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Die Energiewende ist eine interdisziplinäre Herausforderung

Publiziert am 04.02.2014 von Markus Weber, Vorsitzender der Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände
Das Haus ein Mensch

Meinung Durch den Anteil von 46% des Gesamtenergieverbrauchs spielen die Gebäude in der Schweiz eine entscheidende Rolle in der Energiewende. Dass die Gebäudetechnik dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann und muss, hat die diesbezügliche Branche längstens erkannt. Doch in der Politik, bei den Behörden und in der Gesellschaft ist das Potential der Gebäudetechnik noch zu wenig bekannt. 

Eine gute Gebäudetechnik sieht man nicht, hört man nicht und spürt man nicht, und genau das scheint das Problem dieser Branche zu sein: Wie soll man den Nutzen verständlich aufzeigen, von etwas, das man weder sieht, noch hört, noch spürt?

Deshalb haben sich 30 Verbände aus dem Bereich der Gebäudetechnik zur «Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände» zusammengeschlossen. Die Branche ist mobilisiert: Mit vereinten Kräften nimmt die KGTV zurzeit Einfluss auf den politischen Prozess rund um die Energiewende. Mit einem 5-Punkte-Programm, das sich einerseits am Lebenszyklus der Gebäude orientiert und andererseits eine übergeordnete Sichtweise über die einzelnen Disziplinen einnimmt, hat die KGTV die zentralen Anforderungen an Planung, Produkte/Systeme, Ausführung, Betrieb und Bildung definiert.

Die Kommission UREK-N, unter der Leitung von Nationalrat Hans Killer, hat am 20. Januar 2014 mit der Beratung des überarbeiteten Energiegesetzes begonnen. Die KGTV hat, basierend auf dem 5-Punkte-Programm, entsprechende Gesetzesartikel formuliert und wird diese über verschiedene Kommissionsmitglieder in die Beratung einbringen.

Doch das ist nur der erste Schritt, in einem zweiten Schritt verlangt die KGTV ein Gebäudetechnik-Programm: Dieses soll konkrete Massnahmen im Bereich Gebäudetechnik und die schweizweiten Potentiale in Bezug auf Primärenergiebedarf, CO2-Emissionen und Umweltbelastung aufzeigen. Der Antrag an das Bundesamt für Energie (BFE) für die Mitfinanzierung der Initialisierung des Gebäudetechnik-Programmes ist eingereicht, die Mitglieder der KGTV warten gespannt auf die Stellungnahme.

Markus Weber

Markus Weber

Markus Weber ist Elektroingenieur FH/SIA und Betriebsingenieur ISZ/SIB. Er ist CEO der KIWI Systemingenieure und Berater AG, ein Planungsunternehmen im Bereich komplexer interdisziplinärer Gebäudetechnik mit rund 55 Mitarbeitern. Zudem ist er Präsident des SIA Fachvereins Gebäudetechnik und Energie und Vorsitzender der Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände.

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