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Energieberatertagung 2014: Energieberatung im Kontext der Energiestrategie 2050

Publiziert am 21.01.2014 von Redaktion Swissbau
Energieberatertagung 2014: Energieberatung im Kontext der Energiestrategie 2050
Eventreport Energieberatertagung 2014: Energieberatung im Kontext der Energiestrategie 2050, 21. Januar 2014, 13.30-15.00 Uhr, Messe Basel

Am Dienstag fand vor rund 120 Besuchern die Energieberatertagung 2014 statt. Unter anderem referierten Daniel Büchel, Programmleiter EnergieSchweiz, über die Energieberatung im Kontext der Energiestrategie 2050 und Roger Ruch, Leiter Energie- und Effizienzberatung IWB, über den neu geschaffenen Beruf des Energie- und Effizienzberaters VSE.

Was bringt die Energiestrategie 2050? Was ist und was kann ein Energie- und Effizienzberater VSE? Und wie kann man das werden? Zu diesen und anderen Fragen erhielten die Besucher der Energieberatertagung 2014 Antworten. Zudem gaben ihnen zwei Berufskollegen Einblick in Projekte, die den Rahmen des Üblichen etwas sprengen. Am abschliessenden Podiumsgespräch wurden Themen aus der Branche erörtert.

Mehr als 120 Teilnehmer konnte Daniel Büchel, Vizedirektor Bundesamt für Energie und Programmleiter EnergieSchweiz, zur Energieberatertagung begrüssen. In seinem Referat gab er zuerst einen Überblick über den Stand der Dinge, die laufende Entwicklung und die Rahmenbedingungen, die sich aus der Umsetzung der Energiestrategie 2050 ergeben. Danach fiel es ihm leicht, glaubwürdig zu prognostizieren, dass der Markt für Energieberatungen im weiteren Sinn künftig deutlich wachsen wird. Der Bedarf an Entscheidungshilfen und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Energiestrategie nehme zu. Das gelte für Gebäude, Industrie, Gewerbe und Dienstleistung genauso wie für Beschaffung, Verkauf und Mobilität. «Es gibt verschiedene Anspruchsgruppen, die auf Sie warten», brachte es Daniel Büchel zum Ende seiner Präsentation auf den Punkt.

Roger Ruch, Präsident Prüfungskommission VSE, stellte den neu geschaffenen Beruf des Energie- und Effizienzberaters VSE vor. Mit diesem, via Höhere Fachprüfung für Berufsleute (HFP) erreichbaren Berufsbild, will die Strombranche dem Mangel an einschlägigen Fachleuten begegnen. Eine Umfrage vom August 2012 bei 213 Energieversorgern habe gezeigt, dass erst 21 Prozent der Unternehmen eine eigene Energieberatung betreiben. 32 Prozent wollten indessen ihre Kapazitäten auf diesem Gebiet durch Ausbildung eigener Mitarbeiter ausbauen, 18 Prozent durch Neuanstellungen. «Es geht uns aber nicht darum, einen Lehrgang zu schaffen, der nur der Strombranche nützt», sagte Ruch. Die Absolventinnen und Absolventen sollen die Allrounder sein, die die Energiewende voranbringen. Der Erste Lehrgang wird im Oktober dieses Jahres beginnen.

Direkt aus der Praxis berichteten die beiden folgenden Referenten. Edmond Eiger, Energieberater IWB, informierte über seine Arbeit für die Rhenus Logistics, die im Basler Rheinhafen ein grosses Logistikzentrum betreibt. Ursprünglich war er bloss aufgeboten worden, um ein Problem mit Blindenergieverbrauch zu lösen. Am Ende erhielt er den Auftrag für ein massgeschneidertes Energie-Management- und -Sparpaket am Standort Basel. Eine wichtige Vorgabe war, dass sich die Massnahmen nach höchstens acht Jahren amortisieren sollen. Nach Monaten der Aufnahme und der Analyse konnte er dem Auftraggeber ein Sparpotenzial von 43 Prozent bei der Wärme und 45 Prozent beim Strom präsentieren. Beeindruckend war zu hören, aus wie vielen, teilweise kleinen Einzelmassnahmen sich dieses Potenzial zusammensetzt. Hier wurde buchstäblich alles analysiert, von der Druckluftversorgung über die Wärmeverteilung bis zu den elektrischen Händetrocknern auf den Toiletten.

Urs Renggli, Energieberater Alteno AG, gab Einblick in die Gesamtsanierung einer 700-jährigen Mühle in Sissach, die heute als Wohngebäude genutzt wird. Dort galt es, Lösungen zu finden, die wirksam und bezahlbar waren und obendrein vom kantonalen Denkmalschutz akzeptiert wurden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei diesem Projekt sei die hochmotivierte Bauherrschaft gewesen, die nie «Rentiert das auch?» gefragt habe. Die Mühle wurde nach Minergie saniert. Der jährliche Heizwärmebedarf nach SIA konnte von 125 kWh/m2 auf 33 kWh/m2 reduziert werden.

Beim abschliessenden Podiumsgespräch fragte ein Besucher, wie man die Qualität und die Glaubwürdigkeit der Energieberater sichern wolle, wenn es immer mehr Ausbildungswege dazu gebe. Sowohl Roger Ruch als auch Daniel Büchel waren der Ansicht, dass die Branche die Qualitätskontrolle selbst in die Hand nehmen müsse – Bedarf für eine staatliche Lösung sehe man nicht.

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «Energieberatertagung 2014: Energieberatung im Kontext der Energiestrategie 2050» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Daniel Büchel,
Programmleiter EnergieSchweiz
Roger Ruch, Leiter Energie-
und Effizienzberatung IWB
Urs Renggli,
Mitglied der Geschäftsleitung Alteno AG

Präsentationen der Veranstaltung «Energieberatertagung 2014: Energieberatung im Kontext der Energiestrategie 2050»

Energieberatertag

Präsentation von Daniel Büchel, Programmleiter EnergieSchweiz


Energieberatertag

Präsentation von Edmond Eiger, Energieberater IWB


Energieberatertag

Präsentation von Urs Renggli, Mitglied der Geschäftsleitung Alteno AG


Energieberatertag

Präsentation von Roger Ruch, Leiter Energie- und Effizienzberatung IWB


Veranstalter

Logo Energie Schweiz

Amt für Umwelt und Energie Basel Stadt 

Amt für Umweltschutz und Energie


Impressum

Text: René Mosbacher, Faktor Journalisten 
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

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