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Watt d’Or 2015: Energy Excellence made in Switzerland

Publiziert am 21.01.2015 von Marianne Zünd, Leiterin Medien + Politik Bundesamt für Energie
Watt d'Or 2015

Meinung Während die parlamentarische Debatte zum Jahrhundertprojekt Energiestrategie 2050 noch andauert, setzen innovative schweizerische Unternehmen die Energiezukunft erfolgreich und mutig in die Praxis um. Ihre Projekte zeigen, wie wir den Herausforderungen der komplexen Energiewelt erfolgreich begegnen können. 

Wissen Sie, was Ihr Boiler macht, wenn Sie gerade mit Ihrer Familie in den Skiferien sind? Zum Beispiel in einer der topmodernen neuen Jugendherbergen in Gstaad Saanenland oder im wellnessHostel4000 und Aqua Allalin in Saas-Fee, die beide nicht nur mit ihrer durchdachten, wunderschönen Architektur, sondern auch mit aussergewöhnlichem Komfort und vor allem mit höchsten Energiestandards überzeugen? Oder ziehen Sie das schöne Bündnerland vor? Bestens, denn dann übernachten Sie mit einiger Wahrscheinlichkeit in einem der fast 100 Leuchtturm-Hotels, die sich verpflichtet haben, ihren Energieverbrauch bis ins Jahr 2020 massiv zu verringern und dadurch rund 18‘000 Tonnen CO2 und 22 Millionen Franken an Energiekosten einzusparen. Eingesparte Energie gleich eingespartes Geld, das sowohl die energieeffizienten Schweizer Jugendherbergen als auch die Bündner Hoteliers in attraktive Angebote und Services für ihre Gäste investieren können. Eine Win-win-Situation also.

Doch kommen wir zurück auf Ihren Boiler zu Hause. Smart Assistants erobern zunehmend unseren Alltag und unterstützen uns in allen erdenklichen Lebenslagen. Auch bei der Stromversorgung. Hinter der Tatsache, dass in der Schweiz Strom jederzeit verfügbar ist, steckt eine teure Infrastruktur aus Kraftwerken, Transformatoren und Leitungen. Und diese Infrastruktur wird durch immer mehr dezentrale Kraftwerke wie Photovoltaik- oder Windanlagen, die je nach Wetter und Tageszeit viel oder wenig Strom ins Netz einspeisen, sowie durch neue Stromverbraucher wie Elektroautos bald über ihre Leistungsgrenze hinaus belastet. Ihr Boiler, vorausgesetzt er ist mit einem Smart Assistant wie GridSense – entwickelt von der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) und vermarktet von der Alpiq Gruppe – ausgestattet, sorgt zusammen mit allen anderen intelligent aufgerüsteten Geräten und Anlagen dafür, dass die Last im Netz trotzdem jederzeit ausgeglichen ist und ein teurer Ausbau des Stromnetzes unnötig ist. Ihr Boiler macht das übrigens ganz selbstständig, Sie müssen sich nicht um ihn kümmern und dürfen weiter Ihre Skiferien geniessen. Er lernt und agiert selbstständig. 

Genauso wie der vom Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik der ETH Zürich entwickelte Smart Assistant im Bus der Carrosserie HESS AG, mit dem Sie nach den Ferien wieder zur Arbeit fahren. Die ausgeklügelte Software des Busses kennt die Strecke der Buslinie genau, jede Steigung, jede Haltestelle, und weiss dank GPS jederzeit, wo sich der Bus gerade befindet. Mit diesen Daten optimiert sie das Energiesystem des dieselelektrischen Antriebs und spart so rund einen Viertel des Treibstoffs. 

All die Daten dieser smarten Assistenten landen früher oder später in einem Rechenzentrum. Vielleicht im Swisscom Wankdorf Data Center xDC, derzeit eines der modernsten, sichersten und energieeffizientesten Rechenzentren in Europa. Geplant von der RZintegral AG, verfügt es über eine punktgenaue Kühlung mit Aussenluft und Regenwasser, speist die Abwärme in den Wärmeverbund der Stadt Bern ein und sein innovatives Notstromsystem macht Batterien überflüssig. Sie sehen, während Sie auf den verschneiten Pisten entspannt Ihre Kurven ziehen, läuft um Sie herum eine komplexe Welt ab. Wie gut, dass es Fachleute gibt, die sich damit auskennen.

Und wie gut, dass unsere Hochschulen erkannt haben, dass eine komplexe Welt eine stark interdisziplinäre Ausbildung der künftigen Ingenieure, Haustechniker, Planer, Architekten und Facharbeiter braucht. Wie die Hochschule Luzern – Technik & Architektur, die ihren Studierenden dieses interdisziplinäre Lernen und Arbeiten in den wohl intensivsten Semestern ihrer Hochschulkarriere ermöglicht hat mit der Teilnahme am Solar Decathlon Europe 2014.

All diese überzeugenden Leistungen wurden Anfang Januar mit dem Watt d’Or 2015 ausgezeichnet. Verliehen wird der Preis für aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich vom Bundesamt für Energie, welches mit EnergieSchweiz Leading Partner des Swissbau Focus ist. Die Projekte zeigen, dass Energie als Thema und als Differenzierungsmerkmal im Markt angekommen ist. Technologieanbieter und -anwender sind bereit, die ökonomischen und ökologischen Vorteile für sich zu erschliessen. 

Die Siegerprojekte des Watt d’Or 2015 bringen uns auf dem Weg in eine immer vernetztere, komplexere und smartere Energiezukunft ein grosses Stück weiter. Energy Excellence made in Switzerland. Bravo!

Marianne Zünd zum Watt d'Or 2015

Marianne Zünd

Marianne Zünd

Marianne Zünd war nach Abschluss ihres Biologiestudiums an der Universität Bern beim Bundesamt für Bildung und Wissenschaft tätig, später unter anderen bei Swissmem sowie bei der Amstein + Walthert AG in Zürich. Danach arbeitete Sie im Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) als stellvertretende Chefin des Dienstes für Sicherheitsforschung und Internationale Angelegenheiten, bevor Sie 2003 ihre Tätigkeit beim Bundesamt für Energie als Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin der Abteilung Medien + Politik aufnahm.

Verwandter Beitrag

  • In der Swissbau Focus Arena «Energiestrategie 2050 – Schlüsselbranche Bau?» vom 23. Januar 2014 wurde die Energiestrategie kontrovers diskutiert – neben anderen auch mit Marianne Zünd. Hier finden Sie den Eventreport zur Veranstaltung.
  • Hier finden Sie weitere Informationen zum Watt d'Or 2015, Bilder der Preisverleihung sowie Videointerviews mit den Preisträgern und Jurymitgliedern.

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