Blog

Energieapéro Pilotregion Basel 2.0: Elf Projekte für die 2000-Watt-Gesellschaft

Publiziert am 21.01.2014 von Redaktion Swissbau
Energieapéro Pilotregion Basel 2.0: Elf Projekte für die 2000-Watt-Gesellschaft
Eventreport Energieapéro Pilotregion Basel 2.0: Elf Projekte für die 2000-Watt-Gesellschaft, 21. Januar 2014, 18.00-20.00 Uhr, Messe Basel 

Bild: v.l.n.r. Emil Franov, Mitglied der Geschäftsleitung Carbotech AG; Urs Elber, Geschäftsführer Novatlantis; Christian Mathys, Leiter Energietechnik, Amt für Umwelt und Energie Basel Stadt; René L. Kobler, Hochschule für Architektur Bau und Geomatik Institut Energie am Bau FHNW

Der Energieapéro beider Basel am ersten Tag der Swissbau zeigt Fortschritte in der Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsresultaten in die Baupraxis. Elf Projekte belegen die Praxistauglichkeit neuer Technologien. Die beteiligten Fachleute äussern sich, wie viele fachkundige Zuhörer, optimistisch.

Mehr als zehn Jahre läuft das Programm zur Pilotregion Basel. Eine Standortbestimmung soll Auskunft über die Realisierbarkeit dieser Vision geben. Die Resultate der Projekte stimmen die Verantwortlichen zuversichtlich. Zumindest im Bau können die Ziele erreicht werden. Schwieriger dürfte es in der Mobilität und im Flächenanspruch für das Wohnen und Arbeiten werden.

Ob Basel und seine Umgebung zu einer 2000-Watt-Region werden können, lässt sich zumindest abschätzen, indem die Potenziale der vom Kanton Basel-Stadt initiierten Projekte bewertet werden. Urs Elber, Geschäftsführer von Novatlantis, visualisierte die Highlights der elf Projekte. «Es braucht ein Klima für Innovationen», meinte Elber zusammenfassend, «in dem Baufachleute ebenso wie Investoren und Behörden mit kalkulierbaren Risiken positiv umgehen». Unterstützt und begleitet wurden die Vorhaben vom Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt.   

«Kein Platz für die Lüftung bei Erneuerungen?» Die brisante Frage von René Kobler vom Institut für Energie am Bau der Fachhochschule Nordwestschweiz zielt auf die Knacknüsse, die sich bei der Installation von Lüftungskanälen in bestehende Wohnräume ergeben. Der Architekt Kobler empfiehlt Fassadenelemente mit integrierten Lüftungsrohren: «Der Innenraum bleibt dadurch frei von Einbauten.» Für Kobler weisen vorfabrizierte Fassaden im Erneuerungsmarkt ein enormes Potenzial auf. Gemäss Untersuchungen der Hochschule Luzern stehen in der Schweiz 70‘000 sanierungsbedürftige Mehrfamilienhäuser, die mittels fertigen Elementen für die Zukunft fit gemacht werden können. Nicht nur die technischen Installationen, auch die Fenster und die gedämmten Teile kommen mit dem Kran an die Aussenwand. Ein wichtiger Nebeneffekt: «Die Bewohner müssen nicht aus dem Haus.» Für viele Hausbesitzer könnte das ein starkes Argument sein, so Kobler.

700 Jahre alt ist die Alte Mühle Sissach und «durchaus bereit für die Zukunf», meint Emil Franov von Carbotech. Der Energieberater hat das historische Objekt mit einem Aerogel-Dämmputz eingepackt. «Für Baudenkmäler eine ideale Lösung.» Ist die Mühle jetzt 2000-Watt-tauglich? In Verbindung mit anderen Massnahmen – erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung und eine CO2-arme Mobilität – «sind wir auf Pfad». Grossen Einfluss hat zudem die Wohnfläche pro Person: Mit 38 Quadratmetern ist der Kennwert in der Mühle moderat. Dem Baukonzept gingen umfangreiche Analysen voraus, meint Franov. Vor der Sanierung ging fast die Hälfte der Heizenergie durch die opake Aussenwand verloren. Die Fenster machten nur 5 Prozent aus. Für Franov war das der Grund für den Dämmputz. Damit lassen sich zwei Drittel des Wärmeverlustes durch die Wand verhindern.

Kaum 50 Schritte von den Vortragenden des Energieapéros entfernt wurde zur gleichen Zeit der hochdotierte Schweizer Umweltpreis vergeben. In der Kategorie Innovation bekam der Dämmputz einen der beiden ersten Preise in der Kategorie «Innovation». Für die «Erfinder» des hochdämmenden Verputzes, die EMPA Dübendorf und die Firma Fixit, eine weitere Bestätigung. «Jetzt ist nur noch zu hoffen», meint der Moderator Christian Mathys vom Amt für Umwelt und Energie, dass diese Technologien auf Akzeptanz stossen. Denn, meinte ein Zuhörer: «Technik allein genügt nicht». 

Weiteres Bildmaterial zur Veranstaltung «Energieapéro Pilotregion Basel 2.0: Elf Projekte für die 2000-Watt-Gesellschaft» steht in der Bilddatenbank der Swissbau zur Verfügung.


Videointerviews

René L. Kobler, Wissenschaftlicher
Mitarbeiter Institut Energie am Bau FHNW
Emil Franov,
Mitglied der Geschäftsleitung Carbotech AG
Urs Elber,
Geschäftsführer Novatlantis


Präsentationen der Veranstaltung «Energieapéro Pilotregion Basel 2.0: Elf Projekte für die 2000-Watt-Gesellschaft»

Energieapero

Präsentation von Urs Elber, Geschäftsführer Novatlantis


Energieapero

Präsentation von Emil Franov, Mitglied der Geschäftsleitung Carbotech AG


Energieapero

Präsentation von René L. Kobler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut Energie am Bau FHNW


Veranstalter

Amt für Umwelt und Energie Basel Stadt        
Amt für Umweltschutz und Energie


Impressum

Text: Othmar Humm, Faktor Journalisten 
Interviews: Peter Basler
Kamera: Adrian Baumann, TVision
Schnitt: Adrian Hedinger, TVision
Fotografie: MCH Swissbau
Konzept und Koordination: IEU AG


Redaktion Swissbau

Redaktion Swissbau

Der Swissbau Blog ist eine dialogorientierte Online-Plattform für aktuelle Beiträge zur Bauwirtschaft in der Schweiz. Neben zahlreichen Beiträgen aus dem Themenspektrum des Swissbau Focus liefert er regelmässig interessante News und Hintergründe zur Baubranche bzw. zur Swissbau selbst. Informationen zur Autorenschaft finden sich im Impressum. Bitte beachten Sie zudem die Blog Policy.

Veröffentlicht unter: