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Freiwillige Massnahmen der Wirtschaft: Mehr Energieeffizienz

Publiziert am 14.05.2013 von Umberto Colicchio, Leiter Metallbau der Schweizerischen Metall-Union
Energeiwende Metallbau Window

Meinung Die Ausbau- und somit auch die Metallbaubranche bekennen sich zur Energiewende und zu einem zeitlich abgestuften Ausstieg aus der aktuellen Technik der Kernenergie. Im Zentrum der Anstrengungen muss die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Bevölkerung stehen. 

Wir setzen uns deshalb für Fortschritte in der Energieeffizienz und für den konsequenten Ausbau von alternativen, erneuerbaren Energien ein. Das ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur eigenverantwortlichen und freiwilligen Umsetzung von Klima- und energiepolitischen Massnahmen.

Wir engagieren uns für ganzheitliche Sanierungskonzepte – unter Berücksichtigung der Möglichkeiten zur Siedlungsverdichtung. Damit optimieren wir die Effizienz der Sanierungsmassnahmen und tragen zur zeitgerechten Erreichung der Klima- und energiepolitischen Spartenziele bei.

Ebenfalls unterstützen wir die Initiative des Masterplans Cleantech. Wir werden uns aktiv an der Konsultation und der Umsetzung beteiligen, um durch «Cleantech-freundliche», nationale Rahmenbedingungen die erneuerbare und effiziente Energiewirtschaft zu fördern. Dass all diese Ziele realistisch sind, möchte ich anhand von zwei konkreten Beispielen aufzeigen:

Beispiel 1, Solarwärme: Solarwärme beinhaltet ein erhebliches Effizienzpotenzial und wird nach wie vor unterschätzt. Rund die Hälfte des Wärmebedarfs und rund ein Drittel des heutigen Strombedarfs liessen sich mittels Solartechnologie decken. Zwar sind die Produktion und die Installation von Solaranlagen jetzt noch teurer als herkömmliche Systeme. Doch wird sich die Rentabilität in den nächsten Jahren markant erhöhen. Das ist einerseits dem technologischem Fortschritt und andererseits der systematischen Einbindung der Solarenergie in den Energiemix zu verdanken. Mit diesen Entwicklungen eröffnet sich der Metallbaubranche ein weiterer interessanter Markt.

Beispiel 2, Gebäudesanierung: In der Schweiz fallen über 40 Prozent des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen im Gebäudebereich an. Mit einer Sanierung lässt sich also viel bewirken: In einigen Gebäuden kann der Wärmebedarf um mehr als die Hälfte reduziert werden. Rund 1.5 Millionen Gebäude der Schweiz sind aus energetischer Sicht dringend sanierungsbedürftig. Dieses Potenzial ist noch viel zu wenig genutzt! Denn jährlich wird nur gerade 1 Prozent der bestehenden Liegenschaften erneuert.

Dabei wären die finanziellen Mittel heute und in Zukunft vorhanden. So wird seit 2010 ein Drittel der Einnahmen aus der CO2-Abgabe für die Finanzierung des Gebäudeprogramms eingesetzt. Das Parlament hat zudem im Rahmen des revidierten CO2-Gesetzes den Plafond von heute CHF 200 Millionen auf CHF 300 Millionen pro Jahr angehoben. Und neu sollen nicht nur Wohn- und Dienstleistungsgebäude in den Genuss einer Förderung kommen, sondern alle beheizten Gebäude. Über die gesamte Lebensdauer der Massnahmen von rund 40 Jahren gerechnet, können durch das Programm ungefähr zwischen 35 und 52 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Neben dem finanziellen Anreiz des Gebäudeprogramms beeinflussen jedoch auch andere Faktoren die Motivation des Liegenschaftsbesitzers für eine energetische Gebäudesanierung und für den Einsatz erneuerbarer Energien. Erheblichen Einfluss haben zum Beispiel die Entwicklung des Öl- und Gaspreises sowie die konjunkturelle Lage.

Umberto Colicchio

Umberto Colicchio

Umberto Colicchio ist Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Metall-Union und hat dort die Leitung Metallbau inne. Des Weiteren ist Herr Colicchio Vorstandsmitglied von Stahlpromotion Schweiz, dem neuen Dach, unter dem die Verbände des Stahlhandels (SSHV), des Stahlbaus (SZS) und des Metallbaus (SMU) zusammenarbeiten.

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