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Attraktivierung der Baubranche fur den Nachwuchs

Publiziert am 21.01.2012 von René Hüsler, Direktor des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern
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Meinung Die Baubranche boomt schon seit einigen Jahren und aufgrund des anhaltend grossen Sanierungsbedarfs ist keine wirklich relevante Abschwächung absehbar. Parallel dazu ist die Zahl der Lehrlinge in der Baubranche rückläufig, was zwangsläufig zu einem Fachkräftemangel führt. Dieser Rückgang ist in erster Linie eine Folge der fehlenden Nachfrage und nicht des Angebotes an Lehrstellen. 

Die Situation verschärft sich aus diesem Grund zusätzlich auf Hochschulstufe, da die Anzahl potentieller Studierender ebenfalls kontinuierlich abnimmt. Die Fachhochschulen sind diesem Negativ-Trend am direktesten ausgesetzt, da ihre Studierenden in der Regel über einen Abschluss einer einschlägigen Berufslehre der Baubranche mit Berufsmatura verfügen. Die Rekrutierung von Arbeitskräften aus dem Ausland kann dieses Problem nicht nachhaltig lösen. Obwohl die damit einhergehende zunehmende Internationalisierung auf dem Bau eine kulturelle Bereicherung darstellt, haben zusätzlich entstehende Probleme negative Auswirkungen auf die Attraktivität.

Warum werden Berufe in der Baubranche von Jugendlichen gegenwärtig als nicht attraktiv bewertet, obwohl die Berufsaussichten sehr gut sind?

Die Gründe dafür sind vielfältig und zum Teil nicht direkt von der Baubranche beeinflussbar. Dominanz von Negativschlagzeilen in der Berichterstattung, physisch anspruchsvolles Arbeitsumfeld, wenig transparente Entwicklungsmöglichkeiten und eingeschränkte Verdienstmöglichkeiten sind nur einige Beispiele der Attraktivitätsminderung. Auf der anderen Seite sind Absolvierende von Hochschulen sehr begehrt und werden vom Markt umgehend aufgesogen. Dies ist ein klares Zeichen, dass sich die Ausbildungsinhalte sehr gut mit den Bedürfnissen der Branche decken.

Die Baubranche tut gut daran, in Zukunft den Fokus vermehrt auf die Förderung ihres eigenen Nachwuchses zu legen und ihre Marketingaktivitäten konsequent darauf auszurichten sowie entsprechende Initiativen zu unterstützen. Die Fachhochschulen sind bereit einen Beitrag zu leisten. Die Baubranche verfügt über attraktive Lehrstellen und Arbeitsplätze, dies darf aber kein Insiderwissen bleiben – hier sind die Baubranche und der Verband respektive die Branchenorganisationen gefordert.

Weitere Informationen zum Fachkräftemangel in der Baubranche und möglichen Lösungsansätzen erhalten Sie im Eventreport zur Swissbau Focus Arena «Bildung für die Bau- und Immobilienwirtschaft – Fachleute von morgen».

René Hüsler

René Hüsler

Prof. Dr. René Hüsler hat nach einer Lehre als Maschinenmechaniker an der HTL Brugg/Windisch (heute FHNW) und anschliessend an der ETH Zürich Informatik studiert, wo er im Bereich Elektrotechnik promovierte. Er arbeitete in mehreren international tätigen Firmen in verschiedenen Positionen vom Softwareentwickler bis zum Entwicklungsleiter. Heute ist er als Direktor des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern in Horw tätig.

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