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Arealvernetzung – Pionierprojekt ETH Hönggerberg

Publiziert am 08.05.2012 von Adrian Altenburger, Verwaltungsrat und Mitglied der Geschäftsleitung Amstein+Walthert AG Zürich
ETH Window

Meinung Nachdem das «Gebäude als System» in Bezug auf einen minimalen Ressourcen- und Energieeinsatz mit dem SIA Effizienzpfad Energie oder entsprechenden Labels insbesondere im Neubau schon stark etabliert ist, sieht es in der Erneuerung und insbesondere bei gebäudeübergreifenden Betrachtungen noch bescheiden aus.

Das «Gebäude im System» und die Nutzung der zum Teil komplementären thermischen Nachfragen und Angebote verschiedener Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen in Kombination mit saisonaler Speicherung stellen ein grosses aber bisher weitgehend ungenutztes Effizienzpotential dar.

Auf dem Hönggerberg wird zurzeit ein Pionierprojekt realisiert: Science City, ein Teil des ETH-Campus, will die Abwärme seiner Gebäude künftig im Sommer über rund 800 Erdwärmesonden im Boden speichern und im Winter über einen Anergiering direkt nutzen.

Diese Abwärme wurde bisher an die Umgebung abgeben und nicht weiter genutzt. Dazu werden alle Gebäude auf dem Campus durch wasserführende Leitungen miteinander verbunden, respektive vernetzt, was erlaubt ihren Energiebedarf untereinander auszugleichen. Um überschüssige Energie (Wärme) vom Tag in die Nacht oder vom Sommer in den Winter zu transferieren, sind zudem grosse, saisonale Erdspeicher, sprich Erdwärmesondenfelder, geplant. Die ETH will insgesamt 7-9 solcher Erdspeicher anlegen und verteuft dazu Erdwärmesonden in eine Tiefe von 200 Metern auf dem ganzen Science-City Gebiet. Bis heute wurden 2 Felder erstellt (230 Erdwärmesonden) und zwei Unterstationen gebaut. Der Versorgungsring wird im April 2012 geschlossen sein, ab diesem Zeitpunkt werden dann auch die ersten Gebäude über das System versorgt .

Die ETH kann mit dem Bau dieses Projekts ihre Nachhaltigkeitsziele konsequent auf die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft, respektive auf die Ziele der 1-Tonne-CO2-Gesellschaft, ausrichten. Bis 2020 soll das Anergienetz realisiert sein.

Adrian Altenburger hat an der Swissbau Focus Arena zum Thema «Energie im Bau - Herausforderungen im Bestand» teilgenommen. Ein Videointerview sowie die Aufnahme der ganzen Sendung finden Sie im Eventreport zum Anlass.

Adrian Altenburger

Adrian Altenburger

Dipl. HLK-Ing. HTL Adrian Altenburger ist Partner/Verwaltungsrat und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Amstein+Walthert AG in Zürich. In seiner Funktion als Bereichsleiter ist er zuständig für die konzeptionelle Beratung und Projektsteuerung für Bauherren, Investoren und Gebäudebetreiber in Fragen der Gebäudetechnik und Energieeffizienz. Adrian Altenburger ist zudem Präsident des SIA-Fachrats Energie.

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