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Urbane Verdichtung – Bauen im Bestand

Publiziert am 30.04.2013 von Evelyn C. Frisch, Direktorin Stahlbau Zentrum Schweiz
Stahlbauweise Window

Meinung Stadtraum ist begehrt und teuer. Die Verdichtung der bestehenden Bausubstanz in den Städten und Ballungszentren ist deshalb von zunehmender Bedeutung. Schon seit Jahren sagen Konjunkturforscher voraus, dass sich die Bautätigkeit von der grünen Wiese wieder in die Städte verlagern wird, wo bestehende Bausubstanz saniert und umgenutzt wird.

Bei der Verdichtung des Stadtraums geht es um die Nutzung von brachliegenden Dachflächen, um die Schliessung von Baulücken oder die Bebauung von Innenhöfen. Interessant dabei ist es, die vorhandene Infrastruktur des Altbaus zu nutzen und das Gebäude aufzuwerten.

Vor allem das Potenzial der freien Dachflächen ist vielerorts noch völlig unausgeschöpft. Wo es die Bauordnung erlaubt, können Geschosse aufgestockt und Dachräume umgenutzt werden, was dem bestehenden Gebäude ein neues Gesicht gibt und attraktiven Wohn- und Arbeitsraum schafft.

Dass sich die Stahlbauweise für diese Eingriffe im Bestand besonders eignet, liegt auf der Hand. Geringes Gewicht bei grosser Tragfähigkeit, Vorfertigung, einfache Montage, modulare Ergänzung und eine Baustelle ohne Lärm und Staub sind entscheidende Vorteile, wenn die Platzverhältnisse eingeschränkt sind und der Betrieb im Gebäude und in der Stadt ringsum während dem Bau weiterläuft.

Dazu kommt, dass man bei einer Tragstruktur aus Stahl bis zu 10 Prozent Konstruktionsvolumen einspart, das dem wertvollen Nutzungsraum zugeschlagen werden kann.

Und schliesslich bietet der Stahlbau eine totale Nutzungsfreiheit, von der mancher Bauherr sogar schon während den Bauarbeiten Gebrauch macht. So wird der Einbau einer neuen Treppe, eines Durchgangs oder einer Nasszelle zum Kinderspiel. Wer damit noch nicht genügend Argumente für die Nachhaltigkeit der Stahlbauweise hat, kann noch ins Feld führen, dass europäischer Baustahl hauptsächlich aus Recyclingmaterial besteht.

Im Steeldoc Themenheft «Urbane Verdichtung» werden Projekte vorgestellt, die in kreativer Weise brachliegenden Stadtraum erschliessen und dabei sorgsam mit dem Altbaubestand umgehen.

Evelyn C. Frisch

Evelyn C. Frisch

Evelyn C. Frisch ist dipl. Arch. ETH und leitet in ihrer Funktion als Direktorin das Stahlbau Zentrum Schweiz. Das Stahlbau Zentrum Schweiz SZS ist das nationale Kompetenz-Forum für den Stahlbau. Es informiert das Fachpublikum, fördert Forschung, Entwicklung und Zusammenarbeit im Stahlbau und pflegt internationale Verbindungen.

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