18. – 21. Januar 2022

Swissbau Blog

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Wie kann dem Thema Nachhaltigkeit im Architekturstudium mehr Gewicht verliehen werden?

Studiert man an der ETH Zürich Architektur wird einem schnell bewusst, dass die Schule den Fokus auf den Entwurf legt. Ergänzend dazu, und gegen Ende des Semesters oft völlig vernachlässigt, finden Vorlesungen zu verschiedenen Themenbereichen statt. 

Sind die zu belegenden Fächer im Bachelor Studium noch grösstenteils vorgegeben, kann man sein theoretisches Wissen im Master je nach Interesse vertiefen. Das Angebot im Bereich Nachhaltigkeit hält sich allerdings in Grenzen. Die Frage ist jedoch, wie nachhaltiges Bauen gelehrt werden kann? Denn unbestritten ist «Nachhaltigkeit» ein nur schwer zu fassender Begriff, der sehr viele verschiedene Aspekte und Definitionen beinhaltet. Das Thema fängt bei der Stadtplanung an und endet im kleinsten Detail des Bereiches Bauphysik, wo sich nur noch die spezialisierten Fachplaner auskennen. Somit kann ein Projekt bezüglich raumplanerischen Aspekten sehr gut durchdacht sein, jedoch energietechnisch völlig enttäuschen. Nicht zuletzt wird das Thema kontrovers diskutiert, was selbst an der ETH intern zu unterschiedlichen Meinungen und Ansichten führt.

Ich sehe Podiumsdiskussionen als eine gute Möglichkeit den Studenten das Thema der Nachhaltigkeit auf allen Ebenen und in seiner ganzen Komplexität näher zu bringen.

In einem Diskurs, bei dem unterschiedliche Auffassungen von Fachleuten dargestellt und verglichen werden können, werden die Studenten zum Nachdenken animiert, und sie lernen auch die Wiedersprüche kennen, die zum Teil vorherrschen. Das Thema im wichtigsten und grössten Teil des Studiums, dem Semester-Entwurf, zu integrieren, sehe ich jedoch als eher schwierig, nicht zuletzt weil die ETH Zürich den Fokus im Entwurf auf das gestalterische Konzept und den Ausdruck legt und daher gewisse Aspekte, die in der späteren Berufstätigkeit durchaus relevant sind, ausgeblendet werden. Die Initiative, das Thema der Nachhaltigkeit im Architekturstudium zu integrieren, sollte also von den verschiedenen Interessensgruppen ausgehen und koordiniert von einem Partner wie der Swissbau in Zusammenarbeit mit der Hochschule umgesetzt werden.

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