Blog

Nachhaltige fossile Energien

Publiziert am 25.06.2013 von Pierre Bessard, Direktor des Liberalen Instituts in Zürich und Genf
solarenergie dach

Meinung Fossile Energien liegen nicht im Trend. Zumindest politisch, denn in der Politik wird zurzeit von planwirtschaftlich geprägten und technologisch kaum realistischen «Energiewenden» geträumt. Die Erwartungen an die Bauwirtschaft zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau erneuerbarer Energien sind dabei gross. In der realen Welt werden dagegen fossile Energien immer wichtiger. 

Erneuerbare Energien wie Wind, Sonne oder Geothermie (Hydraulik ausgeschlossen) decken knapp 1,6% des weltweiten Energiebedarfs. Demgegenüber werden 87% der gesamten weltweiten Nachfrage nach primärer Energie mit Öl, Kohle und Naturgas gestillt, einschliesslich der Kernkraft sind es sogar über 92%.

Was überraschen mag: Der Gebrauch fossiler Energien wächst im neuen Millennium deutlich schneller als jener erneuerbarer Energien. Insbesondere Kohle wird laut dem jüngsten WEF-Energiebericht zehnmal stärker nachgefragt als erneuerbare Energien, dreimal mehr als Öl und zweimal mehr als Naturgas. Wie passt das zum guten Ruf der viel gepriesenen und hochsubventionierten «alternativen Energien»?

Tatsache ist: Aufgrund ihrer relativen Ineffizienz bleiben erneuerbare Energien unattraktiv. Ihre Bedeutung – auch für die unmittelbare Zukunft – wird massiv überbewertet.

Fossile Energien sichern hingegen rund 60% der weltweiten Nahrungsmittelproduktion. Nach einer aktuellenCato-Studie müssten die landwirtschaftlichen Flächen um 150% ausgeweitet werden, um die aktuelle Nachfrage ohne fossile Energien zu bewältigen. Fossile Energien schützen also nicht nur die Menschheit vor der launenhaften Natur, sondern auch die Natur vor menschlichen Erfordernissen.

Der Versuch, die Menschheit von den fossilen Energien zu «befreien», richtet sich somit direkt gegen ihren Wohlstand und ihre Entwicklung, sei es im Bereich der Ernährung, der Bekleidung, der Medizin oder des Wohnens. 200 Jahre Marktwirtschaft zeigen: Energie für Innovation und Wachstum braucht die fördernden Anreize der möglichst grossen Freiheit, nicht der möglichst grossen Lenkung und Subventionierung.

Pierre Bessard

Pierre Bessard

Pierre Bessard ist Direktor und Mitglied des Stiftungsrates des Liberalen Instituts in Zürich und Genf. Das 1979 gegründete Liberale Institut verfolgt das Ziel der Erforschung freiheitlicher Ideen und setzt sich für die Weiterentwicklung der liberalen Geistestradition ein. Pierre Bessard absolvierte ein Studium der Ökonomie mit Schwerpunkt Finanzwissenschaft in New York und Schanghai. Seine Hauptforschungsgebiete sind Eigentum, institutioneller Wettbewerb, politische Ökonomie sowie die Moral des Marktes.

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen

 
 

 

Teilen