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Denkraum für Baukultur, Basel – eine Stadt im trinationalen Raum

Publiziert am 14.01.2016 von Redaktion Swissbau
Denkraum für Baukultur Basel - eine Stadt im trinationalen Raum

Eventreport 14. Januar 2016, 11.15 - 12.45, Veranstalter: espazium / Architektur Dialoge Basel. Die Vielfalt der Stadt Basel drückt sich auch in ihrem stetigen Streben nach Fortschritt aus. In den Bereichen Infrastrukturbau, Stadtplanung und Architektur wird emsig an der Umsetzung verschiedener Projekte gearbeitet. Damit wird auch der übliche Rahmen helvetischen Masstabes bei Weitem überschreitet. «Denkraum für Baukultur, Basel - eine Stadt im trinationalen Raum» bietet einen umfassenden Überblick.  

Bild: Judit Solt, Monica Linder-Guarnaccia, Beat Aeberhard (v.l.n.r)

Die Vielfalt des trinationalen Raums Basel ist auch im emsigen Streben nach Fortschritt erkennbar. In Stadtplanung, Infrastrukturbau und Architektur werden prägnante Akzente zur Entwicklung dieses Gebietes gesetzt. In «Denkraum für Baukultur, Basel - eine Stadt im trinationalen Raum» erhielt das Publikum einen umfassenden Überblick zu aktuellen Realisierungen. Zudem wurden das zukünftige Wachstum von Basel und die damit verbundenen politischen sowie kulturellen Hürden von den Beteiligten beleuchtet. 

Basel ist in stetigem Wandel. Wichtige Projekte wie der Güterkorridor 1/A, die Rheinhäfen, die Osttangente, das Herzstück Regio-S-Bahn sowie die Tramlinien 3 und 8 tragen zur Entwickelung der Region bei. Die Kooperationsveranstaltung von espazium und Architektur Dialoge Basel informierte zunächst in der Person von Dr. Beat von Wartburg, dem Direktor der Christoph Merian Stiftung, über die allgemeinen Gegebenheiten der europäischen Metropolitanregion Basel. Dabei zeichnete er die wichtigsten geschichtlichen Eckpunkte von Basel nach, unter anderem die Entwicklung des Novartis-Campus und die des Euro-Airports. Die 1503 der Schweizerischen Eidgenossenschaft beigetretene Stadt profitierte um 1800 von einer überwiegend freien Ortsbewegung der Menschen, wodurch man nur von elsässischen und badischen Nachbarn sprach. Zudem setzte sich Dr. Beat von Wartburg mit der Frage auseinander, ob Basel noch als Region oder bereits als Zentrumsinsel zu kategorisieren sei: «So wie das Umland das Zentrum braucht, ist das Zentrum auch vom Umland abhängig.» 

Umnutzung von Industriegebieten birgt grosses Potenzial 

Giorgio Lüthi, Gemeindepräsident von Münchenstein, sprach anschliessend über die Zusammenarbeit auf dem Dreispitz-Areal, das noch vor 100 Jahren als Materiallagerplatz genutzt wurde. In einigen Monaten soll zudem der Umbau des Transitlagers fertiggestellt werden, das in ein Gebäude mit Ateliers, Büros und Geschäften umgewandelt wird. «Die Leerstandsquote der Wohnungen in Münchenstein beträgt aktuell 0,2 Prozent. Experten würden hier von einer Wohnungsnot sprechen. Daher ist die Entwicklung des Dreispitz-Areals von enormer Bedeutung», fasste Lüthi die aktuelle Lage zusammen und ergänzte: «Das Dreispitz ist ein 500'000 Quadratmeter grosses Labyrinth, verteilt je zur Hälfte auf Basel-Stadt und die Gemeinde Münchenstein». Laut Lüthi möchte man neuen Wohnraum ohne Gewerbeverdrängung und Nutzungskonflikte generieren. Im Norden soll das Gundeli das Dreispitz erweitern. «Dringend benötigter Wohnraum wird zukünftig unter anderem durch weitere Umnutzungen von Industriegebieten entstehen», erklärt Lütt. 

