersten Schweizer Holz-Hochhauses bei?

Meine Überzeugung: Nichts ist unmöglich! Denn was andere können, kann die Schweiz als führende Holzbaunation auch. In Mailand stehen bereits heute neungeschossige Holz-Wohntürme. In Schweden werden 13 Geschosse mit Holz angepeilt, in Norwegen steht ein Holz-Wohnhaus mit 14 Geschossen zurzeit im Bau. In Wien ist gar ein Projekt mit 24 Geschossen im Gespräch.

Schauen wir uns noch etwas weiter um: In Vancouver will der Architekt Michael Green Holz über 30 Geschosse hinauftreiben. Und in Chicago ist das Büro Skidmore, Owings and Merrill, kurz SOM, das Hochhausikonen auf der ganzen Welt baut, zum Schluss gekommen, dass ein 42-stöckiges Gebäude mit Holz machbar wäre. Warum sollte das nicht auch Ansporn sein für Holz-Hochhausprojekte in der Schweiz?

Diese Beispiele verdeutlichen bereits eindrücklich, welches Potential im mehrgeschossigen Holzbau steckt. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass in Schweizer Städten wie Zürich, Basel oder Bern in nicht allzu ferner Zeit auch Hochhäuser aus Holz zum Stadtbild gehören werden!

 

Zum Bild:
Viermal neun Geschosse mit Holz: «Via Cenni» in Mailand
Bauherrschaft: Fondo Abitare Sociale, Polaris Investment Italia SGR SPA
Architektur: Prof. Arch. Fabrizio Rossi Prodi, Arch. Simone P. G. Abbado, Arch. Marco Zucconi, Rossiprodi Associati S.R.L.
Tragwerksplanung Struktur Brettsperrholz: Prof. Dr. Andrea Bernasconi, Ing. Cristina Zanini Barzaghi, Ing. Maria Rosaria Pes, Borlini e Zanini SA
Bild: Andrea Bernasconi, Yverdon

Die SVP-Politikerin Sylvia Flückiger (*1952) führt zusammen mit ihrem Mann Hanspeter Flückiger ein Hobelwerk mit Holzhandel in Schöftland. Sie gehört seit 2007 dem Nationalrat an. Die Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbandes ist auch Vorstandsmitglied des Schweizerischen Gewerbeverbandes. Seit 2014 ist sie zudem Präsidentin von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz.
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