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2SOL: Schweizer Industrie ermöglicht Revolution in der Wärme- und Stromversorgung

Publiziert am 24.01.2014 von Redaktion Swissbau
2SOL: Schweizer Industrie ermöglicht Revolution in der Wärme- und Stromversorgung
Eventreport2SOL: Schweizer Industrie ermöglicht Revolution in der Wärme- und Stromversorgung, 24. Januar 2014, 11.15-12.15 Uhr, Messe Basel

Bild: v.l.n.r. Patrick Hofer-Noser, Präsident Allianz 2SOL; Roman Gysel, PV Projektgeschäft Meyer Burger AG; Peter Pfiffner, CEO Pfiffner AG; Rolf Mielebacher, Mitglied der Geschäftsleitung Amstein+Walthert AG; Hansueli Bruderer, Geschäftsführer KWT Viessmann Gruppe; Balz Halter, VR Präsident Halter AG

Für die Umsetzung der Energiewende ist eine Reduktion von CO2-Emissionen in Gebäuden erforderlich. Die im Workshop vorgestellte Gesamtlösung 2SOL bindet erneuerbare Energien, hauptsächlich die Sonne, ins Gebäude ein. Zur Speicherung der mittels Hybridkollektoren geernteten Energie dient eine Erdwärmesonde. Dies bietet eine Risikominimierung und Investitionssicherheit über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude.

Zur Allianz 2SOL gehören zwölf Unternehmen. Unter der Leitung des Präsidenten Patrick Hofer-Noser diskutierten fünf Mitglieder die Chancen ihres Systems und dessen Rolle bei der Energiewende: Für die Planer sprach Rolf Mielebacher, Mitglied GL Amstein+Walthert AG, für die Installateure Peter Pfiffner, CEO Pfiffner AG, und für die Solarbranche Roman Gysel, PV-Projektgeschäft Meyer Burger AG. Hansueli Bruderer, Geschäftsführer KWT Viessmann Gruppe, vertrat den Bereich Wärmepumpen. Balz Halter, VR-Präsident der Halter AG, lancierte den Workshop mit seinem Impulsreferat. 

Balz Halter verglich in seinem Impulsreferat die Gesamtlösung 2SOL mit bestehenden Labels wie Minergie. Er umriss auch die Herausforderungen, die es zu lösen gilt, um 2SOL zu verbreiten. Halter präsentierte 2SOL – das Konzept wurde vor drei Jahren von Professor Hansjürg Leibundgut an der ETH Zürich entwickelt – als eine Gesamtlösung, mit der das Bauen wieder «unverkrampfter» werden soll. «Die Auswahl an Orientierungshilfen wie Minergie oder LEED ist zwar hilfreich, jedoch so gross, dass man manchmal – auch als Fachmann – die Übersicht verliert», sagte Halter. Architekten litten unter der Fokussierung auf die Energieeffizienz und Bewohner müssten nicht selten mit Komforteinbussen leben. Mit 2SOL soll das Bauen und Wohnen wieder mehr Spass machen. Laut Halter genügt dazu das Einhalten von vier Grundsätzen. Erster Grundsatz: Der Mensch steht wieder im Zentrum. Zweitens sollen einfache und wirkungsvolle Konzepte zum Einsatz kommen. Drittens müsse das Erstellen von Gebäuden wieder günstiger werden. Und der vierte Punkt sieht skalierbare Lösungen für jeden Ort und jedes Gebäude vor. 2SOL soll somit nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland anwendbar sein. «Ich glaube, 2SOL erfüllt diese vier Bedingungen», erklärte Halter und trat sogleich den Beweis dazu an. Der Punkt Einfachheit sei erfüllt, da das Ernten der nötigen Energie via Hybridkollektor und die Speicherung über die Erdwärmesonde geschehe. Die eingesetzten Systemkomponenten (Hybridkollektor, Erdwärmesonde, Wärmepumpe, Lüftung und Steuerung) seien erprobt und aufeinander abgestimmt. Auch stehe der Mensch im Mittelpunkt, da das Gebäudesystem einfach, langlebig und wartungsarm sei. Interessant ist 2SOL auch bezüglich der Kosten: Dank der Selbstversorgung mit Elektrizität und Wärme resultieren tiefere Energiekosten, was eine bessere Kalkulierbarkeit erlaubt. Auch der Unterhalt soll einfacher sein – die Lebensdauer der Erdwärmesonde wird auf 100 Jahre geschätzt. Einzig die Skalierbarkeit ist noch nicht erreicht: «Das Potenzial ist da, die Arbeiten laufen», informierte Halter.

An der folgenden Podiumsdiskussion nannten die Mitglieder ihre Gründe, bei 2SOL mitzutun und sprachen über die neuen Möglichkeiten, die sich mit diesem System ergeben. Der Planer erhalte ein Instrument, um beteiligten Architekten wieder etwas mehr Freiheit zu geben, meinte Rolf Mielebacher der Amstein+Walthert AG. Roman Gysel zeigte sich erfreut, nun über eine elegante Lösung zu verfügen, um Photovoltaik und Solarthermie in einem Gebäudesystem anzubieten. Auch Wärmepumpen-Spezialist Hansueli Bruderer ist dankbar für die Inputs, welche 2SOL für die Weiterentwicklung seiner Produkte bietet. Mehrmals erwähnten die Diskussionsteilnehmer, dass das Haus künftig als System zu betrachten ist. 

Die künftige Energieversorgung beschäftigte auch das Publikum. Ob eine Erdwärmesonde wirklich 100 Jahre halte, wurde gefragt. Die Referenten konnten dies nicht garantieren, gängige Schätzungen gehen aber von der Richtigkeit dieser Annahme aus. Peter Pfiffner erwähnte das «Erdreich-Management», welches für die Baubranche immer wichtiger werde. Auch zeigte er sich überzeugt, dass die Regeneration über Erdwärmesonden zum Standard werden wird. Halter betonte die Vorteile der 2SOL-Erdwärmesonde gegenüber anderen: «Da wir nicht unter den Nullpunkt gehen, verwenden wir normales Wasser.» Somit wäre ein Leck im Zusammenhang mit dem Grundwasser unbedenklich. Er gab dem Publikum noch einen Denkanstoss: Nicht jedes Haus müsse über eigene Speicher und Hybridkollektoren verfügen. Partnerschaften seien sinnvoll, man solle nun auch übers eigene Haus hinaus denken.

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «2SOL: Schweizer Industrie ermöglicht Revolution in der Wärme- und Stromversorgung» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Peter Pfiffner, Inhaber und
Geschäftsführer Pfiffner AG
Hansueli Bruderer, Geschäftsführer
KWT Viessmann Gruppe
Rolf Mielebacher, Mitglied der
Geschäftsleitung Amstein+Walthert AG


Veranstalter

2SOL


Impressum

Text: Christian Bärtschi, Bärtschi-Texte
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

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