18. – 21. Januar 2022

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Der Energiewende fehlen Planer - noch?

Experten sind sich einig: Ein Drittel des gesamten Energieverbrauches, der heute durch Gebäude verursacht wird, könnte durch moderne Gebäudetechnik eingespart werden. Völlig unklar ist heute allerdings, wer diese Senkung planen soll.  Der Fachkräftemangel an Gebäudetechnikplanern und Ingenieuren ist derart hoch, dass dies heute ausserhalb des Möglichen erscheint. Wer setzt dieses Ziel um?

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist aus zwei Gründen prekär: Erstens sind erfahrene Berufsleute der Babyboomer-Generation mit Jahrgang 1945 bis 1960 verdientermassen auf dem Weg in den dritten Lebensabschnitt und zweitens ist die Arbeitsbelastung für jeden Einzelnen durch den Fachkräftemangel immens. Die hohe Belastung ohne Aussicht auf Besserung wirkt sich negativ auf die Zufriedenheit aus.

Weiterbildungen, Teilzeitarbeit oder Auszeiten - Angebote, die eine moderne Branche ihrenMitarbeitenden bieten will - sind kaum möglich. Die Folge: Es wird nach Alternativen in anderen Branchen Ausschau gehalten.

Auf der anderen Seite stimmt es mich auch zuversichtlich, wenn ich einen Blick auf die nachkommende Generation werfe. Ich habe den Eindruck,  dass der Anbietermarkt im Bildungswesen immer besser funktioniert. Jugendliche orientieren sich stärker als auch schon an den verfügbaren Angeboten. Der Wettbewerb funktioniert – und das ist gut so. Wir müssen uns als «Branche» nun richtig präsentieren um den Nachwuchs direkt anzusprechen. Diese Chance wird von vielen Verbänden seit einigen Jahren konsequent und erfolgreich wahrgenommen und genutzt. Ein Beispiel liefert die suissetec-Plattform www.toplehrstellen.ch und «Wir die Gebäudetechniker». Mit dem Slogan «Unsere Lernenden rocken – damit auch Du bald rockst», verleiht die suissetec dem Gebäudetechniker ein neues Image und begleitet diese Kampagne zielgruppengerecht unter anderem mit Auftritten auf dem Jugendsender joiz.tv und einer Facebook-Plattform.

Wir, die Gebäudetechniker

Ausbildung ist ein Markt, dessen Nachfrage wir kreiert haben. Nun müssen wir auch die Ausbildungsplätze bereitstellen, damit in einigen Jahren Planer und Ingenieure das Steuer zugunsten der Energiewende herumreissen. Erste Erfolge stellen sich bereits ein: Zu unserer grossen Freude haben wir auf eine Lehrstelle als Lüftungsplanerin für den Sommer 2014 in Zürich 25 Bewerbungen erhalten. 

Magnus Willers, M.A. HSG, ist Mitinhaber der Jobst Willers Engineering AG, einem Ingenieurunternehmen für Energie und Automation in Rheinfelden, Bern und Zürich. Er engagiert sich nebenamtlich als Geschäftsstelle der Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände (KGTV) und setzt sich für zusätzliche Ausbildungsangebote für Planer und Ingenieure der Gebäudetechnik ein.

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