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Brauchen wir eine neue Weiterbildungsinitiative?

Publiziert am 06.01.2012 von Jobst Willers, Verwaltungsratspräsident der Jobst Willers Engineering AG
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Meinung Jeder Bauherr kann von seinem Architekt oder Ingenieur erwarten, umfassend auf seine Zielsetzung hin beraten zu werden. Auf Grund der heutigen Komplexität mit den neuen Technologien, den verschärften Vorschriften im Bauwesen und den Forderungen nach hoher Effizienz wird dazu ein grosser Wissensrucksack benötigt.

Einmal soll das Projekt eine hohe Energieeffizienz aufweisen und zudem in mehreren Varianten über die Wirtschaftlichkeit evaluiert werden. Kommt dann noch der Einbezug der grauen Energie und die integrale Planung über alle Sparten hinzu, sind viele Planer überfordert. Ihr Fachwissen fehlt. Tröstlich ist nur, dass dies (fast) niemanden stört. Der Nutzer eines Gebäudes ist zum Glück häufig zu gutmütig und akzeptiert suboptimale Lösungen. Ärgerlich ist im Betrieb nur, wenn die Defizite aus der Planung zu Tage treten und es beim Nutzer zu Mängelrügen kommt.

Die Erstausbildung kann nur ansatzweise das nötige Fachwissen vermitteln. Im Zentrum muss eine praxisorientierte Weiterbildung zwecks Update des Planerwissens stehen.

Die Weiterbildung der Planer konzentriert sich heute auf Veranstaltungen (Haustech-Planertag) und Kurse/Seminare der Fachvereine (SWKI und andere) sowie der Hochschulen (HS Luzern, FH-NWCH und andere). Ob ein Kurs oder eine Veranstaltung für die Praxis wertvoll ist, wird kaum geprüft. Eine genügend grosse Anzahl Teilnehmer ist Legitimation genug!

Eine Weiterbildungsinitiative mit der Trägerschaft des Bundes und allen in der Planung engagierten Fachvereinen soll die Planungs- und Ausführungsqualität verbessern. Zentrale Fragen dazu sind: Sind Sie mit dem Weiterbildungsangebot zufrieden? Welche Themen fehlen heute im Weiterbildungsangebot? Braucht es eine Koordination der Angebote im Weiterbildungsbereich? Welche Aufgaben soll der Bund (BFE, BBT) übernehmen? Wer definiert, welche Weiterbildung angeboten werden soll? Welche Weiterbildung brauche ich persönlich dringend?

Jobst Willers

Jobst Willers

Jobst Willers ist dipl. Ingenieur HTL. 1989 gründete er die Jobst Willers Engineering AG. Das Unternehmen kennzeichnet sich durch Kompetenz in den Bereichen Gebäudeautomation, Energie, Leittechnik/IT und Energieeffizienz aus. Nebst seiner heutigne Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident der Jobst Willers Engineering AG, amtet Jobst Willers als Präsident der Berufsgruppe T/I des SIA und ist Programmleiter der Initiative IEE SIA.

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