Blog
Zurück zur Übersicht

Digitalisierung braucht Standards und Zusammenarbeit

Publiziert am 18.06.2019 von Redaktion Swissbau
Digitalisierung braucht Standards
Swissbau Gemeinsam mit verschiedenen Partnern setzt sich die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung CRB intensiv mit der digitalen Transformation der Branche auseinander und entwickelt die heutigen Standards weiter. Der aktuelle Entwicklungsstand wird im Rahmen des Swissbau Innovation Lab an einem simulierten Bauprojekt getestet.


Mit seinem grossen Netzwerk aus Verbänden, Fachleuten und Software-Partnern hat CRB eine ideale Ausgangsposition, um die weitverbreiteten Standards weiterzuentwickeln und BIM-fähig zu machen. Oberstes Ziel ist dabei, dass sie auch in Zukunft zur Rationalisierung und zur besseren Verständigung zwischen Bauherren, Planern, Unternehmern und Zulieferern beitragen.

Mithilfe der Baukostenpläne eBKP soll es in Zukunft möglich sein, Mengen direkt aus dem Modell zu ermitteln. Sie sollen dann die Basis sein für eine elementbasierte Kostenbetrachtung und die anschliessende Ausschreibung.

BIM-kompatible Elemente nach eBKP

CRB ist zusammen mit Fachexperten dabei, einen Regelsatz für die Verbindung der Baukostenpläne Hochbau eBKP-H und Tiefbau eBKP-T mit dem IFC-Datenschema zu entwickeln. Auf dieser Basis soll es zukünftig möglich sein, Mengen und Kosten direkt aus dem CAD-Modell zu ermitteln. Zudem gewährleistet die Anbindung an den IFC-Standard den Datenaustausch zwischen verschiedenen Software-Anwendungen. Sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau ist bereits eine erste Version verfügbar. Sie wird aktuell an verschiedenen BIM-Pilotprojekten zu einer Beta-Version konsolidiert. CAD-Anbieter und CAD-Anwender haben die Möglichkeit, diesen Regelsatz in der Praxis bei Pilotprojekten einzusetzen und zu testen.

Weiterentwicklung des Normpositionen-Katalogs NPK

Bei der konventionellen Anwendung des Normpositionen-Katalogs «übersetzt» der Ausschreiber die Informationen aus Plänen, Listen, Baubeschrieben usw. mittels Leistungsverzeichnis in die Sprache des Unternehmers. Zukünftig sollen die Informationen aus dem Bauwerksmodell zur Ausschreibung verwendet werden. Dazu werden die Informationen aus den bestehenden NPK-Kapiteln extrahiert. Diese Inhalte werden danach – zusammen mit den in den jeweiligen Kapiteln vorhandenen Regeln – mit Bauteilen verknüpft, um sie in einer digitalen Umwelt zu verwenden und Medienbrüche möglichst zu vermeiden.

Maschinenlesbare Bauproduktinformationen

Um eine durchgängige Verbindung von den Elementen im BIM-Modell zur Leistungsbeschreibung nach dem heutigen Normpositionen-Katalog NPK herzustellen, sollen Bauproduktinformationen zukünftig in Form von maschinenlesbaren Produktdatenvorlagen und spezifischen Produktdatenblättern bereitgestellt werden. Dadurch entsteht auch eine fundierte Basis für bauteilorientierte Ausschreibungen. CRB arbeitet zusammen mit einer Fachgruppe aus Architekten, Planern, Gebäudebetreibern und Herstellern an solchen einheitlichen Produktdatensets.

Kennwerte in digitaler Form

Standardisierte Kennwerte bilden die Grundlage einer transparenten und vergleichbaren Kostenermittlung. Um die Anwender bei fehlenden eigenen Kennwerten zu unterstützen und ihnen ein schnelles Auffinden relevanter Kennwerte zu ermöglichen, bietet CRB ab Mitte 2019 auch digitale Kennwerte an. Die auf den etablierten Standards eBKP, BKP und NPK basierenden Daten zu ausgewerteten Projekten werden über eine Webplattform veröffentlicht und schrittweise ausgebaut. Sie enthalten auch interaktive Diagramme, Analysen und Auswertungen.

