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Intelligentes Wohnen: energieeffizient und so schön wie Autofahren?

Publiziert am 25.01.2014 von Redaktion Swissbau
Intelligentes Wohnen energieeffizient und so schön wie Autofahren
Eventreport - Intelligentes Wohnen: energieeffizient und so schön wie Autofahren?, 25. Januar 2014, 09.15-10.45 Uhr, Messe Basel

Bild: René Senn, Stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle GNI 

Ist Intelligentes Wohnen so energieeffizient und schön wie Autofahren? Dieser Frage gingen am Themenanlass der Gebäude Netzwerk Initiative GNI vier Referenten auf den Grund. Dem Fachpublikum wurden das Konzept digitalSTROM, das Minergiemodul Raumkomfort, ein dazu passendes KNX-basiertes Minergiemodul Raumkomfort von Theben HTS sowie die Möglichkeiten der intelligenten Steuerung von Multimedia aufgezeigt.

René Senn, Stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle GNI, ging mit seinen Ko-Referenten der Frage nach, ob Intelligentes Wohnen bereits so energieeffizient und schön wie Autofahren ist. Die Antwort lautete «Jein», denn die Gebäudeautomation ist noch nicht so weit fortgeschritten wie der Autobau. Gleichzeitig bewiesen die Vorträge von Martin Vesper, CEO digitalSTROM AG, René Senn, Stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle GNI, Walter Lörtscher, Projektleiter Kilchenmann AG, und Martin Hess, Aussendienst Theben HTS AG, dass das vernetzte Wohnen bereits heute ein Plus an Komfort bei wesentlich besserer Energieeffizienz bietet. 

Strom kommt aus der Steckdose. Doch Martin Vesper von der digitalSTROM AG zeigte, dass Strom viel mehr kann. In einem mit digitalSTROM vernetzten Haus lassen sich alle Geräte intelligent und individuell einsetzen. «Wir wollen die Anwendung von der Funktion trennen», erklärte Vesper. Anwendungen sind in einem so vernetzten Haus nur noch Software. Das bedeutet, der Lichtschalter von heute kann morgen für die Bedienung der Stereoanlage eingesetzt werden. Ein solches Smarthome erlaubt nicht nur eine höhere Flexibilität, sondern auch geringere Kosten. Das Erstellen der Infrastruktur für eine komplett vernetzte 4,5-Zimmer-Wohnung beläuft sich auf ungefähr 4’500 Franken, die Kosten für ein Haus liegen bei 10‘000 Franken. Die Services, beispielsweise für die Steuerung von Heizungen oder Sicherheitsalarmen, können auch später Schritt für Schritt beschafft werden. Vesper kam zum positiven Fazit: «Ja, Intelligentes Wohnen kann energieeffizient und schöner als Autofahren sein.»

René Senn stellte das Minergiemodul Raumkomfort (Raumtemperatur) vor. Minergie-Module Raumkomfort sind zertifizierte Systeme für die Raumautomation. Sie beinhalten die Sensorik, Logik und Aktorik. Nebst diesem Minergiemodul existieren 1’100 weitere solche Bausteine. Beim Minergiemodul Raumkomfort liegt der Fokus auf der Raumtemperatur beziehungsweise der Einzelraumregelung der Temperatur im Wohnbau. Ziel ist die energieeffiziente Regelung der Raumtemperatur bei optimalem Komfort. Der fürs betreffende Haus zuständige Installateur stellt auf Wunsch ein Qualitätszertifikat für das Modul aus. Dies sei möglicherweise ein gutes Argument beim Weiterverkauf des Objekts, meinte René Senn. Er wagte auch einen Blick in die Zukunft: «Wir planen, das Minergiemodul Raumkomfort zum Minergiemodul Raumkomfort (Raumautomation) auszubauen.» 

Walter Lörtscher, Projektleiter Kilchenmann AG, demonstrierte live an einem Haus, wie sich dieses über eine einzige App via i-Pad fernsteuern lässt. «Bisherige Lösungen mit einer Fernsteuerung pro Gerät beziehungsweise mit einer App pro Gerät lassen sich damit komfortabel ersetzen», versicherte er. Er präsentierte die Fernsteuerung der Sonnenstoren und ging über zum Fernseher, bei dem das Einschalten des TV-Geräts, der Set-Top-Box etc. zusammenkommt. Um intelligentes Wohnen handle es sich zum Beispiel, wenn man beim Verlassen des Hauses alle Geräte über einen «Goodbye-Knopf» ausschalte. Dank der einfachen Steuerung können alle Familienmitglieder auf komfortable Art zum Energiesparen beitragen.

Martin Hess, im Aussendienst Ostschweiz bei der Theben HTS AG, präsentierte ein zum Minergiemodul Raumkomfort passendes KNX-basiertes Minergiemodul Raumkomfort. Dieses ermöglicht es, ohne Komfortverzicht Energie zu sparen. Es arbeitet präsenzabhängig und spart Heizkosten, indem es die Temperatur optimal regelt. Das über ein Multifunktionsdisplay gesteuerte Produkt eignet sich für Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser, Hotels und Heime.

In der Schlussdiskussion stellte Senn die Frage nach der Sicherheit von Cloud-Lösungen für Smarthomes. Martin Vesper meinte dazu: «Ja, es gibt Risiken, aber das vernetzte Haus bietet auch viel mehr Möglichkeiten.» Man verzichte auch nicht auf Sicherheitssysteme im Auto, obwohl diese Fehlfunktionen haben können. Zudem arbeite die Branche intensiv an der Verbesserung der Produkte. Auf die Frage, wie viele Häuser von zehn heute schon intelligent genannt werden können, antwortete Walter Lörtscher: «Ich denke eins von zehn.» Vesper schätzte diese Zahl eher als zu hoch ein, falls man darunter komplett vernetzte Häuser verstehe. Das Intelligente Wohnen hat somit bestimmt noch eine grosse Zukunft vor sich.

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «Intelligentes Wohnen: energieeffizient und so schön wie Autofahren?» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

René Senn, Stellvertretender
Leiter der Geschäftsstelle GNI
Martin Hess,Verkaufsberater
Theben HTS AG
Walter Lörtscher,
Projektleiter Kilchenmann AG
Martin Vesper,
CEO digitalSTROM AG


Präsentationen der Veranstaltung «Intelligentes Wohnen: energieeffizient und so schön wie Autofahren?»

 

Präsentation von Martin Vesper, CEO digitalSTROM AG


Intelligentes Wohnen: energieeffizient und so schön wie Autofahren?

Präsentation von Matthias Russenberger, Verkaufsberater Theben HTS AG


Präsentation von René Senn, Stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle GNI


Veranstalter

GNI


Impressum

Text: Christian Bärtschi, Bärtschi-Texte
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

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