18. – 21. Januar 2022

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Solarbranche fordert 20% Solarstrom bis 2025

In den aktuellen Diskussionen um Atomausstiegsszenarien wird die Photovoltaik immer erwähnt. Man attestiert ihr endlich eine massgebliche Bedeutung in der zukünftigen Stromversorgung, doch die zugrunde gelegten Potenziale sind in den meisten Fällen immer noch zu konservativ.

Bereits 2025, also nach Wegfall ungefähr der Hälfte der heutigen AKW-Leistung, könnte Solarstrom 20 Prozent des heutigen Strombedarfs abdecken.

Rund 200 km2 bestens geeignete Dach- und Fassadenflächen auf unseren Gebäuden warten darauf, für die Solarenergienutzung eingesetzt zu werden. Weitere Potenziale gibt es beispielsweise auf Lärmschutzwänden oder Lawinenverbauungen. Für die Produktion von 12‘000 GWh (ein Fünftel des heutigen Stromverbrauchs) genügen gerade mal 90 km2. Ein durchschnittlicher jährlicher Zubau auf einer Fläche von 6 km2 genügt, um das Ziel bis 2025 zu erreichen. Und das Gute daran ist: Jährlich nimmt die Gebäudefläche um etwa 3 km2 zu – die Installation von Solaranlagen auf Neubauten ist besonders effizient! Die Berechnungen zeigen, dass bis 2050 sogar noch deutlich mehr Solarstrom möglich ist, ohne dass dabei Anlagen auf der grünen Wiese erstellt werden müssen.

Die Preise für Photovoltaik-Anlagen sinken weiterhin rasant: Allein im laufenden Jahr dürften die Preise um über 30% sinken. Ganz im Gegensatz zu den steigenden Strompreisen ab Steckdose. Dies führt dazu, dass die Mehrkosten für Solarstrom laufend sinken. Der Aufbau einer Produktionskapazität für 12‘000 GWh Solarstrom könnte deshalb mit dem bestehenden Instrument der kostendeckenden Einspeisevergütung finanziert werden, wobei der Aufschlag pro Kilowattstunde konsumierten Stroms temporär auf maximal 2.8 Rp. steigen würde – pro Durchschnittshaushalt sind das weniger als 10 Franken pro Monat. Die so erstellten Anlagen produzieren anschliessend während über 30 Jahren praktisch kostenlos Strom! Danach können die Module - anders als dies Frau Winkler in ihrem Beitrag vom 14. Oktober beschreibt - problemlos dem Recycling zugeführt werden, denn sie bestehen fast ausschliesslich aus Glas. Spezifische Verfahren zur Wiederverwertung des ebenfalls enthaltenen und völlig unschädlichen Siliziums sind zudem in Entwicklung.

David Stickelberger, studierter Geograph mit absolviertem Nachdiplomstudium in Umweltlehre, ist Geschäftsleiter von Swissolar, dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie. Vor seiner aktuellen Tätigkeit arbeitete er von 1993 bis 1998 bei Greenpeace Schweiz als Leiter der Kampagne Klima und Energie, sowie von 1998 bis 2007 als Co-Geschäftsführer von AEE (Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz).

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