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Focus: Digitale Transformation – Konsequenzen für die Bauwirtschaft?

Publiziert am 12.01.2016 von Redaktion Swissbau
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Eventreport 12. Januar 2016, 16.00 - 17.00, Veranstalter: Swissbau. Die zunehmende Digitalisierung verändert die Welt. Damit ergeben sich nicht nur Veränderungen für die Wirtschaft und die Gesellschaft. Wie die Konsequenzen für die Bauwirtschaft aussehen könnten, versuchte die Veranstaltung «Digitale Transformation – Konsequenzen für die Bauwirtschaft?» zu ergründen. 

Bild: Eine spannende Podiumsdiskussion mit Benedikt Koch, Sacha Menz, Max Renggli, Rainer Maria Salzgeber, Tim Geurtjens, Susanna Caravatti-Felchlin und Eduard Kaeser (v.l.n.r.)

Sendung in voller Länge

Bereits heute ist es möglich, ganze Bauobjekte mit einem 3-D-Drucker herzustellen, wie eine von MX3D per Steelprinter fertiggestellte Brücke in Amsterdam beweist. Tim Geurtjens, Co-founder & CTO von MX3D, spricht deshalb auch von einer bevorstehenden Revolution für die Bauwirtschaft. «Der Mensch ist auch zukünftig ein wichtiger Faktor in diesem Prozess, um die industriellen Roboter mit der Schweisstechnik zu bedienen», schätzt Geurtjens ein. Der Drucker ermöglicht laut Geurtjens ein sogenanntes «Outside-the-box-printing». Die Technologie soll demnach zukünftig noch verfeinert werden, wurde von der Industrie jedoch bereits interessiert zur Kenntnis genommen. 

Digitalisierung längst in der Baubranche angekommen 
«Veränderungen werden stets mit Skepsis betrachtet und beim Bauen vertraut man deshalb oft auf Bewährtes. Das Projekt in Amsterdam ist weniger BIM, sondern Digitalisierung in Verbindung mit industrieller Fertigung und vor allem Forschung», meint Sacha Menz, Architekt, Professor Architektur und Bauprozess, ETH Zürich sowie Vorstandsmitglied des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA, und ergänzt: «Wir suchen Kreativität, die uns voranbringt. Themen wie Verdichtung können wir hingegen nicht den Maschinen überlassen – dafür braucht es kluge Köpfe». Max Renggli, Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident der Renggli AG, behauptet: «Wir sind längst in der Digitalisierung angekommen. Entscheidend wird sein, mit welcher Geschwindigkeit wir uns zukünftig bewegen. Die Berufsbilder hingegen werden sich stark wandeln». 

Veränderung von Rollenbildern infolge Digitalisierung 
Susanna Caravatti-Felchlin, Präsidentin IFMA Switzerland und FM Projektleiterin Gesamterneuerung Universitätsspital Zürich, sieht in der Standardisierung hingegen eine Chance: «Diese kann zukünftig vieles vereinfachen, um den Blick stärker auf komplexere Vorgänge zu richten». Zu den weiteren geladenen Gästen der Veranstaltung zählten unter anderem Eduard Kaeser, Physiker und Philosoph sowie Benedikt Koch, Geschäftsführer Infra und Designierter Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes SBV. Die Runde ist sich einig, dass die an die Digitalisierung angepassten Bauabläufe grosse Veränderungen auf Rollenbilder wie Architekt, Bauherr und Unternehmer haben werden. «Ob die Vorgänge zukünftig effizienter und günstiger werden, lässt sich schwer einschätzen. Denn dabei spielen auch kulturelle Faktoren eine grosse Rolle. Doch wir hoffen es natürlich», erklärt Menz mit Blick auf das zukünftige Bauen und im Speziellen hinsichtlich der industriellen Fertigung. Kaeser wünscht sich hingegen, dass die Menschen in Zukunft dem Wohnen stärkere Bedeutung schenken und es intensiver erlernen. 

Gesellschaftliche Anpassung zwingend notwendig 
Die Digitalisierung nimmt in allen Bereichen stetig zu. «Digitale Transformation – Konsequenzen für die Bauwirtschaft?» wagte einen Ausblick hinsichtlich der Frage, wie die zunehmende Digitalisierung das Bauen verändern könnte. Deutlich wurde vor allem, dass dieser Prozess auch eine zwingende gesellschaftliche Anpassung erfordert. Denn auch die damit verknüpften Berufsbilder werden sich entsprechend verändern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu gewährleisten. Das besonders hohe Potenzial sinnvoll zu nutzen, wird zukünftig die Herausforderung aller Beteiligten der Bauwirtschaft sein. Dass dabei nicht auf Kreativität und das Fachwissen der handelnden Personen verzichtet werden kann, verdeutlichte diese erste Focus Veranstaltung.

Hier finden Sie alle Präsentationen des Tages zum Download.

Weiteres Bildmaterial steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Tim Geurtjens, Co-founder & CTO of MX3D

Susanna Caravatti-Felchlin, Präsidentin IFMA Switzerland
Sacha Menz, Architekt, Prof. ETH, Vorstandsmitglied SIA
Benedikt Koch, Designierter Direktor Schweizerischer Baumeisterverband SBV
Eduard Kaeser, Physiker und Philosoph

Trailer


Focus: Digitale Transformation – Konsequenzen für die Bauwirtschaft?

Veranstalter

Swissbau

Impressum

Text: Morris Breunig, Faktor Journalisten 
Interviews: Peter Basler 
Kamera und Schnitt: Adrian Baumann, TVision
Fotografie: Aissa Tripodi, Swissbau
Konzept und Koordination: IEU Kommunikation AG

Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

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