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Gezielte Serviceangebote erhöhen Wohnqualität langfristig

Publiziert am 24.10.2012 von Ansgar Gmür, Direktor Hauseigentümerverband Schweiz (HEV)
Wohnen im Alter Window

Meinung Butler oder ständige Haushaltshilfen sind in der Schweiz nicht weit verbreitet. Es entspricht uns eher weniger, eine angestellte Person im Haushalt wohnen zu haben. Manchmal, punktuell eben, wäre es jedoch schon schön, eine helfende Person zu haben: z.B. wenn die Arbeit überhandnimmt, wenn man nicht selber vor Ort sein kann oder wenn die eigenen Kräfte nicht (mehr) ausreichen.

In den Ferien geniessen wir gerne die Vorzüge eines Concierge oder einer Hotelreception. In den Tourismusorten der Schweizer Alpen sind Wohnungen mit Dienstleistungsangebot denn auch weit verbreitet. Die Nutzung der Dienstleistungen gönnt man sich jedoch hier nur kurzzeitig.

Für die Dauermiete ausgelegt, sind Butler-Wohnungen in einzelnen grossen Städten der Schweiz zu finden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist „James“. Dauermieter sind klassischerweise Kaderleute von international tätigen Unternehmen. Das Nachfragepotential ist vorhanden, jedoch begrenzt. Es werden Nischenangebote bleiben.

Der begrenzende Faktor ist nicht das Produkt, es ist sein Preis. Die hohen Kosten dieser Angebote machen solche Wohnungen von Vorneherein nur für eine sehr begrenzte Gruppe zugänglich. Sie rentierten nur in eigens dafür konzipierten Überbauungen. Was bislang fehlte, ist ein funktionierendes Angebot für Privathaushaltungen. Dies soll sich nun jedoch ändern. Einzelne Anbieter, wie „bonacasa“ stossen in diesen Markt vor.

Ich sehe das Potential hier v.a. bei den älteren Menschen. Sie und ihre Angehörigen suchen nach Angeboten, die einen möglichst langen Verbleib in der vertrauten Wohnumgebung möglich machen.

Mit der richtigen Unterstützung kann dies gelingen. Der Preis des Dienstleistungspakets muss jedoch merklich sinken. Die Strategie muss hier in der intelligenten Verknüpfung von bereits existierenden Anbietern liegen.

Das Bedürfnis älterer Menschen, in der vertrauten Wohnumgebung alt zu werden, ist dermassen stark und weit verbreitet, dass es nicht ignoriert werden darf. Wenn es gelingt die richtige Unterstützung zu einem vernünftigen Preis bis in die Privathaushalte zu bringen, kann die individuelle Wohnqualität merklich gesteigert werden.

Ansgar Gmür hat an der Swissbau Focus Arena zum Thema «Bauen im Kontext – Wachstum nach innen» teilgenommen. Ein Videointerview sowie die Aufnahme der ganzen Sendung finden Sie im Eventreport zum Anlass.

Ansgar Gmür

Ansgar Gmür

Ansgar Gmür ist Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz (HEV Schweiz) und Chefredaktor der Fachzeitung «Der Schweizerische Hauseigentümer». Der HEV Schweiz hat heute rund 318‘000 Mitglieder in 122 Sektionen. Als Direktor des HEV Schweiz setzt sich Ansgar Gmür auf nationaler Ebene für die Interessen der Haus-, Grund- und Stockwerkeigentümer ein.

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