BIM und Facility Management

Unter dem Themenschwerpunkt BIM und Facility Management stehen ganzheitliche Prozessbetrachtungen – von der Planung über den Bau bis zum Gebäudebetrieb – im Fokus. Ziel ist dabei die Entwicklung neuer unterstützender Arbeitsmittel für einen verlustfreien Informationsfluss von den frühen Planungsphasen bis in die Bewirtschaftungsphase eines Gebäudes. Unter Berücksichtigung der neuen Denk- und Prozessansätze im Zusammenhang mit BIM geht es dabei um Fragestellungen wie digitale Bauwerksdokumentationen oder digitale Gebäudemodelle für die Bewirtschaftung.


Weitere Informationen: www.crb.ch
Den Regelsatz finden Sie unter www.crb.ch/ifc-ebkph und www.crb.ch/ifc-ebkpt



CRB-Standards als Grundlage für die digitale Weiterentwicklung:

CRB Grafik



CRB Signet

CRB Logo


Die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung CRB bietet seit 60 Jahren Dienstleistungen für Baufachleute an. Das Tätigkeitsgebiet von CRB umfasst die Entwicklung, die Bereitstellung und den Vertrieb von Arbeitsmitteln zur rationellen, rechtssicheren Leistungsbeschreibung, für ein effizientes und transparentes Kostenmanagement, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie zur besseren Verständigung zwischen Bauherren, Planern, Unternehmern und Zulieferern.

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen

 
 

 
Captcha
Datenschutz

Kommentare

  • Rico Mantel's gravatar Rico Mantel sagte:
    18.06.2019 16:25
    «Neue Denk- und Prozessansätze im Zusammenhang mit BIM»? Gerne! – Connedo, Connecting the Dots: the Social Network for Smart Objects (SNO).

    IoT – Das Gebäude weiss, es wird umgebaut; es reicht die Baubewilligung ein. Das Stockwerk weiss, neue Mieter ziehen ein; es möbliert sich passend. Die Wärmepumpe weiss, ihr fehlt ein Ersatzteil; sie druckt es. – Für jede Dienstleistung eines BIM-Objekts zahlt ihr Nutzniesser Fr. 10. Zehn Services pro Tag ergeben Fr. 3'000 im Monat; solange das Gebäude lebt. 100 Gebäude generieren 3.6 Mio. Franken pro Jahr. – Im SNO kennen sich die Objekte, kommunizieren und agieren. Das Eco-System enthält hunderte Apps: Reports, Benchmarks, Analysen.

    Innovation – Traditionell stellen Dokumente Objekte dar; smarte Objekte visualisieren sich selber, in Apps. Im Kern (Datenmodell) ist Connedo eine universelle Beschreibungssprache für smarte, vernetzte Objekte. Datenbasis und Datenbearbeitung sind strikt entkoppelt: Objekte registrieren sich, Apps vernetzen sie. Der generische Ansatz ist mit Atommodell und Doppelhelix vergleichbar.

    Standardisierung – Wir erleben interdisziplinäre Lösungen, z.B. in Smart Building, Smart Energy, Smart Maintenance. Unternehmer vermarkten ihre Produkte und Services in einem gemeinsamen Markt; Endkunden bewirtschaften ihre Assets in einem Konto. – Connedo macht die Digitalisierung (be-) greifbar.

    Ziele – Connedo «connectet» BIM- mit FM-Daten intelligent. Die Wertschöpfung liegt in der Vernetzung. Darüber hinaus sind die Daten selber ein Produktionsfaktor, inkl. neuer Geschäftsfelder und Verkaufsmodelle. Erfolgsentscheidend: die verborgenen Zusammenhänge von innen verstehen; und sich gleichzeitig fokussieren auf das Big Picture.

Teilen Sie unsere Inhalte mit anderen