Was ist der aktuelle Stand von Beton heute und was hat sich wirklich verändert?
Ein Baustoff, der die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft beachtet und zudem eine lange Lebensdauer hat, ist nachhaltig. Beton weist diese Eigenschaften auf. In der Schweiz liegt die Recyclingquote für Betonabbruch bereits bei 85 Prozent. Das bedeutet, dass Beton am Ende der Lebensdauer eines Bauwerks mehrfach für neue Bauwerke genutzt werden kann. Auch bei Zementarten, Betonrezepturen und innovativen Herstellungsverfahren wurden erhebliche Fortschritte erzielt, um den Energieverbrauch zu senken und den CO₂-Ausstoss zu minimieren. Diese Entwicklungen zeigen, dass Beton und Zement heute nicht Teil des Problems, sondern ein wichtiger Hebel zur Erreichung der Klimaziele sind. Sie leisten einen messbaren Beitrag durch Wissen, Forschung und die effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Bauherren auf Langlebigkeit und Nutzungsflexibilität achten sollten. Das kann zum Beispiel durch Systemtrennung und flexible Tragstrukturen erreicht werden. Diese ermöglichen auch nach vielen Jahren noch Anpassungen der Raumkonzepte.
Weshalb hat Beton noch immer einen schlechten Ruf und ist diese Wahrnehmung überhaupt gerechtfertigt?
Ich finde, das ist nicht gerechtfertigt. Der Baustoff ist unverzichtbar – sei es für Gebäude, Brücken, Tunnel oder die gesamte Infrastruktur. Seine Eigenschaften, wie eine lange Lebensdauer, hohe Robustheit und Sicherheit sind aussergewöhnlich. Trotzdem wird Beton in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu einseitig als Klimasünder betrachtet. Andere Materialien gelten als ökologischer, doch wer die Fakten betrachtet, stellt fest, dass kein anderer Baustoff Langlebigkeit, Tragfähigkeit und Kreislauffähigkeit in diesem Mass vereint.