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Erneuerbar – sonnenklar

Publiziert am 03.07.2012 von Geri Müller, Nationalrat Grüne und Präsident der Schweizerischen Energiestiftung (SES)
Gesellschaft Erneuerbar Window

Meinung Ungefähr 80% der in der Schweiz gebrauchten Primärenergie (Öl, Gas, Kohle, Uran) stammt aus Ländern, die nicht demokratisch regiert werden (Ausnahme Norwegen). Die Bevölkerung hat keinen Gewinn durch den Verkauf ihrer Rohstoffe. Armut und Unruhen prägen ihren Alltag. Wenn der Energiefluss gefährdet ist, schreiten amerikanische und europäische Truppen ein (Irak, Libyen, etc.). Anders gesagt, diese Rohstoffe sind die Grundlage unserer wirtschaftlichen Überlegenheit, die der Bevölkerung, denen die Rohstoffe gehören, zum Nachteil gereichen.

An den Erdöl- und Gasquellen werden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt; beides hat verheerende Auswirkungen. Die Ungerechtigkeit wächst damit, dass diese Rohstoffe, welche endlich sind, zu einem absoluten Spottpreis gehandelt werden. Unser Energiehunger wird kurzfristig gedeckt, die nachfolgende Generation wird dafür einen enormen Preis bezahlen. Die Folgen der CO2 Ausstösse sind heute durch Klimaveränderungen langsam absehbar, den Preis dafür will aber niemand bezahlen.

Einfach gesagt: Unser System ist auf zwei Batterien aufgebaut, auf fossilen (Aufladezeit 300 Millionen Jahre) und dem nicht wiederaufladbaren Uran.

Ein Drittel der Energie wird durch die Haushalte verbraucht, hauptsächlich für die Wärme oder Kühlung der Räume.

Es ist schon lange möglich, Häuser so zu bauen, dass sie weder beheizt noch gekühlt werden müssen; es ist eine Idiotie, den menschlichen Körper mit 1'000 Kilo Material durch die Gegend zu kutschieren (Auto) und ein Versorgungssystem aufzubauen, dass billiger wird, je weiter Güter herkommen.

Ich bin überzeugt, dass die Gesellschaft, welche erneuerbar denkt und handelt, sich in Zukunft durchsetzen wird.

Geri Müller

Geri Müller

Geri Müller ist Nationalrat und Präsident der Schweizerischen Energiestiftung (SES). Als Mitglied der Aussenpolitischen Kommission sieht er die Energiewende als die einzige Chance, um aus der Wirtschafts- und Finanzkrise herauszukommen. Er studierte an der Uni Bern u.a. allgemeine Ökologie und ist heute auch Stadtrat in Baden.

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