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Elektromobilität – Wie können wir uns darauf vorbereiten?

Publiziert am 01.07.2014 von Marco Piffaretti, Geschäftsführer Protoscar SA
Elektromobilität

Meinung Obwohl die Bauwirtschaft und die Automobilindustrie sehr unterschiedlich sind, gibt es wichtige Erkenntnisse, die die eine Branche von der anderen lernen sollte – denn beide Branchen müssen sich immer mehr mit der Nachhaltigkeit ihrer Produkte beschäftigen. 

Die Automobilindustrie sollte sich insbesondere auf die Nachhaltigkeit des ganzen Systems fokussieren, inklusive Treibstoffherkunft und -produktion. Das heisst, sowohl CO2-Werte wie auch Wirkungsgrad der Primärenergie sollten in die Überlegungen miteinbezogen werden. Es sollten also die ganzen «Well-to-Wheel»-Werte berechnet werden, nicht nur der Verbrauch «ab dem Tank». In der Baubranche wurde mit dem Minergie-A-ECO-Standard unter dem Kapitel «Bauökologie» bereits ein bedeutender Schritt in diese Richtung gemacht. Hier kann und soll die Automobilbranche von der Baubranche lernen.

Umgekehrt könnte die Gebäudetechnik von der Automobilbranche die sehr stringenten CO2-Emissionswerte anstreben, durch die man auch eine Chance hat, sich in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft zu bewegen. In diesem Bereich hat die Automobilbranche in den letzten 10 Jahren enorme Fortschritte gemacht, weswegen eine konsequente Elektrifizierung begonnen hat.

In der Automobilbranche werden Regelungen wie CO2-Ausstosslimitationen – Sanktionen bei Werten über dem Durchschnitt von 95 g CO2/km ab dem Jahr 2021 sind bereits beschlossen – erlassen, die die Elektrifizierung weiter vorantreiben, um die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Der Bau muss darauf reagieren und sich heute schon auf die massenhafte Einführung der Elektromobilität optimal vorbereiten.

Dies indem in Neubauten Leerrohre gelegt werden, um das Einbauen von erneuerbaren Energien wie Photovoltaikanlagen oder Pufferbatterien und der Ladetechnik für Elektrofahrzeuge zu vereinfachen. Konkret heisst das, es muss eine blaue runde CEE-Steckdose, 16 A einphasig, auch als «Camping-Steckdose» bekannt, für jeden Autoplatz vorgesehen werden. Denn so können die Home Charge Devices beim Kauf eines Elektroautos ohne weitere Kosten in Betrieb genommen werden. Damit wäre jedes Gebäude bereits ideal auf die elektromobile Welt der Zukunft vorbereitet.


Marco Piffaretti zu Steuermöglichkeiten in der Gebäudetechnik

Marco Piffaretti

Marco Piffaretti

Marco Piffaretti ist 1965 in Bellinzona geboren und hat an der Schule für angewandte Kunst und Design Turin und am Art Center College of Design in La Tour de Peliz Automobildesign studiert. Zwischen 1986 und 1990 hat er sich mit der Entwicklung diverser Elektrofahrzeuge mit Karosserien aus leichten Verbundmetallen beschäftigt. Im Jahre 1987 hat er die Firma Protoscar gegründet, ein Ingenieur- und Designunternehmen, das auf die Entwicklung alternativer Fahrzeuge und seit 1992 auch insbesondere auf ökologische Fahrzeuge spezialisiert ist.

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