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Swissbau Magazin: Expertenmeinungen zur Energiewende auf dem Bau

Publiziert am 25.11.2015 von Redaktion Swissbau
Portraits Expertenmeinungen Bauen

News Der Bauwirtschaft kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn der Energiebedarf in der Schweiz nachhaltig gesenkt werden soll. Energieeffizienz ist deshalb auch im kommenden Swissbau Focus eines der Hauptthemen. Im aktuellen Swissbau Magazin haben wir sechs Experten gefragt, mit welchen Massnahmen und Innovationen der Bau die Energiewende schaffen kann. 

«Mit technischen Innovationen kann schnell und effizient viel erreicht werden», ist Prof. Urs Rieder von der Hochschule Luzern – Technik & Architektur überzeugt. Rieder geht aufgrund einer aktuellen Studie davon aus, dass der CO2-Ausstoss gegenüber dem Referenzszenario des Bundes alleine mit optimierter Gebäudetechnik um rund 30 Prozent gesenkt werden kann. Dieses Potenzial haben natürlich auch die Nutzer erkannt, deren Portemonnaie dank dieser Einsparungen ebenfalls entlastet würde. «Die Sensibilität für den Energie- und allgemein den Ressourcenverbrauch hat deutlich zugenommen», bestätigt Rene Bhend vom Küchenhersteller Alno (Schweiz) AG. Eine passende Antwort auf die wachsende Nachfrage nach energieeffizienten Innovationen bereitzuhalten, sei demnach überlebenswichtig.

Insbesondere bei grossen Anlagen wie bspw. Heizungs- und Lüftungssystemen kann schon sehr viel erreicht werden, wenn sich deren Einsatz örtlich und zeitlich möglichst genau dem effektiven Bedarf anpasst. Trotzdem zeigen diese technischen Fortschritte nach Ansicht von Martin Kaufmann, Geschäftsführer der Walter Meier (Klima Schweiz) AG, nur eine Seite der Medaille. «Die Haustechniker sind gefordert, die Nutzer solcher Systeme in verständlicher Sprache für deren Möglichkeiten, z. B. die Steuerung via Smartphone, zu sensibilisieren», so Kaufmann.

Und was denken die Nutzer? Der Ressortleiter Energie- und Bautechnik vom Schweizerischen Hauseigentümerverband HEV, Thomas Ammann, hält die Ziele der Energiestrategie 2050 technisch gesehen für realistisch: «Es kommt darauf an, die Möglichkeiten bei grösseren Investitionen auszuschöpfen. Wenn sich von jetzt an alle Bauherrschaften danach richten, werden wir die Ziele aufgrund der Lebenszyklen bis ca. 2060-2070 erreichen.»

Um diesen Ablauf zusätzlich zu beschleunigen, setzt die Plattform EnergieSchweiz unter anderem auf die umfassende Information und professionelle Beratung der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer. «Zudem stehen die Weiterentwicklungen der Gebäudestandards und -normen sowie die Bekanntmachung des Standards Nachhaltiges Bauen im Fokus», wie Geschäftsführerin Daniela Bomatter ergänzt.

Das angesprochene Label Nachhaltiges Bauen Schweiz wird am 16. Januar 2016 im Rahmen der Swissbau offiziell lanciert.

Die Grundlage dafür, dass überhaupt gebaut und saniert wird, bilden laut dem Präsidenten von Entwicklung Schweiz, dem Bündner Ständerat Martin Schmid, marktorientierte Anreize im Planungsrecht und in den Bauverfahren. Schmid ist davon überzeugt, dass die anstehenden Herausforderungen nicht mit gesetzlichen Zwängen gemeistert werden können: «Wir benötigen nicht mehr, sondern weniger Vorschriften, denn dies schafft mehr Gestaltungsspielräume und damit Raum für echte Innovationen.»

Den vollständigen Artikel zur Energiewende auf dem Bau finden Sie ab sofort im neuen Swissbau Magazin, eine Übersicht über die Swissbau Focus Veranstaltungen zum Thema sind in unserem Veranstaltungskalender abrufbar.

Im Bild von oben links nach unten rechts: Daniela Bomatter, Rene Bhend, Martin Kaufmann, Prof. Urs Rieder, Ständerat Martin Schmid, Thomas Ammann
Redaktion Swissbau

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