IBA 2020 verfolgt gesamtheitliche Betrachtung 

Neben den beiden Referenten komplettierten Monica Linder-Guarnaccia, Direktorin der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 (IBA Basel 2020), und Beat Aeberhard, Kantonsbaumeister von Basel-Stadt, die anschliessende Podiumsdiskussion, die von Judit Solt, Chefredaktorin von TEC21, moderiert wurde. «Die IBA verfolgt keine Einzelinteressen, sondern nimmt eine gesamtheitliche Betrachtung vor. Die Pilotprojekte fördern zudem das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gesellschaft und dies ganz ohne Verlust der einzelnen Identitäten», beschreibt Linder-Guarnaccia das Vorgehen der IBA Basel 2020. 

Optimaler Infrastrukturbau als Grundlage 

Aeberhard lobte den Charakter der Region, die sich seiner Meinung nach durch eine hohe Offenheit, besonders auch im Umgang mit räumlichen sowie finanziellen Problemen, auszeichnet. Das Dreispitz bezeichnete er als Herzstück, von dem Stadt und Region profitieren werden. Alle Beteiligten waren sich einig, dass eine optimale Infrastruktur für die Entwicklung eines Gebietes grundlegend ist. «Der Ausbau des Hafens ist auch von nationalem Interesse. Die Zufahrt zum Gotthard ist daher auch für Deutschland von enormer Bedeutung», knüpfte Aeberhard hinsichtlich der Infrastruktur an. «Gleichzeitig muss jedoch auch die detaillierte Planung des Areals erfolgen», gab die Direktorin der IBA Basel 2020 zu bedenken und verwies zudem auf andere Herausforderungen: «Auch kulturelle Hürden sind in einem Entwicklungsprozess zu überwinden. Ein «Ja» könne beispielsweise Ausdruck des Verstehens sowie des Einverständnisses sein». «Zukünftig werden auch grundlegende Faktoren auf dem Prüfstand stehen», meinte Aeberhard und knüpfte damit an einen Gedanken Lüthis zur zeit- sowie kostenintensiven Regeldichte an: «Aktuell haben wir eine hohe Regeldichte erreicht, die an Grenzen stösst. Diese müssen wir zur optimalen Entwicklung eines Projektes kritisch hinterfragen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass die Einsicht in diese Richtung wächst». 

«Gemeinsam über Grenzen wachsen»

Der trinationale Raum Basel befindet sich in einer Hochphase der Entwicklung. Auch zukünftig wird es hier ausreichendes Potenzial für gravierende qualitative Veränderungen geben. Die IBA Basel 2020 leistet dazu als Projekt einen wichtigen Beitrag. Ihr Motto «Gemeinsam über Grenzen wachsen» formuliert zugleich die hohen Ansprüche für die Zukunft. Die Hürden des grenzübergreifenden Zusammenwirkens in dem Projekt bilden eine nützliche Grundlage für zukünftige Prozesse. Vor allem die Erarbeitung einer sinnvollen Infrastruktur und Entwicklungshotspots wie der Roche-Campus, das Lysbüchel oder aber das bereits genannte Dreispitz-Areal werden in Zukunft zu den Herausforderungen der Region gehören.  

Hier finden Sie alle Präsentationen des Tages zum Download.

Weiteres Bildmaterial steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Beat Aeberhard, Kantonsbaumeister Basel-Stadt
Beat von Wartburg, Direktor Christoph Merian Stiftung CMS
Giorgio Lüthi, Gemeindepräsident Münchenstein
Monica Linder-Guarnaccia, Direktorin IBA Basel

Veranstalter

espazium

Architektur Dialoge Basel

Impressum

Text: Morris Breunig, Faktor Journalisten 
Interviews: Peter Basler
Kamera und Schnitt: Adrian Baumann, TVision
Fotografie: Aissa Tripodi, Swissbau
Konzept und Koordination: IEU Kommunikation AG

Redaktion Swissbau

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