Blog
Zurück zur Übersicht

Robotische Kollaboration im Holzbau

Publiziert am 30.04.2018 von Redaktion Swissbau
Robotische Kollaboration im Holzbau
Swissbau Forschende der ETH Zürich haben ein digitales Holzbauverfahren erstmals von der Forschung in die Praxis überführt. Die von Robotern vorfabrizierten, tragenden Holzmodule kommen im DFAB HOUSE auf dem NEST Gebäude der Empa und Eawag zum Einsatz. Die robotische Präzision hat Vorteile gegenüber der traditionellen Holzrahmenbauweise.


Im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) Digitale Fabrikation haben Forschende der Professur für Architektur und Digitale Fabrikation der ETH Zürich nun ein neues, digitales Holzbauverfahren entwickelt. Spatial Timber Assemblies wurde in enger Zusammenarbeit mit der Erne AG Holzbau entwickelt und wird im DFAB HOUSE auf dem Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Empa und Eawag in Dübendorf erstmals eingesetzt.

Mit robotischer Präzision

In einem ersten Schritt nimmt ein Roboter einen Holzbalken auf und führt ihn einer Säge für den Zuschnitt zu. Nach einem automatisierten Werkzeugwechsel bohrt ein zweiter Roboter die erforderlichen Löcher für die Anschlüsse zu den verbindenden Balken vor. Abschliessend kooperieren die beiden Roboter und ordnen die Balken gemäss Computerentwurf präzise im Raum an. Damit es beim Positionieren der einzelnen Holzbalken nicht zu Kollisionen kommt, haben die Forschenden einen Algorithmus entwickelt, der den Bewegungspfad für die Roboter anhand des Baufortschritts fortlaufend neu berechnet. Handwerker verschrauben die Balken anschliessend manuell.

Im Gegensatz zur traditionellen Holzrahmenbauweise kann bei Spatial Timber Assemblies auf Verstärkungsplatten zur Aussteifung verzichtet werden, denn die erforderliche Steifigkeit und Tragfähigkeit resultiert aus der geometrischen Anordnung. Das spart nicht nur Material, sondern eröffnet auch gestalterisch neue Möglichkeiten. Insgesamt sechs räumliche, geometrisch individuelle Holzmodule werden auf diese Weise erstmals vorfabriziert. Lastwagen bringen sie dann auf die Baustelle des DFAB HOUSE auf dem NEST in Dübendorf, wo sie zu einer doppelstöckigen Wohneinheit mit einer Fläche von mehr als 100 m² zusammengefügt werden. Die komplexe Geometrie des Holzbaus wird dereinst hinter einer lichtdurchlässigen Membranfassade sichtbar bleiben.

Weitere Informationen zum neuen Bauverfahren Spatial Timber Assemblies finden Sie in der offiziellen Medienmitteilung der ETH Zürich und auf der DFAB HOUSE Projektwebsite www.dfabhouse.ch.

Digitale Transformation – Zukunft des Bauens? Diskutieren Sie mit am SATW TecToday vom 28. Juni!

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW lädt Sie gemeinsam mit dem Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein sia und dem Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) Digitale Fabrikation am 28. Juni ab 18.00 Uhr auf dem Campus der Empa in Dübendorf zu einem interessanten Diskussions- und Networking Anlass mit Schweizer Experten rund um das Thema digitale Fabrikation in der Architektur und in der Bauwirtschaft ein. Als Teil des Anlasses bietet die Empa zudem geführte Touren durch das NEST Gebäude an.

Sehen Sie sich jetzt das Online-Programm an und registrieren Sie sich noch heute für den Anlass! Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anzahl der Plätze ist limitiert und die Online-Anmeldung ist obligatorisch.

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen

 
 

 
Captcha