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Auftrag und Chance zugleich für das Gebäudetechnikgewerbe

Publiziert am 08.10.2013 von Peter Schilliger, Zentralpräsident suissetec
Suissetec Solar

Meinung Der Bundesrat hat vor kurzem seine Botschaft zur Energiestrategie 2050 veröffentlicht. Völlig zu Recht stellt er dabei die Gebäude in den Hauptfokus seiner Vorlage: Rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz entfallen auf das Heizen und Betreiben der rund 1,6 Millionen Objekte. Kommt hinzu, dass rund 80 Prozent von ihnen bis in die späten Achtzigerjahre erbaut und bis heute vielfach nicht energetisch erneuert worden sind. 

Der eklatante Unterschied zwischen den «Energieschleudern» von damals und den Plusenergiebauten von heute zeigt den Handlungs­spielraum mehr als deutlich. Fürs Gebäudetechnikgewerbe ist die Strategie des Bunderats deshalb positiv zu werten.

In den Diskussionen zur Energiewende geht immer wieder vergessen, dass Energie zu einem grossen Teil als Wärme und nicht als Strom verbraucht wird. Hier schlummert im Bezug auf Effizienz und erneuerbare Technologien ein immenses Sparpotential. Dieses Potential lässt sich zum Beispiel durch die Installation von solarthermischen Anwendungen, durch Wärme­pumpen in Kombination mit lokalen erneuerbaren Energiequellen oder durch die Reduktion des Wärmebedarfs durch Sanierung der Gebäudehülle mit erprobter Technik erschliessen. Fakt ist, dass ein korrekt modernisiertes Haus bis zur Hälfte weniger Energie benötigt und entsprechend weniger CO2 verursacht.

Für das Gebäudetechnikgewerbe ist der Umbau der Energieversorgung somit Auftrag und Chance zugleich. Die Umsetzung der neuen Klima- und Energiepolitik ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft und wird die schweizerische Volkswirtschaft – und ganz konkret die KMU – langfristig stärken.

In den Diskussionen zur Energiewende wird stets das Kostenargument in den Fokus gerückt. Dieses ist allerdings dem Nutzen (volkswirtschaftlich, ökologisch etc.) und den Kosten gegenüberzu­stellen, welche beim Aufrechterhalten des Status quo anfallen würden. Die Energiestrategie wird der Schweizer Wirtschaft zweifellos positive Impulse geben und nachhaltig für mehr Beschäftigung und höhere Wertschöpfung sorgen.

Für die zügige Ausführung energetischer Altbausanierungen braucht es einen markanten Abbau bürokratischer Hürden sowie gut ausgebildete Fachleute. Das Know-how rund um Umweltein­flüsse, energieoptimiertes Bauen und Planung energieeffizienter Anlagen muss in Zukunft noch stärker als bisher in die Entwicklung der Branche einfliessen. Es braucht exzellente Angebote in der Grund­bildung, der höheren Berufsbildung und der Weiterbildung – denn es sind Gebäudetechniker, welche den Umbau des Schweizer Gebäudeparks an vorderster Front umsetzen. Sie sind die Macher der Energiewende.

Peter Schilliger

Peter Schilliger

Nationalrat Peter Schilliger ist CEO und Mitinhaber der Herzog Haustechnik AG in Luzern und präsidiert den Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband suissetec. Der Branchen- und Arbeitgeberverband umfasst Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Sanitär (einschliesslich Werkleitun­gen), Heizung, Spenglerei/Gebäudehülle, Klima, Lüftung und Klima/Kälte. Der Verband vertritt alle Stufen der Wertschöpfungskette, das heisst Hersteller, Lieferanten, Planer und Ausführende. suissetec umfasst 27 Sektionen mit über 3‘300 Mitgliedern und rund 40‘000 dem Gesamtarbeitsvertrag unterstellten Berufsleuten. 

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