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Mehr internationaler Austausch dank Schweizer Vorstoss

Publiziert am 25.09.2018 von Redaktion Swissbau
Birgitta Schock
Swissbau Am BIM Kongress definieren EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft und Politik die nächsten Schritte in der Digitalisierung der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft. Birgitta Schock, Chairwoman von BuildingSMART Switzerland, stellt in diesem Rahmen die Roadmap für die internationale Zusammenarbeit im Bereich «Use Case Management» vor.

Dass der Schweizer Markt die Reife für Building Information Modeling (BIM) erreicht hat, ist für Birgitta Schock, Chairwoman von BuildingSMART Switzerland, keine Frage. In einem nächsten Schritt geht es darum, die Technologie zu nutzen und die Produktivität der Schweizer Bauindustrie durch effizientere Prozesse auf Vordermann zu bringen. Nach wie vor sind nicht alle hiesigen Bauschaffenden gleich stark von den neuen technischen Möglichkeiten begeistert. Das führt dazu, dass bei weitem nicht alle vorhandenen Potenziale ausgeschöpft werden, auch wenn dadurch bereits heute viel mehr Effizienz ermöglicht würde. Der Prozess in Richtung Akzeptanz und Bereitschaft, neue Technologien in der Praxis auszuprobieren schreitet jedoch schnell voran. Deren Anwendung wirft aber wiederum Fragen auf und zeigt, dass ein gemeinsames Verständnis in der Anwendung von digitalen Werkzeugen und neuen Zusammenarbeitsprozessen fehlt. Dies wäre jedoch essentiell, um Leistungen einfacher und besser zu bestellen oder die geforderten Leistungen richtig zu erbringen. Dieses Vakuum soll mit dem Use Cases Management, gestartet durch Bauen digital Schweiz | buildingSMART Switzerland gefüllt werden. Solche Cases können auf Basis der Best Practice dazu dienen, die Prozesse der Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden sowie Standardisierungen und Normierungen voranzutreiben .

Anwendungsfälle als Datenlieferanten

buildingSMART International ist eine weltweite Organisation, die sich der Entwicklung und Weiterentwicklung von openBIM Standards verschrieben hat. Die Schweiz ist eines von weltweit 18 Chapter, die sich für einen regen internationalen Austausch einsetzen. Die Idee einer internationale Use Case Management Roadmap kommt aus der Schweiz. Birgitta Schock, Mitinitiantin: «Als wir unsere Idee anhand erster Schweizer Use Cases an einem der letzten internationalen Summits präsentierten, war bereits im ersten Moment ein starkes Interesse aus aller Welt zu spürbar. Deshalb haben wir das Projekt gleich im Anschluss ins Leben gerufen.» Die Roadmap für ein internationales Use Case Management beinhaltet einen groben «Fahrplan» und Meilensteine, welche erreicht werden sollen. Die internationale Zusammenarbeit erlaubt schneller ans Ziel zu kommen. Es können Analyse von Anwendungsfällen aus aller Welt Marktinformationen erhoben, digruppiert, überlagert und Schnittmengen gefunden werden. Auf dieser Basis sollen Energien gebündelt und im besten Fall neue Standards unterstützt werden. «Im Moment arbeitet jedes Land für sich daran, aus den eigenen Use Cases hilfreiche Informationen zu ziehen. Weshalb also nicht länderübergreifend vergleichen und so gemeinsam Informationen gewinnen?», so Birgitta Schock zu ihren Beweggründen. Die Vorteile für den Schweizer Markt sind dabei sehr gross: die Menge nutzbarer Anwendungsfälle erhöht sich durch die internationale Zusammenarbeit von rund 15 auf bis zu 100. Frankreich, Deutschland und Österreich haben bereits entschieden, sich am Projekt zu beteiligen und ihre Use Cases beizusteuern. Gut möglich, dass noch weitere Länder folgen werden.

Roadmap schafft internationale Transparenz

Die Roadmap verfolgt unter anderem das Ziel einer internationalen Vergleichbarkeit. Nur wenn volle Transparenz geschaffen wird, können wichtige Hinweise zur Qualitätssicherung gewonnen und hilfreiche Anforderungen an die Technologie hergeleitet werden. Die Bereitschaft, bestehende Prozesse zu hinterfragen und intransparente Geschäftsmodelle freizulegen, muss von allen beteiligten Seiten vorhanden sein. «Wir erhoffen uns aus dem Vergleich der Used Cases für alle den bestmöglichen Workflow herleiten zu können. Durch die Zusammenarbeit können Veränderungen auf dem Markt viel besser verfolgt und aktiv mitgestaltet werden», so Birgitta Schock. Und selbst wenn das Projekt scheitert, wurde durch den Austausch der Anwendungsfälle ein enormer Informationsgewinn ermöglicht, den es ohne das Engagement des Schweizer Chapter bei BuildingSMART International nie gegeben hätte.

Die internationale Used Case Management Roadmap wird am kommenden BIM Kongress in Basel durch alle beteiligten Länder offiziell verabschiedet und geht danach in die Umsetzung.


Zur Person

Birgitta Schock, dipl. Arch. ETH/SIA/SWB, hat nach dem Architekturstudium in verschiedenen Planungsprojekten im In- und Ausland gearbeitet. 2001 hat sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin das Büro schockguyan GmbH gegründet und sich insbesondere auf Lean Solutions, Master Planning und Project Development spezialisiert. Sie ist Vorstandsmitglied von Bauen digital Schweiz und Chairwoman buildingSMART Switzerland.

Redaktion Swissbau

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