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Hightech auf Industriebrachen – jede Arealentwicklung ist anders

Publiziert am 10.01.2020 von Redaktion Swissbau
Arealentwicklung uptown Basel
Swissbau Brachen bieten für die Siedlungsentwicklung grosse Potenziale. Diese nutzt man in Arlesheim und baut ein Kompetenzzentrum für die Industrie 4.0. Der erste Teil dieses zweiteiligen Beitrages widmete sich den Erfolgsfaktoren. Die Arealentwicklung wird aber auch als Ideenlabor genutzt, um die Chancen der Digitalisierung für die Bau- und Immobilienwirtschaft zu zeigen.


Den ersten Teil können Sie hier lesen.

Die sich in den Lebensstilen widerspiegelnden Bedürfnisse sind nicht zu vernachlässigen, wenn brachliegende Areale als Wirtschaftsstandorte neu entwickelt werden sollen. «Eine zentrale Lage im urbanen Umfeld, gute Verkehrsanbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ein positives Gesamtimage zählen zu den Eigenschaften, die revitalisierte Brachen als Arbeitsort attraktiv machen», hält Hans-Jörg Fankhauser, Geschäftsführer von Fankhauser Arealentwicklungen fest. Kombiniert mit zum Beispiel einer sicheren Energieversorgung und einer hohen Dichte an qualifizierten Fachkräften sind ideale Bedingungen für einen modernen Industriestandort gegeben. Die Gesamtheit von positiven Eigenschaften zieht Unternehmen mit hohen Qualitätsstandards in Bezug auf ihre Corporate Identity ebenso wie technologieorientierte Unternehmen mit wissensintensiven Produktionen sowie Dienstleistungsunternehmen mit einem hohen Fachkräfteanteil an.

Über diverse Erfolgseigenschaften verfügt das Schoren-Areal in Arlesheim. Unter dem Namen «uptownBasel» soll 15 Minuten von Basel entfernt bis 2025 ein Kompetenzzentrum für die Industrie 4.0 entstehen. Mit anderen Worten: in Arlesheim soll die Digitalisierung der industriellen Produktion vorangetrieben werden. Damit eng verknüpft sind zum Beispiel das Internet der Dinge, Virtual Reality, Roboter-Technologie oder 3-D-Druck.

Die Grösse des Areals (70‘000 m²) ermöglicht eine ganzheitliche Planung. Für mittlere bis grosse Unternehmen, die im Bereich Industrie 4.0 tätig sind, werden optimale Bedingungen geschaffen. Dazu werden neue Hallen erstellt und bestehende Gebäude umgenutzt. «Das ehemalige Paketzentrum der Post ist eine Halle, die wir selbst so kaum bauen könnten», fasst Hans-Jörg Fankhauser, der für die Entwicklung von uptownBasel verantwortlich zeichnet, die Vorzüge des Bestandsbau zusammen. 16 Meter hoch, ohne störende Stützen und mit einer ausserordentlich hohen Tragkraft des Bodens versehen, bietet die Halle ideale Voraussetzungen für die industrielle, robotergestützte Produktion. 

Das gesamte Kompetenzzentrum wird aus sieben modular aufgebauten Produktionshallen bestehen und durch 35'000 m2 Büroflächen ergänzt werden. «Die Mischung aus Produktion und Büros macht das Projekt ökonomischer», hält Fankhauser fest. Dass das Konzept aufgehen könnte, zeigt die Tatsache, dass für die erste Halle bereits Mieter fest zugesagt hat. Allein der Ankermieter des Gebäudes bringt 350 neue Arbeitsplätze ins Baselbiet.

Ideenentwicklung im virtuellen Raum
«uptownBasel» widmet sich noch in einem anderen Kontext der Zukunft. Die im Rahmen der Swissbau 2020 präsentierte Sonderschau für digitale Transformation, das Swissbau Innovation Lab, nutzt die Arealentwicklung als Ideenlabor. Am Beispiel dieses realen Projektes wird aufgezeigt, welche Chancen aber auch Herausforderungen die Digitalisierung für die Bau- und Immobilienwirtschaft mit sich bringt. «Ich fände es spannend, eine der Lösungen aus dem Swissbau Innovation Lab tatsächlich umzusetzen», fasst Hans-Jörg Fankhauser seine Hoffnungen an die Kooperation zusammen. 

Um auszuloten, welche digitalen Lösungen auf dem Areal in Arlesheim in Frage kommen, arbeiten seit März 2019 fünf gewerkeübergreifende Arbeitsgruppen an digitalen Fallstudien. Diese fokussieren sich auf baurelevante Ansätze, die entlang des Lebenszyklus einer Immobilie zum Einsatz kommen können. 

Themen Swissbau Innovation Lab 
Themencluster und Fokus der Fallstudien: 

  • Intelligente Gebäude – Lösungen zur Erhöhung der Flexibilität, Lebensqualität, Sicherheit & Ressourceneffizienz
  • Energie und Klima – Lösungen zur Senkung des Energieverbrauchs, der CO2-Emissionen und zum Klimaschutz
  • Digitale Services – Dienstleistungsangebote und digitale Services zur Unterstützung von Planung, Bau, Betrieb
  • Mobilität – Lösungen für die energieeffiziente, sichere, emissionsarme, komfortable, kostengünstige Mobilität
  • Zusammenarbeit – Kollaborative Prozesse für effizientere, qualitativ bessere und nachhaltigere Bauobjekte
Quelle: www.swissbau.ch

Gleichzeitig berücksichtigen die entstehenden Digital Use Cases Faktoren, die für die Gebäudenutzer von Bedeutung sind. Neben naturnaher Landschaftsarchitektur stehen bei «uptownBasel» die Nutzung erneuerbarer Energie für die Wärme- und Strombereitstellung, Förderung der Nutzung des öffentlichen Verkehrs, der Elektromobilität als auch des Langsamverkehrs auf der Liste der Anforderungen. Alles Faktoren, die sich imagefördernd auswirken und die individuellen Lebensstile der Arbeitnehmenden berücksichtigen. 

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden an der Swissbau 2020 im iRoom des Swissbau Innovation Labs inszeniert. Die Fachbesucher der Messe können die einzelnen Projekte bewerten und küren so das Gewinnerprojekt. «Durch die Kooperation mit uptownBasel widmet sich das Swissbau Innovation Lab erstmals einer realen Fragestellung», hält Rudolf Pfander, Messeleiter der Swissbau, fest. «Die entworfenen Digital Use Cases sind somit keine theoretischen Denkspiele, sondern müssen der Nutzung in der Realität standhalten», betont Pfander die Bedeutung der Fallstudien für die potenzielle Nutzung auch in anderen Arealentwicklungen.

Sichern Sie sich noch heute einen Platz für die interaktive iRoom-Präsentation. Alternativ besteht die Möglichkeit, an einer geführten Tour die digitalen Lösungen führender Hersteller zu entdecken. 

Das Innovation Village des Swissbau Innovation Lab bietet Ihnen an der Messe spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Lösungen. Bereits heute können Sie einen Blick auf diese Digital Use Cases werfen.
 
Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

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