18. – 21. Januar 2022

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CO₂-neutralem Beton gehört die Zukunft

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 Wird gebaut, kommt weltweit bei fast allen Neubauten Beton zum Einsatz. Kein Wunder, zählt der für die Herstellung benötigte Zement zu den meistverkauften Werkstoffen der Welt. Bei dessen Produktion fallen jedoch CO2-Emissionen an. Um das nachhaltige und zirkuläre Bauen zu fördern, forschen Unternehmen wie Holcim an kohlenstoffarmen Alternativen. (Bild: Linsi Vogel)


Technisch betrachtet ist Beton ein Tausendsassa: Er ist im Verarbeitungszustand giessbar, kann sich jeder beliebigen Form anpassen und nimmt ausgetrocknet Druck sehr gut auf. Für die Schaffung fugenloser monolithischer Strukturen bis hin zum kompletten Bauwerk ist Beton daher der ideale Baustoff. Die Produktion von Beton bzw. dem dafür notwendigen Zement ist mit hohen CO2-Emissionen verbunden. Will man diese reduzieren, gibt es verschiedene Optionen: die grundsätzliche Reduktion des Zementverbrauchs, die Senkung des Zementklinkeranteils, der Einsatz von alternativen Brennstoffen oder die Weiterverarbeitung sowie Speicherung von CO2. Um das nachhaltige Bauen zu fördern, forschen zum Beispiel die ETH Zürich, die Empa und Hersteller wie Holcim an der Weiterentwicklung von kohlenstoffarmen Produkten und Herstellungsprozessen.

Neue Wege gehen

«Wir verfolgen ein Geschäftsmodell, das auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtet ist und investieren etwa in Verfahren für die Abfallverwertung sowie in innovative Produkte. Unser Ziel ist es, unseren Kunden klimaneutrales und vollständig rezyklierbares Baumaterial anzubieten», beschreibt Simon Kronenberg, CEO von Holcim Schweiz, die Strategie des Unternehmens. Dieses Engagement wird auch vom weltweit tätigen Konzern Holcim Ltd. unterstützt, dem Holcim Schweiz angegliedert ist: 2020 hat er sich der «Business Ambition for 1,5°C» angeschlossen und branchenführende Klimaziele für 2030 festgelegt, die von der Science-Based Targets Initiative (SBTi) validiert wurden.

Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt Holcim einen Massnahmen-Fahrplan zur CO2-Reduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette, das heisst von der Rohmaterialgewinnung über die Produktion bis hin zur Entwicklung und Anwendung von Produkten. So hat Holcim zum Beispiel als erster Baustoffhersteller in der Schweiz vollelektrische Betonfahrmischer im Einsatz und brachte mit dem Produkt „Susteno“ den ersten ressourcenschonenden Zement auf den Markt, der den Baustoffkreislauf durch den Einsatz von Mischabbruchgranulat aus rückgebauten Gebäuden vollständig schliesst und die CO2-Emissionen gegenüber einem bereits optimierten Schweizer Zement um 10% reduziert.

Zudem arbeitet Holcim mit Schweizer Start-ups zusammen, die mit innovativen Technologien das nachhaltige Bauen vorantreiben. Das Fribourger Unternehmen Mobbot entwickelte ein 3D Spritzbetondruck-Verfahren für den Infrastrukturbau. Diese Technologie erlaubt es, Betonstrukturen ohne Schalungen direkt vor Ort zu produzieren. In Bezug auf das Fertigungsmaterial ist es das gemeinsame Ziel von Holcim und Mobbot, eine Betonrezeptur zu entwickeln, die einen möglichst hohen Anteil an Recyclingmaterial erlaubt.

Mit einem gemeinsamen Materialtestprogramm mit dem Berner Unternehmen neustark werden die Optionen zur Verwertung und Speicherung von CO2 überprüft. Hierfür arbeitet das Spin-off der ETH Zürich mit einer Technologie, um CO2 aus der Atmosphäre dauerhaft in Recyclingbeton zu speichern. neustark analysiert in diesem Zusammenhang das CO2-Umwandlungspotenzial des von Holcim rezyklierten Abbruchmaterials, während Holcim die Umweltbilanz als auch die Eigenschaften ihres Betons maximiert.

Als Pilotstandort für ein Projekt zur Dekarbonisierung von Produktionsanlagen dient ein Holcim Betonwerk. Das Tessiner Unternehmen HeatNeutral hat eine CO2-neutrale Brennertechnologie entwickelt, die bei gleicher Leistung weniger Brennstoff als herkömmliche Systeme benötigt und auch mit CO2-neutralen Brennstoffen befeuert werden kann. Dabei sind die Schadstoffemissionen im Vergleich zu anderen Brennertechnolgien fast inexistent.

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