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Preisverleihung Umweltpreis der Schweiz

Publiziert am 21.01.2014 von Redaktion Swissbau
umweltpreis
Eventreport Preisverleihung Umweltpreis der Schweiz, 21. Januar 2014, 17.30-18.30 Uhr, Messe Basel

Seit 1995 honoriert die Stiftung pro Aqua – pro Vita alle zwei Jahre besonders herausragende Technologien, Verfahren und Produkte, die auf innovative Weise zu Umweltschutz und Ressourcenschonung beitragen, mit dem Umweltpreis der Schweiz. An der Preisverleihung am 21. Januar 2014 wurde ausserdem ein Preis in der Kategorie «Ecopreneur» vergeben.

Mit 83 eingereichten Projekten erfuhr der Umweltpreis dieses Jahr eine Rekordbeteiligung. Die Bewertung dieser Projekte bescherte der Fachjury unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Bunge von der Hochschule für Technik in Rapperswil dieses Jahr hitzige Diskussionen. Daher entschied sie sich, neben dem Preis in der Kategorie «Ecopreneur», zwei erste Preise sowie einen Spezialpreis in der Kategorie «Innovation» zu vergeben.

Eröffnet wurde die Preisverleihung mit rund 200 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Forschung durch Stephan Peyer, dem Präsidenten der Stiftung pro Aqua – pro Vita, sowie einem Impulsreferat von Bruno Oberle, Direktor des Bundesamtes für Umwelt BAFU unter dem Titel «Nachhaltiges Bauen, ein zentraler Pfeiler der grünen Wirtschaft». Darin betonte Oberle die enorme Bedeutung des Bausektors bei der Verkleinerung des ökologischen Fussabdruckes der Schweiz,  denn er «leistet» nach den Bereichen Ernährung und private Mobilität den drittgrössten Beitrag zur Gesamtumweltbelastung der Schweiz im Konsumbereich. Dazu kommt, dass Veränderungen im Gebäudebereich einen wesentlich längeren Zeithorizont haben als in anderen Sektoren. Bemerkenswert sei ausserdem, dass 60% der von der Schweiz verursachten Umweltbelastungen im Ausland anfielen. Ziel des Bundesrates sei es daher, die Ressourceneffizienz massiv zu erhöhen sowie auch Verantwortung für die im Ausland generierten Belastungen zu übernehmen. Für die Umsetzung von mehr Ressourceneffizienz im Baubereich arbeitet der Bund momentan an einer Reihe von gesetzlichen Grundlagen, so an der Revision des Umweltschutzgesetzes und der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) sowie am Aktionsplan «Grüne Wirtschaft». «Grüne Wirtschaft ist nichts anderes als schlaue Wirtschaft, und ihr tragt mit euren Innovationen dazu bei», schloss Oberle sein Referat und leitete damit über zur eigentlichen Preisverleihung.

Den Preis in der Kategorie «Ecopreneur» vergab Rainer Bunge an Heinrich Eberhard von den Eberhard Unternehmungen. Ein «Ecopreneur» sei jemand, der Gutes für die Umwelt tue und damit gleichzeitig Geld verdiene, so Bunge. Eberhard habe dies seit 30 Jahren als Vorreiter in der Baubranche bei der Einführung neuer Umwelttechnologien getan, beispielsweise mit der Investition in Bodenwaschanlagen oder der Ausrüstung seiner Baumaschinenflotte mit Partikelfiltern.

Die Preisverleihung in der Kategorie «Innovation» begann anschliessend mit der Vergabe eines Spezialpreises an das Ökozentrum Langenbruck durch Daniel Zürcher, Leiter der Sektion Innovation beim Bundesamt für Umwelt BAFU und Stiftungsrat bei pro Aqua – pro Vita. Ausgezeichnet wurde das Ökozentrum für das Projekt «Aactor !GT – Strom und Klimaschutz von der Deponie», in dem ein System aus Schwachgasbrennern mit integrierter inverser Mikroturbine entwickelt wurde. Damit lassen sich Deponiegase mit nur noch geringem Methangehalt (Schwachgas) zur Stromerzeugung nutzen. Mit dem Spezialpreis würdige man aber auch eine ganz Reihe anderer wegweisender Entwicklungen des Ökozentrums, betonte Zürcher.

Einen der beiden ersten Preise in der Kategorie «Innovation» erhielt die Kies und Beton AG aus Bad Ragaz für die Entwicklung eines umweltfreundlichen Bindemittels unter dem Namen REBA (Ragazer Erdbeton-Additiv), das kurz vor der Markteinführung steht. Peter Hunziker von der Hunziker Betatech AG sowie Stiftungsrat von pro Aqua – pro Vita würdigte in seiner Laudatio diese umweltfreundliche Neuentwicklung, die einen Teil des Zements durch das Abfallprodukt Holzasche ersetzt. Eingesetzt wird das Bindemittel wiederum zur Verwertung eines weiteren Abfallproduktes, nämlich von Kiesschlamm, der bei der Gewinnung von Sand und Kies entsteht und auf diese Weise zu Erdbeton wird. Das Produkt kann als Ersatz für verdichteten Kies oder Magerbeton eingesetzt werden.

Die grünliberale Nationalrätin Isabelle Chevalley, ebenfalls Stiftungsrätin von pro Aqua – pro Vita, beschloss die Veranstaltung mit der Vergabe des zweiten ersten Preises an die EMPA für die Entwicklung eines Dämmputzes mit nanoporösem Aerogel. Das seit Anfang dieses Jahres von der Fixit AG vertriebene Produkt sei ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit engagierter Forscher und mutiger Unternehmer. Der neue Dämmputz, dessen Wärmeleitfähigkeit ähnlich tief ist wie die von EPS-Platten oder Mineralwolle, lässt sich maschinell aufspritzen. Da er das äussere Erscheinungsbild eines Gebäudes nicht verändert, bringt er vor allem grosse Vorteile bei der energetische Sanierung historischer Gebäude mit sich – eine «win-win-Situation für Ökologie und Kultur», so Chevalley.

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «Preisverleihung Umweltpreis der Schweiz» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Bernhard Zindel, Vorsitzender der Geschäftsleitung Kies und Beton AG
Mark Zimmermann, Projektleiter Abteilung Building Science and Technology EMPA
Bruno Oberle,
Direktor Bundesamt für Umwelt BAFU

Präsentationen der Veranstaltung «Preisverleihung Umweltpreis der Schweiz»

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Präsentation der Preisverleihung «Umweltpreis der Schweiz»


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Präsentation von Heinrich Eberhard


Veranstalter

Stiftung PRO AQUA-PRO VITA


Impressum

Text: Claudia Carle, Tec21
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

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