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Filmvorführung: De Drager

Publiziert am 22.01.2014 von Redaktion Swissbau
Filmvorfuehrung De Drager
Eventreport Filmvorführung De Drager, 22. Januar 2014, 18.00-20.00 Uhr, Messe Basel

Wie viel gestalterische Kontrolle braucht und verträgt unser Lebensraum und in welchem Ausmass sollte er sich frei entwickeln können?

Mit dieser planerischen Grundsatzfrage beschäftigt sich der niederländische Architekt John Habraken seit über fünfzig Jahren und forderte schon damals seine Berufskollegen dazu auf, weniger als Schöpfer zu agieren, denn als Gärtner. Ein guter Gärtner zwängt das Leben nicht in eine Form, sondern setzt einen Rahmen (von Habraken «drager» genannt, nl. für «Träger»), in dem es sich entwickeln kann. Die Filmemacher Sonja Lüthi und Marc Schwarz haben dazu den Film «De Drager» gedreht. Zur Filmvorführung am 22. Januar 2014 hatten der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA gemeinsam mit dem Schweizerischen Architekturmuseum S AM eingeladen. 

Der niederländische Architekt, Theoretiker und Professor John Habraken (*1928) gilt als einer der kontroversesten Architekten seiner Generation. Der Film «De Drager» nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise in die Gedankenwelt des Architekten. 

Während Architekten weltweit seinen Beitrag zu einer «offenen» Architektur geradezu als prophetisch verehren, sehen andere darin eine Untergrabung der Rolle des Architekten als Schöpfer einzigartiger Bauten. Stein des Anstosses war die Veröffentlichung des manifestartigen, dünnen Buchs «De dragers en de mensen – het einde van de massawoningbouw» im Jahre 1961 («Die Träger und die Menschen – das Ende des Massenwohnungsbaus»). Darin stellt Habraken die Grundsatzfrage: Was ist die Rolle des Architekten bei der Gestaltung unserer Wohnungen bzw. unserer alltäglichen Umgebung? Statt Architekten dabei die Rolle als alleinige Schöpfer zuzugestehen, propagiert Habraken, eher als Gärtner zu agieren: Ein guter Gärtner zwängt das Leben nicht in eine Form, sondern setzt einen Rahmen, in dem es sich entwickeln kann. Diesen architektonischen Rahmen nannte Habraken «drager» (Träger), liess dabei aber bewusst offen, wie dieser auszusehen habe: «Die Theorie sollte für vielfältige Interpretation offen bleiben.» 

Der Film von Sonja Lüthi und Marc Schwarz (schwarzpictures 2013) befasst sich mit den Gedanken eines Architekten, der in seinem Leben «eine einzige Idee hatte» und diese ständig weiterentwickeln sollte. In der Linie Habrakens liegt der Fokus dabei nicht auf Projekten, sondern auf Prinzipien bzw. auf der Ergründung einer Architektur, die nicht dem Kopf eines Architekten entspringt, sondern im Leben wurzelt.

Der Film ist online verfügbar.

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «Filmvorführung «De Drager»» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

Hubertus Adam,
Direktor Schweizerisches Architekturmuseum
S AM
Stefan Cadosch,
Präsident Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA
Sonja Lüthi,
Journalistin
Marc Schwarz,
Filmautor

Veranstalter

SIA

mit Unterstützung des S AM


Impressum

Text: Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

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