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Hypothek der Zweitwohnungsinitiative

Publiziert am 22.06.2012 von Hans Killer, Nationalrat SVP und Präsident bauenschweiz
Raumkonzept Window

Meinung Männiglich war überrascht vom Ausgang der Abstimmung über die Zweitwohnungsinitiative, auch die Initianten. Die Mehrheit des Schweizervolkes will den Zweitwohnungsbau eindämmen. Stark betroffen von diesen neuen Regelungen und Restriktionen sind die Tourismuskantone.

Konsequenzen werden aber nicht nur von Investoren zu tragen sein, sondern auch vom Gewerbe. Die Bautätigkeit in den Top-Destinationen wird zweifellos zurückgehen, was leider auch Folgen haben wird auf Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in Gegenden, welche keine oder nur in sehr beschränktem Umfang Alternativen haben. Niemand wird ja Entwicklungen und einen funktionierenden Wirtschaftskreis in jenen Regionen bewusst verhindern wollen. Arbeitsplätze bedeuten jedoch auch Einkommen und Lebensgrundlage für den Verbleib von jungen Leuten in diesen Tälern.

Da die Initiative alle Kantone und alle Gegenden ohne Rücksicht auf Strukturen gleichermassen betrifft, aber die Voraussetzungen in den Gegenden doch sehr unterschiedlich sind, gilt es mittels der jetzt zu schaffenden Verordnung Augenmass zu halten.

Dabei soll es, um möglichst rasch die Rechtssicherheit zu schaffen, möglichst rasch gehen. Von den neuen Limiten betroffen sind die Wohnungen, welche ab 2013 erstellt werden. Hier hat natürlich die Definition, was eine Zweitwohnung ist, höchste Wichtigkeit. Keinesfalls darunter fallen dürfen meiner Meinung nach die Wohnungen für Ausbildungszwecke und Personalunterkünfte. Auch weil es für Ortsansässige eine gute Möglichkeit für Nebenverdienst und zur Finanzierung von Eigentum darstellt, Ferienwohnungen zu bewirtschaften, gilt es, die Definition einer Zweitwohnung sorgfältig zu machen. Diese Para-Hotellerie ist bekanntlich auch ein Teil des Wirtschaftslebens in den Tourismusgebieten.

Auch weil die Verordnung dann für die Ausgestaltung der definitiven Gesetzesgrundlage die Basis bildet, gilt es jetzt jeden machbaren Spielraum zu nutzen und regionale Besonderheiten zu beachten. Dies sind wir den Tourismusregionen und der Bauwirtschaft schuldig.

Hans Killer

Hans Killer

Hans Killer ist seit 2007 Nationalrat SVP und seit 2010 Präsident von bauenschweiz. Als Nationalrat hat Hans Killer die Schwerpunkte Energiepolitik, Verkehrspolitik und Umweltpolitik. Beruflich ist Hans Killer Mitglied der Geschäftsleitung einer Tiefbauunternehmung.

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