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Entwurfskritik Solar Decathlon der Hochschule Luzern - Technik & Architektur

Publiziert am 23.01.2014 von Redaktion Swissbau
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Eventreport - Entwurfskritik Solar Decathlon der Hochschule Luzern - Technik & Architektur, 23. Januar 2014, 13.00-18.00 Uhr, Messe Basel

Beim Architektur- und Technikwettbewerb Solar Decathlon Europe treffen im Zwei-Jahres-Rhythmus Studierendenteams auf der Suche nach dem innovativsten Solarhaus aufeinander. Im Juni kämpft das «Team Lucerne – Suisse» der Hochschule Luzern in Versailles gegen 19 Konkurrenten. Vorweg präsentierten die Beteiligten im Rahmen der Swissbau ihre innovative Lösung.

Solarhäuser besitzen das Potenzial hohe architektonische, gestalterische und technische Komponenten in sich zu vereinen. Der im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Architektur- und Technikwettbewerb Solar Decathlon Europe stellt diese Aufgabe an 20 teilnehmende Studierendenteams. Als Vertreter aus der Schweiz präsentierte das «Team Lucerne – Suisse» einen innovativen Pavillon, um im Juni in Versailles zu bestehen.

Hanspeter Bürgi, dipl. Architekt ETH SIA FSU, Professor für Entwurf und Konstruktion an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur und Partner bei Bürgi Schärer Architektur und Planung in Bern – ist Leiter des Atelier Solar Decathlon und führte durch die Veranstaltung. Die Abteilung Technik und Architektur der Hochschule Luzern hat sich als einzige Schweizer Institution für den Solar Decathlon Europe im Juni 2014 qualifiziert und tritt gegen 19 interdisziplinäre Studierendenteams an.

Plattform der Genossenschaft als Grundgedanke

Der Entwurf des Solarhauses erfolgte im engen Zusammenwirken von Architektur, Gebäudetechnik, Innenarchitektur und Informatik. Mit dem Abschluss der Ausführungsplanung und kurz vor der Realisierung und Optimierung des Projektes erfolgte bereits eine interne Entwurfskritik. Im Rahmen der Swissbau wurde das Projekt von den Studierenden und Hanspeter Bürgi präsentiert. 

Das Projekt sieht die Reduzierung des Flächenanteils auf 35 Quadratmeter pro Person vor. Die Genossenschaft mit einer starken Verankerung in der Schweiz dient diesbezüglich als Plattform. Drei entwickelte Wohnformen – my room, our room und your room – folgen dem Prinzip des Teilens (Sharing-Prinzip), flexibler Nutzung von Wohnräumen und erzeugen so einen Mehrwert an Effizienz. Zwischen den Wohnformen kommuniziert die Fläche «space+» und wird deshalb als Herzstück des Projektes betrachtet. Als Nutzer sollen alle Altersgruppen angesprochen werden. Die Projekte «Kraftwerk» und «Kalkbreite» wurden von den Studierenden als bereits realisierte und funktionierende Beispiele ihrer Vision genannt. Gastkritikerin Marianne Zünd formulierte ihre Zweifel auch stellvertretend für das Publikum: «Mir ist noch nicht eindeutig klar, welcher konkrete Nutzen sich für den Bewohner ergibt und welches Ausmass die Kosten annehmen.»

Umsetzung in Versailles

Im Veranstaltungsteil «your+ Bauen», «your+ Nutzen» und «your+ Zeigen» verdeutlichten die Beteiligten ihre Vorstellungen zur Umsetzung ihrer Idee in Versailles. Das Modell soll als erweiterbarer Prototyp und nicht als abgeschlossenes System ausgearbeitet werden. Die unterschiedlichen Wohnformen sollen mit differenzierter Farbgebung gekennzeichnet sein. Photovoltaik auf dem Dach offenbart die Erzeugung elektrischer Energie. Das Projekt sieht ein intelligentes, aber einfach bedienbares Automatisierungskonzept vor, welches Informationen und Hilfestellungen zum Verbrauch an den Nutzer liefert. Laut den Berechnungen erzeugt das Gebäude über das Jahr mehr Energie als es verbraucht. Hanspeter Bürgi sieht die Umsetzung des Modells als Herausforderung: «Wir haben ein sehr aufgeladenes Projekt, wobei uns das Thema der Darstellung stets beschäftigt.» Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Ansätze von Architektur, Gebäudetechnik, Innenarchitektur und Informatik wurde vom Publikum als äusserst positiv eingeschätzt. In den nächsten Monaten erfolgt die Realisierung und weitere Optimierung des Projektes. 

Der Erfolg beim Solar Decathlon Europe 2014 wird davon abhängen, ob es dem «Team Lucerne – Suisse» der Hochschule Luzern gelingt, die Hilfestellungen dieser Veranstaltung in das Projekt zu integrieren und das grundlegende Konzept an Besuchende und Juroren zu vermitteln. Sowohl Publikum als auch Experten waren sich einig: Die grösste Herausforderung besteht in der Verdeutlichung des Sharing-Gedankens. Architekt und Gastkritiker Raphael Frei fasste abschliessend zusammen: «Als Repräsentant der Schweizer Baukultur, welche stets ein hohes Niveau besitzt, entsteht eine hohe Verantwortung. Die grosse Herausforderung war der generalistische Ansatz – das Herunterbrechen des Grossen auf das Kleine – was sehr gut umgesetzt wurde.»

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «Entwurfskritik Solar Decathlon der Hochschule Luzern - Technik & Architektur» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Simon Schneider, Masterstudent Architektur Hochschule Luzern - Technik & Architektur
Hanspeter Bürgi, Professor für Entwurf und Konstruktion Hochschule Luzern - T&A
Claudia Bless, Masterstudentin Gebäudetechnik
Hochschule Luzern - T&A

Veranstalter

Hochschule Luzern Solar Decathlon Team Lucerne


Impressum

Text: Morris Breunig, Faktor Journalisten
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

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