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Focus: Leben mit Technik – Weg zum Glück?

Publiziert am 13.01.2016 von Redaktion Swissbau
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Eventreport 13. Januar 2016, 16.00 - 17.00, Veranstalter: Swissbau. Arbeitsformen, die nicht an einen Ort gebunden sind und die Enthierarchisierung der Arbeit auf der einen, der gläserne Konsument auf der anderen Seite sind Aspekte der Digitalisierung, die an der Focus Veranstaltung «Leben mit Technik – Weg zum Glück?» angesprochen wurden. 

Bild: Matthias Mölleney, Fabian Etter, Martin Kleibrink, Markus Spielmann, Michel Fornasier, Constanze Kurz, Edith Graf-Litscher

Sendung in voller Länge

Häuser werden intelligent gesteuert, Robotik nimmt uns Haushaltarbeiten ab und Autos fahren bald selbständig durch die Gegend. Wir sind immer und überall erreichbar, teilen unser Wissen und unsere Erlebnisse mit allen und jedem. Was bedeutet aber diese Digitalisierung für uns Menschen? Wie verändert sich unser Alltag im Beruf und in der Freizeit? Und welche Gefahren sind auszumachen?

Heute spielt der Arbeitsplatz, der nicht mehr an einen Ort gebunden ist, eine immer grössere Rolle – vor allem in grossen Konzernen. Matthias Mölleney, Leiter des Center for Human Resources Management & Leadership der Hochschule für Wirtschaft Zürich verweist darauf, dass diese Entkopplung der Arbeit vom Raum auch eine Enthierarchisierung im Unternehmen zur Folge hat. Führen erhält eine neue Rolle, weil Wissen nicht mehr nur von oben nach unten weitergegeben wird. 

Das verdeutlichte Fabian Etter, Head of Digital Transformation, Enterprise Customers bei der Swisscom an einem konkreten Beispiel: Bei der Swisscom bringen 16-Jährige Lernende Managern bei, wie sie mit den neuen Medien umgehen. Fabian Etter erkennt darin auch eine Chance für die Swisscom, weil sie so kommende Trends erkennen kann. 

Löst ein Unternehmen die festen Arbeitsplätze auf, muss es den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen grosses Vertrauen entgegenbringen, denn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind zunehmend autonomer und entscheiden selber, wo, wie und mit wem sie arbeiten wollen, erläuterte der Architekt und Geschäftsleiter des Büroentwicklers Smart in Space, Martin Kleibrink. Dadurch entstehen auch neue Formen der Zusammenarbeit.

Was die Technik konkret leistet, zeigte Michel Fornasier, Senior Partnership Manager, Amnesty International und ehrenamtlicher Botschafter der Balgrist Tec AG. Er trägt an seinem rechten Arm eine bionische Handprothese, die er via Muskelimpulse, die durch Elektroden am Arm gesteuert werden, einsetzt. Wenn er an einem Tag viele Hände schütteln muss, kann er dies zu beginn des Tages – neben 25 weiteren Griffmustern – auf seinem Smartphone programmieren. 

Risiken der Digitalisierung 
Michel Fornasier ist stets informiert über die Daten, die seine digital gesteuerte Hand generiert. Und er kann selber bestimmen, wie sie genutzt werden. Dieses Bewusstsein für die eigenen Daten hat aber nur ein kleiner Teil der Menschen. Constanze Kurz, Informatikerin und Sprecherin des Hamburger Chaos Computer Club weist darauf hin, dass sich die meisten Menschen als Konsumenten verstehen und wenig Ahnung haben, wer ihre Daten nutzen könnte. Sie betont, dass hier die Bildung eine wichtige Rolle spielen sollte. Und die Unternehmer auf dem Podium erinnert sie daran, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt Datenspuren hinterlässt und alles abbildet, was ein Unternehmen ausmacht – interessant für Wirtschaftsspione. 

Für Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin und Co-Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit ist die grösste Gefahr der Digitalisierung die Schnelligkeit, mit der sie sich entwickelt. Auf die Umstellung vom Pferd zum Auto als wichtigstes Transportmittel haben sie sich allmählich einstellen können. Mit dem Tempo der digitalen Entwicklung sind sie überfordert. Die Aufgabe der Politik ist es deshalb, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den volkswirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung in den Vordergrund stellt. 

Der Digitalisierung kann man sich nicht verweigern. Die Frage ist, wie sie genutzt wird. Positive Beispiele gibt es viele. Doch das Bewusstsein dafür, dass der Mensch damit durchleuchtet wird, über ihn stets die aktuellsten Daten vorhanden sind, muss gestärkt werden.

Hier finden Sie alle Präsentationen des Tages zum Download.

Weiteres Bildmaterial steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Constanze Kurz, Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Club
Martin Kleibrink, Architekt und Inhaber SMART IN SPACE
Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
Matthias Mölleney, Leiter des Center for HRM Management & Leadership der HWZ,
Michel Fornasier, Senior Partnership Manager Amnesty International, Botschafter Balgrist
Fabian Etter, Head of Digital Transformation Enterprise Customers Swisscom

Trailer


Focus: Digitale Transformation – Konsequenzen für die Bauwirtschaft?

Veranstalter

Swissbau

Impressum

Text: Matthias Gallati, Faktor Journalisten 
Interviews: Peter Basler 
Kamera und Schnitt: Adrian Baumann, TVision
Fotografie: Aissa Tripodi, Swissbau
Konzept und Koordination: IEU Kommunikation AG

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

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