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Standpunkt Swissbau 2026

Alles beginnt mit Daten, alles bleibt digital verbunden

Wie verändert Digitalisierung die Bauprozesse? Was leisten BIM und KI? Markus Weber, Co-Programmleiter Digital Construction und sein Team der HSLU zeigen an der Swissbau den Digital Construction Lifecycle.

Hochschule Luzern – Technik & Architektur
6048 Horw, Schweiz

Was passiert mit der Baubranche aktuell in Bezug auf die Digitalisierung?

Die Baubranche befindet sich in einem tiefgreifenden digitalen Wandel: weg von fragmentierten und isolierten Wertschöpfungsbereichen hin zu einer integrierten, durchgängigen Wertschöpfungskette. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein digitale Daten und Technologien, sondern vor allem die Menschen und ihre Zusammenarbeit. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im «Miteinander» statt «Jeder-für-sich».

Wie verändert sich der Prozess vom Entwurf bis zur Produktion und zur Wiederverwendung?

Die einzelnen Stakeholder und damit die gesamte Wertschöpfungskette werden durchgängig über Daten vernetzt – vom Entwerfen, Modellieren und Optimieren über Konstruieren und integrierte Fertigung bis hin zu Betrieb, Unterhalt sowie dem Rückbau und der Rückführung von Bauteilen und Materialien in den Kreislaufprozess. Jeder Stakeholder trägt als integrierter Bestandteil zur gemeinsamen Wertschöpfung bei.

Diagramm des Digital Construction Lifecycle mit acht kreisförmigen Phasen: Entwerfen, Modellieren, Optimieren, Konstruieren (hervorgehoben), Produzieren, Liefern, Montieren, Unterhalten, Rückbauen, Wiederverwenden. HSLU-Logo am unteren Rand.Der Digital Construction Lifecycle umfasst 10 Schritte, vom Entwurf bis zur Wiederverwendung.

Am 23.-26. Januar findet in Basel die Swissbau statt. Weshalb lohnt sich ein Besuch?

An der Swissbau machen wir diese digital basierte, integrative Wertschöpfungskette erlebbar: Aus einem optimierten Modell wird ein präzises Fertigungsmodell. Jeder Schnitt, jede Bohrung und jede Verbindung sind digital definiert. Parametrische Daten steuern die Roboterproduktion. Live auf der Messe entsteht ein individuelles Holzbauteil mit digitaler DNA – die Voraussetzung dafür, dass es später wieder zerlegt und vollständig in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Das ist der Schlüssel für zirkuläres Bauen.

In einem hellen, modernen Labor steht ein großer Glasschrank mit der Aufschrift HSLU Digital Construction, in dem ein Roboterarm Holzgerüste konstruiert. Die Umgebung ist sauber, mit weißen Böden und sichtbaren Deckenrohren.An der Swissbau können Besuchende Ihr individuelles Holzbauteil entwerfen und vom Roboter direkt produzieren lassen.

Welchen Mehrwert bietet BIM?

Mit der Methode BIM (Building Information Modeling) entsteht über alle Projektphasen hinweg ein durchgängiges digitales Informationsmodell. Alle relevanten Daten werden in einem gemeinsamen Kontext bereitgestellt und über den gesamten Lebenszyklus nutzbar gemacht. Damit schafft BIM die Basis für ein ganzheitliches LifeCycle Data Management (LCDM) – vom smarten Gebäudebetrieb über die effiziente Instandhaltung bis zur vorausschauenden Bewirtschaftung und dem geplanten Rückbau. BIM ist die Grundlage für durchgängige Daten, integrierte Zusammenarbeit und lebenszyklusorientiertes Bauen.

Welchen Mehrwert bietet KI?

Das Eine tun, das Andere nicht lassen: BIM schafft die durchgängige Datenbasis über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks. KI nutzt diese Daten, um Zusammenhänge zu erkennen, Prozesse zu optimieren und fundierte Entscheidungen zu unterstützen. So werden Planung, Betrieb und Rückbau effizienter, vorausschauender und nachhaltiger. BIM strukturiert Informationen – KI macht sie intelligent nutzbar.

Wie weit sind die Unternehmen und was sind die grössten Herausforderungen auf dem Weg?

Viele Unternehmen haben das Potenzial digitaler Prozesse erkannt und erste Schritte in Richtung Digitalisierung und Vernetzung gemacht. Allerdings unterscheiden sich die Fortschritte stark im Spektrum: Während einige bereits BIM-Standards im Alltag nutzen, stehen andere noch am Anfang oder kämpfen mit Insellösungen. Die grössten Herausforderungen sind dabei nicht die Technologie an sich, sondern Menschen, Kultur und Organisation: passende Kompetenzen zu entwickeln, Prozesse wirklich zu verändern, Daten über alle Beteiligten hinweg einheitlich zu nutzen und Wertschöpfung partnerschaftlich zu gestalten. Nur wenn Unternehmen Zusammenarbeit neu denken, entsteht der Mehrwert, den eine integrierte digitale Wertschöpfungskette verspricht.

Besuchen Sie die Swissbau und erleben Sie denn Digital Construction Lifecycle vor Ort!

An der Swissbau erleben Sie live die aktuellen Möglichkeiten zur Verbindung der digitalen Planung mit robotischer Fertigung von Holzbauelementen.

Kommen Sie vorbei und lassen Sie Ihr eigens gestaltetes Holzbauelement und direkt von der Robotikanlage produzieren.

⏱️ Swissbau, 20.-24. Januar 26, Messe Basel

📍 Halle 1.1 Swissbau Lab

Gratis-Ticket gibt’s hier

Zum Weiterbildungsangebot in Digital Construction der Hochschule Luzern

Ihre Kontaktperson

M

Markus Weber

Co-Studiengangsleiter und Co-Programmleiter Digital Construction, Hochschule Luzern – Technik & Architektur

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