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Ästhetische Nutzung der Windenergie im urbanen Raum

Publiziert am 11.02.2014 von Sven Koehler, Gründer ANERDGY AG
WindRail

Meinung Ästhetik und Natur sind wichtige Schweizer Werte. Doch wie passt dies mit regenerativer Energienutzung zusammen? Die Möglichkeiten hierzu sind noch lange nicht ausgeschöpft. 

Windparks, Solarparks? In der Schweiz sieht man solche Kraftwerke mit regenerativen Energiequellen kaum. Viele wollen eine naturnahe ländliche Schweiz ohne störende Installationen. Wir schätzen es, in deren Mitte zu wohnen oder diese zumindest am Wochenende besuchen zu können. Die Schweiz ist in vieler und auch meinem Herzen immer noch stark mit Bergen und Natur verbunden und wird trotzdem immer mehr zugebaut. Umso verständlicher ist es, diese Refugien intakter Natur beschützen zu wollen.

Windparks, Solarparks aber auch neue Staudämme haben in diesem Sinne immer schlechte Karten. Denn Sie verletzen die Natur und damit unsere Ästhetik. Also – Hände weg von den noch intakten Naturräumen.

Doch was für die ländliche Schweiz gilt, ist in der Agglomeration und den Städten schon längst verschwunden. Schönheit ist Funktionalität, der Bebauungsziffer und dem Arealbonus gewichen. Hier gilt es, gute funktionale Bauten und Infrastruktur möglichst ästhetisch und umweltfreundlich zu erstellen.

Oft genug gelingt das aber nur teilweise. Die effiziente Nutzung der natürlich vorhandenen Energiequellen am Gebäude - Sonne, Wind und Erdwärme - ist noch keine Selbstverständlichkeit. Neue Möglichkeiten der ästhetischen Integration versprechen designvariable Produkte.

Beispiele dazu sind kolorierte Solarpanels und gebogene Fassadenelemente mit Solarpanels. Ausserdem wird zur Zeit ein «WindRail» genanntes System getestet, welches die Nutzung der Sonnen- und Windenergie vereint. Der Prototyp steht seit Dezember in Marthalen (ZH). «WindRail» wird auf dem Dach des Gebäudes als umlaufendes System platziert (siehe Bild). Dabei ist der sichtbare Teil frei gestaltbar - von der Farbgebung über das Lining bis hin zur Beleuchtung und Nutzung als Werbefläche.

Stellen Sie sich vor, jedes Gebäude würde einen Teil seines Energie- und insbesondere des Strombedarfs selbst erzeugen und diesen effizient einsetzen. Wäre die Diskussion um neue Kraftwerkparks nicht viel weniger nötig?

Der Schlüssel zur erfolgreichen Energiestrategie sind unsere Gebäude. Ästhetik, Natur und erneuerbare Energien können dabei ein magisches Dreieck bilden und erfolgreiche Werte der Schweiz weiter stärken – es liegt auch in Ihren Händen.

Sven Koehler

Sven Koehler

Dipl.-Ing. EMBA HSG Sven Koehler gründete 2012 die Firma ANERDGY um mit neuen Produkten die Nutzung von regenerativen Energiequellen – Wind, Druckunterschiede und Sonneneinstrahlung – zu Stromerzeugung an Gebäuden nutzbar zu machen.  Davor arbeitete er 10 Jahre für einen Hersteller von Grosskraftwerksanlagen und war bis 2013 Präsident einer Baugenossenschaft.

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