Blog

Energieberatertagung 2016

Publiziert am 12.01.2016 von
Energieberatertagung

Eventreport 12. Januar 2016, 13.15 - 14.45, Veranstalter: EnergieSchweiz. Die Energieberatertagung geniesst seit Jahrzehnten Gastrecht an der Swissbau. Entsprechend gut eingeführt ist der Anlass unter Energieberatern – ein Treffpunkt der Szene, heisst es. Dabei geht es vor allem um Chancen, um diese Disziplin für Energiefachleute und Kunden attraktiv zu machen. 

Bild: Marc Cavigelli, Evelyn Rubli, Walter Steinmann, Roger Ruch, Edmond Eiger, Andreas Baumgärtner (v.l.n.r)

Die Energieberatertagung geniesst seit Jahrzehnten Gastrecht an der Swissbau. Entsprechend bekannt ist der Anlass unter Energieberatern. Ein Treffpunkt der Szene sei die Tagung, heisst es unter den Besuchern. Ziel der Veranstaltung ist es, zu diskutieren, wie die Disziplin für Energiefachleute und Kunden noch attraktiver gemacht werden könnte.

Um den Wissensvorsprung zu halten, sollten sich Energieberater sowohl in den gesetzlichen Vorgaben, sowie auch in den existierenden Programmen und Werkzeugen auskennen, war an der diesjährigen Tagung zu hören. Dass dies nicht immer einfach sei, zeige die Praxis, was zugleich den Stellenwert der Energieberatung untermauert: Sich auf dem aktuellen Stand zu halten zahle sich deshalb sowohl für den Kunden wie auch für den Berater aus. 2016 sollen bereits wieder neue Angebote dazukommen, hiess es an der Tagung.  

Zentrale Rolle der Energieberatung in der Umsetzung der Energiestrategie 2050

Die Swissbau ist für Energieberater traditionell ein Heimspiel. Man trifft sich an der Messe, um gemeinsam den Markt zu kommentieren. Dieses Jahr wurde unter anderem über die Umsetzung der Energiestrategie 2050 diskutiert. Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie, betonte, dass die Energieberatung ein Musterbeispiel dafür sei, welche neue Geschäftsmodelle sich durch die Energiestrategie 2050 ergeben. Der Direktor des Bundesamtes für Energie betonte jedoch auch, dass es noch viel zu tun gäbe, um die Strategie erfolgreich umzusetzen. Auf ein stark wachsendes Volumen hofft Steinmann im Besonderen im Bereich der energetisch wirksamen Baumassnahmen. Anreize dazu könnten die neuen Mustervorschriften der Kantone, Förderprogramme oder aber auch steuerliche Anreize bieten, so Steinmann. Im Fazit betonte der Direktor des Bundesamtes für Energie erneut die zentrale Rolle der Energieberatung: «Umsetzung heisst in einer ersten Phase Beratung!»

Energieberater häufig erster Fachmann vor Ort 
«Die reine Energieberatung hat nur eine geringe Wertschöpfung», warnte Andreas Baumgartner von Amstein + Walthert und worb deshalb für eine verstärkte Einbindung der Dienstleistung in den üblichen Planungsprozess. Ganzheitlich betrachtet komme der Energieberatung Jahr für Jahr eine noch grössere Rolle zu, denn der Gebäudebestand altert und verlangt laut Baumgartner jährliche Investitionen von 15 bis 20 Milliarden Franken. Häufig sei der Energieberater der erste Fachmann vor Ort. Darau alleine ergebe sich ein sogenanntes «Anfixpotenzial». Diese Ansicht deckt sich mit einer Untersuchung, welche die Stadt Zürich an zwölf Objekten durchführen liess. Denn der Untersuchung zufolge ist die persönliche Einschätzung des Investors oder des Hauseigentümers der wichtigste Erfolgsfaktor in einem Sanierungsprozess. An zweiter Stelle folgt die fachliche Kompetenz des Architekten und als dritter Erfolgsfaktor der frühzeitige Einbezug des Planungsteams.

Erfolgsversprechendes Instrument GEAK plus

Dass «isolierte Energieberatungen» wenig Potenzial haben, betonte auch Edmond Eiger von den Industriellen Werke Basel, kurz IWB. Es brauche neben den üblichen integralen Planungsschritten eine Betriebsoptimierung und weitere flankierende Dienstleistungen. Mit dem GEAK plus sei ein leistungsfähiges Instrument verfügbar, so Eiger, das zudem mit den neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (2014) kompatibel ist. So richtig «brummen» würde der GEAK jedoch nur in jenen Kantonen, in denen er gefördert werde oder gar vorgeschrieben sei. Dies sei beispielsweise in Bern oder in Freiburg der Fall.

Beratung kleiner und mittlerer Unternehmen

Um die Energieeffizienz in KMU ging es im Referat von Marc Cavigelli, Fachspezialist vom Bundesamt für Energie. KMU sind für Cavigelli Firmen mit Energiekosten zwischen 20‘000 und 300‘000 Schweizer Franken. Weit über 1'000 KMU sollen im Rahmen des ab 2017 laufenden Beratungsprogrammes betreut werden. Dass das Beratungsangebot auf ein so reges Interesse stossen werde, zweifelte Moderator Roger Ruch jedoch an. Ihm zufolge müssten dazu erhebliche Anreize, möglicherweise auch finanzieller Natur, geschaffen werden.

Übersicht dank intelligenten Arbeitswerkzeugen

«1'000 Förderprogramme für private Investoren, weitere 700 für Business-Kunden: das Schaffen von Übersicht wird da zu einem Qualitätsmerkmal – auch für die Energieberatung», betonte Evelyn Rubli von den Elektrizitätswerken des Kantons ZH, kurz EKZ. Intelligenten Arbeitswerkzeugen komme dabei eine zentrale Rolle zu. Als solches fungiert unter anderem das Portal www.energiefranken.ch, das vor kurzem komplettiert und in die renommierte Seite www.energie-experten.ch integriert wurde. Dass sich solche Engagements lohnen, zeigen die Besucherzahlen der Website: Monatlich sind es bereits jetzt über 10‘000 Besucher! Die Beratungsfachleute von EKZ hätten den Nutzen ihrer Angebote für Energieberater schon länger im Fokus, so Rubli: «Wir planen diese Angebote künftig weiter zu ergänzen».

Hier finden Sie alle Präsentationen des Tages zum Download.

Weiteres Bildmaterial steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Evelyn Rubli, Leiterin Energieberatung bei Elektrizitätswerk des Kantons Zürich
Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie BFE
Edmond Eiger, Leiter Energie und Effizienzberatung IWB

Veranstalter

Energie Schweiz

Impressum

Text: Othmar Humm, Faktor Journalisten 
Interviews: Peter Basler
Kamera und Schnitt: Adrian Baumann, TVision
Fotografie: Aissa Tripodi, Swissbau
Konzept und Koordination: IEU Kommunikation AG

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen

 
 

 

Kommentare

  • Hans sagte:
    26.02.2016 10:07
    Ja, eine Energieberatung wird immer wichtiger! Bin vor kurzem auf Ökostrom umgestiegen und das ist sogar günstiger!
  • Armin Knoll sagte:
    20.11.2016 12:58
    Danke für den tollen Eventreport.
    Als Energieberater interessieren mich besonders die Themen rund um den Energienachweis und Wärmeschutznachweis. Hier wird sich in Zukunft einiges verändern und ich muss berufsbedingt immer am laufenden bleiben. Werde nächstes Jahr bei der Messe vorbeischauen.
    LG